Montag, 5. Februar 2018

Alle Jahre wieder (Scott Kelly)

Bei der Frage, wie oft Neurosis‘ SCOTT KELLY schon (mehr oder minder) solo in der Dortmunder Pauluskirche aufgetreten ist, hat der eine oder andere verständlicherweise schon etwas den Überblick verloren.
Aber ich kann es Euch sagen: Mit vergangenem Samstag waren es bereits sechs male. Nicht vier, wie der wie so oft anmoderierende Pastor angab, und auch nicht fünf, wie auf der Website der Kulturkirche zu lesen war, sondern bereits sechs mal.
Das erste mal liegt inzwischen fast eine Dekade zurück (und ich hab‘ gerade tatsächlich was vom Gig auf Youtbe gefunden), als sein zweites Solo-Album „The Wake“ gerade rauskam, welches ich immer noch für sein bisher bestes halte.
Hängengeblieben ist von damals, dass Kelly sich den Gig wohl etwas anders vorgestellt hatte als der Priester, der ihn zu einem Zugabenblock zurückholte, den jener gar nicht eingeplant hatte..
Das zweite mal war 2010 mit einem völlig deplatzierten Support-Act.
Beim dritten mal sorgte der lokale Support-Act (N) dann allerdings für einen angenehmen Kontrast.
Das vierte mal war mit der Begleitband The Road Home und das fünfte mal mit Nadja davor.
 

Man kann fast die Uhr danach stellen, dass es zwei Jahre später nun mal wieder so weit war. 
Dabei als Vorprogramm: PETER WOLFF. Das Gründungsmitglied von Downfall of Gaia versteckt sich im stockdunklen hinter Synthies und Laptop, während parallel Projektionen ablaufen. Die Musik geht in Richtung Ambient und Neoklassik.
Persönliches Werturteil: Okay, aber auch nicht umhauend. Das Finale hatte passenderweise eine gewisse Kirchenorgelcharakteristik, aber das irgendwie etwas zu minimalistische Pianogeklimper am Anfang wirkte auch mich so ein bisschen wie nicht ganz zuende gedacht.

SCOTT KELLY wiederum steht heute nicht alleine mit seiner akustischen auf der Bühne, sondern JOHN JUDKINS, auch bekannt als Basser der Arkansas-Monolithmetaller Rwake, begleitet ihn mit Schoßgitarre und ein paar Backing-Vocals.
Eine Kombination, die super funktioniert. Abgesehen davon, dass diese kleine Extradimension sich perfekt mit Gitarre und Stimme von Kelly ergänzt (und das besser als diese Road Home-Sache damals), beschlich mich ferner das Gefühl, dass Kelly selbst bei diesen Performances inzwischen wesentlich fester im Sattel sitzt als noch beim letzten mal (wo ihm bei einem Verspieler gar ein sympathisches „Fuck!“ entglitt). Der etwas dilettantische Charme früherer Soloauftritte ist definitiv einer ziemlich souveränen Aura gewichen.
In dieser Duo-Besetzung soll es wohl übrigens auch bald zu neuem Studiomaterial kommen.

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