Dienstag, 9. Januar 2018

Dieser Tage raus

Neues Jahr, Neuerscheinungen, Noise…

AFGRUND - The Dystopian
Das Jahr beginnt rasant, denn als erstes hauten die Grindcoreler AFGRUND ein neues Album raus, und jetzt wird’s kompliziert: Aktuell sind AFGRUND doch wieder eine in Skandinavien beheimatete Band mit dem Line-Up Andy, Pat und Panu (wie auf dem 2007er Album „Svarta Dagar“), im Gegensatz zu den zwischendurch als italienisch gehandelten AFGRUND, die aus Enrico, Armin und Eugene bestanden (von denen das 2013er „Corporatocracy“ unter gleichem Bandlogo stammt).
Sachen gibt’s manchmal…



BLACK MECHA - Counterforce 
Das schwerpunktmäßige Metal-Label Profound Lore, das immer wieder einen guten Riecher für interessante Sachen beweist, hatte das vergangene Jahr ja schon mit Elektronik beendet (Prurient) und eröffnet das diese auch wieder ungewöhnlich: BLACK MECHA ist nämlich ein Projekt des Kanadiers Sean B. Campbell alias Fortress Crookedjaw (auch Wold), das sowas wie eher seltsamen Techno macht.

BLOWN OUT - Jet Black Hallucinations 
Drei lange Jam-Songs instrumentalen Psych-/ Spacerocks eines Powertrios mit Mitgliedern von u.a. Bong, 11Paranoias, Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs (ja, die heißen so) und Khünnt.
Ist das eigentlich ein Original-Coverartwork oder irgendwie aus „Mission To Mars“ oder sowas?



BOOT BUTTON – No Symmetry
Neues von der seltsamen “Queer Anti-Music”-Band aus Buenos Aires. Das Album “No Putty” fand ich persönlich letztes Jahr ja irgendwie nicht ganz so spannend wie die vorangegangenen Veröffentlichungen, die deutlicher als Sammlungen von Proberaummitschnitten gehandelt wurden, worum es sich bei den vermeintlichen regulären Alben aber wohl genauso handelt, denn auch „No Symmetry“ wird uns ‘Live from the dungeon‘ präsentiert.
Die sieben Tracks davon ziehen die Noise-Kante bzw. den Industrial- und Grind-Spirit noch mal gewaltig an und werfen den übersteuerten LoFi-No-Wave-Doom der Band damit weiterhin über die Grenze zu ohrenfeindlichen „ist das noch Musik?“-Gefilden.
Mehr denn je gilt hier: Vor allem wer die frühen Swans, die frühen Neubauten, die frühen SPK, Skullflower, Merzbow und neben Khanate u.ä. auch Godflesh-Ableger wie Greymachine und Valley of Fear mag, der ist hier richtig. Alle Anderen suchen mit zugehaltenen Ohren das Weite.



DOS - Familiar Ancestor / Garlands
Den Londoner Daniel O'Sullivan kennt man durch sein Mitwirken bei u.a. Sunn o))), Ulver, Guapo, Æthenor oder This Is Not This Heat

Sein letztjähriges Solo-Album „Veld“ ist bei mir ein bisschen durch’s Raster gefallen, aber das kann man ja aus dem Anlass nachholen, dass gerade zwei Outtakes davon unter dem Alias DOS via Bandcamp rausgebracht wurden:


EMPUSAE - Retinae Tenebrae Live @ Maschinenfest 2017
Die Information steckt bereits im Titel: Die belgische Ambient-Band EMPUSAE aus dem Umfeld von Consouling Sounds und Ant-Zen hat eine zwanzigminütige Live-Aufnahme vom letztjährigen Maschinenfest in Oberhausen zu bieten:


GATES - A Mask Hidden In Memory 
Neuer Release des Noise-/ Drone-/ Jazz-Projekts GATES, dessen letztjähriges „Viscera“ ich gar nicht mal so verkehrt fand, aber inzwischen mal wieder schon nicht mehr so ganz mitkomme, was das Ensemble aus Toronto weiterhin so alles treibt, denn seitdem kamen noch ein paar weitere Veröffentlichungen.
Dazu passt dann auch irgendwie ganz gut ins Bild, dass Aidan Baker „A Mask Hidden In Memory“ mit einem Remix abrundet, denn bei dessen Schaffen hat man ja längst den Überblick verloren…



HI FICTION SCIENCE – Red Madder
Aus dem Umfeld des mehr aus brauchbaren britischen Psych-/ Noise -/ Kraut-/ Post-Rock- Labels Rocket Recordings stammen HI FICTION SCIENCE aus Bristol, die ihre Musik auf der eigenen Facebook-Seite als Mischung aus „Acid Folk, Kraut/Artrock, Post-Punk and Electronica“ bezeichnen.
In der Tat zeigt „Red Madder“ eine gewisse Bandbreite verschiedener Gangarten - die Band um Sängerin/ Gitarristin Maria Charles bleibt dabei allerdings oft in eher „ohrenschmeichelnd“ klingenden und relativ Song-orientierten Regionen, als den Weg zu völlig abgepfiffenen oder härteren Richtungen einzuschlagen.


HIRS / GODSTOMPER Split
Ehrlich gesagt weiß ich hierrüber bisher lediglich, dass  es sich bei HIRS um sowas wie derbe ballende Queercore-Aktivisten handelt, die Melt-Banana als musikalischen Einfluss angeben und dass diese Split-Veröffentlichung drei Jahre in der Mache war, eigentlich Mitte Februar als offizielles Erscheinungsdatum gehandelt wird, aber man das Ganze auch schon jetzt via Bandcamp bekomm
t.


HUMANITY IS A CURSE - Raging for a Lighthouse
Der Captain-Obvious-mäßige Bandname ist natürlich auch so’n bisschen naja, aber bei HUMANITY IS A CURSE handelt es sich nichtsdestotrotz um ‘ne vielversprechende Neocrust-Truppe aus Berlin.
Offiziell kommt „Raging for a Lighthouse” kommende Woche raus, aber bei Bandcamp gibt’s das Teil auch schon jetzt.



WARMDUSCHER – Big Wilma
Eine neue Single der britischen Band mit dem deutschen Namen hätten wir auch noch.
Darauf gibt's ein mal rasanten Rumpelrock und auf der B-Seite billig anmutende Plucker-Elektronik.
Ja, das ist dieses „New Weird Britain“, von dem einige Blogs reden und das den Brexit umso bedauerlicher scheinen lässt…

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