Mittwoch, 31. Januar 2018

Konsumbeichtenresterampe im Januar

Im Übrigen habe ich mir tatsächlich NINE INCH NAILS‘ „The Fragile: Deviations 1“ gegönnt, eine 4 LPs umfassende, auf mehr als zweieinhalb Stunden Spielzeit hinauslaufende, rein instrumentale Alternativ-und Resteverwertungs-Fassung des 1999er NIN-2CD-Albums „The Fragile“ (ach?!), die zum letztjährigen Weihnachtsgeschäft parallel zu einer „Definitive Vinyl-Edition“ des Originalalbums rauskam.
Mal abgesehen davon, dass mir gerade dieser Tage instrumentale NIN tatsächlich mit die liebsten NIN sind (was nicht unbedingt mal was mit Reznor und/ oder seiner Stimme an sich, sondern mehr mit der Entwicklung meiner persönlichen musikalischen Vorlieben über die Jahre zu tun hat), muss ich dazu folgendes feststellen: Die Verpackung des Ganzem ist eine totale Vollkatastrophe, in die man etwas mehr Mühe stecken und auch auf etwas robusteres Material hätte setzen können.
Außerdem ist das etwas übertriebene Verfahren durch das man durch muss, um von Warner den Download zum beiliegendem Code ausgespuckt zu bekommen, an nervtötender Stasimäßigkeit und unnötigen Zwischenschritten kaum noch zu unterbieten.
Mal ganz abgesehen von diesen kleinen Ärgernissen ist es aber gar nicht mal so uninteressant, nach all den Jahren noch mal zu diesem, von mir persönlich ja fast schon wieder etwas verdrängtem Album 1.) in Form dieser paralleluniversellen Version und 2.) mit den heutigen, etwas anderen Ohren zurückzukommen. Fazit dazu? Keine Ahnung.

Apropos Paralleluniversum, Stasi, Industrial und so weiter: Was ich mir außerdem endlich mal zugelegt habe, nachdem ich noch mal was drüber las, ist übrigens die DVD und Soundtrack-CD umfassende Version von Decorder.
Decoder ist ein als ziemlich in Vergessenheit geraten geltender, deutscher Film von 1984 (!), der vor ein paar Jahren dann auch doch noch mal als DVD rauskam.
In der Hauptrolle von sowas wie einer surreal inszenierten Cyberpunk-Story zwischen Überwachungsstaat und Straßenleben sehen wir keinen geringeren als F.M. Einheit of Einstürzende-Neubauten-Fame, in Nebenrollen Christiane F., Bill Rice, Ralf Richter, Matthias Fuchs, Genesis P-Orridge und mit einem kurzen Auftritt auch noch keinen Geringeren als William Burroughs, der zudem die ursprüngliche Inspiration zur Filmstory lieferte.
Der Quasi-Climax ist dabei dann übrigens auch, wie Filmheld F.M. mit seiner Superkraft Metallpercussionlärm seinen Antagonisten in die Flucht schlägt.
Die Musik ist u.a. von Dave Ball (Soft Cell) & Genesis P-Orridge, und F.M. Einheit und Alexander Hacke/ Neubauten…

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