Dienstag, 30. Januar 2018

Dieser Tage raus (KW05)

Erstaunlich hohe Quote an Duos und Soloprojekten diese Woche...
Diverse zugehörige Videoclips nur als Links, damit’s nicht zu unübersichtlich wird.

BENEATH THE SOD and CRYPTICUM - Transmorphic Eye
Ist Industrial-Black-/ Doom-Metal jetzt auch so ein Ding? Bzw. ist es wieder eins, alles, was im Metal-Kontext mit ein bisschen Drumcomputer und hintergründigen Synthie-Sounds aufwartet, gleich mit unter „Industrial“ eintüten zu wollen? Irgendwie habe ich gerade nicht nur ein leichtes Mittneunziger-Déjà-vu, sondern außerdem das Gefühl in jüngerer Vergangenheit wieder häufiger über sowas gestolpert zu sein, mich davon aber nur selten wirklich mal angesprochen gefühlt zu haben...
Zwei Mitglieder des irischen Funeral-/ Sludge-Doom-Trios Wreck of the Hesperus haben jedenfalls eine Split ihrer jeweiligen
Soloprojekte BENEATH THE SOD und CRYPTICUM am Start und präsentieren uns dabei fies schleppenden Kram zwischen Khanate und ausgebremsten Godflesh.


BONNE APARTE - Scalps
Mit nicht nur einem,
sondern gleich zwei Videoclips („Pissund „Young“) bewarben BONNE APARTE ihren zweiten Longplayer, der in Zusammenarbeit von Luik Records (Belgien) und Antena Krzyku (Polen) rausgebraucht wird, bereits mit einigem Vorlauf.
Die Niederländer machen dabei ins dezent funkige driftenden Werido-/ Noiserock, der Neunziger-Erinnerungen im besten Sinne weckt.


CAKES - Prescription Bugs
"CAKES is a two piece alternative post punk band from the Gold Coast. Being from other local bands CAKES came together out of a love for energetic and experimental music, two things in short supply on the Gold Coast."
Tausche die australische Goldküste mit dem stinkenden Ruhrpott und die Geschichte kommt mir ein bisschen bekannt vor…
Sooo „experimentell“ finde ich die beiden ja gar nicht, aber habe für Alternative-Rock, der genauso eine poppige Ader, wie auch ein Sound-Fundament der dickeren, härteren, krachigeren Natur hat, seit eh und je eine gewisse Schwäche.


CHAOS ECHOES - Mouvement
Mit einer Bandbreite von Drone-Improvisationen bis zu Geballer, das schon nur noch in kontrolliertem Atonal-Lärm ausartet, ist der Ansatz von CHAOS ECHOES sowas wie in Death-/ Black-Metal-Gefilden etwas zu sein, das dem musikalischen Ansatz der neuzeitlichen Swans gar nicht mal so unähnlich ist.
Wer also sowohl Rumpel-Metal als auch Avantgarde-Krach mag, und bei einem kruden Mittelweg aus beidem nicht gleich die Puristennase rümpft, für den dürften diese Franzosen somit nicht uninteressant sein.


EFRIM MANUEL MENUCK - Pissing Stars 
Ganz ehrlich: Wenn ich selbst schon eigentlich nur selten wirklich mal Godspeed You! Black Emperor höre, brauche ich wohl eigentlich auch keine Solo-Alben von deren Chefdenker („Pissing Stars“ ist im Übrigen schon sein zweites).
Havin’ said that: Atmosphärischen Anders-Pop finde ich auf der Liste zum Reinhören potenziell interessanter Neuerscheinungen dann ja doch schon interessanter und sympathischer, als das Überangebot an generischem Black Metal, das andere, früher mal brauchbarere Blogs mitunter so in die Welt raushusten. Aber that’s only me.


EKRANOPLAN – Hypnopædia
Wenn es um düster-brachiales Neocrust-Geballer oder Sludge mit D-Beat-Kante oder mit ähnlichen Sound-Ideen wütenden Grindcore geht (was ja eh alles sehr dicht beieinanderliegt), habe ich längst den Überblick verloren. An solchem „A(J)Z-Metal“ sprießt die Szenelandschaft nämlich nur so vor neuen Bands.
In besagte Ecke kann man auch EKRANOPLAN aus Jena stecken, deren „Hypnopædia“ in der Oldenburger Tonmeisterei aufgenommen wurde, wo man derartiges seit eh und je so gut kapiert, um dafür das genau richtige Klangbild zusammen zu tüten. 



FOX MEDICINE – Greetings From Mars
Ich habe scheinbar wohl durchaus einen gewissen Faible für exzentrische Duoformationen härter rockender Natur (schließlich spiele ich ja selbst in einer (auch wenn jene derzeit pausiert)).
Die „Noise-Nurse“ Neezy (Gesang und Gitarre) und ihr Drummer Vanny haben sich auf einem Melvins-Konzert kennengelernt, was einen guten, groben Indikator auf ihre eigene Stilrichtung irgendwo zwischen kratzbürstigem Noiserock und poppigem Sludge-Metal hergibt, die eher Rock’n‘Roll als Avantgarde ist.
Einen Videoclip gibt’s im Übrigen auch hier.


GREBER – Cemetary Preston
Der (inzwischen Ex?-)Basser der in letzter Zeit wenig aktiven Prog-Deathgrinder Fuck The Facts und der Drummer von den irgendwo im Sludge-Metal-/ Hardcore-/ Noiserock-Bermudadreieck agierenden The Great Sabatini hauen eine neue ihrer Duoformation GREBER raus, die musikalisch auch relativ genau zwischen den besagten anderen beiden Bands angesiedelt ist, sich dabei allerdings auch mal einen Hopser durch noch andere Stilregionen erlaubt.
Und Grindcore, der mit eigensinnigerer Note auch Sludge- und Noise(rock)-Akzente durchblitzten lässt, ist ja prinzipiell schon ziemlich mein Ding. Oder eines meiner Dinger.
Ebenfalls mit Videoclip.



JK FLESH - PI04 [π04]
Neue EP vom Justin Broadrick-Soloprojekt, das auf dem Debütalbum noch mit Gitarre und Gegröle in Godflesh-ähnlichen Gefilden lärmte, über einen kurz mal Breakcore-artigen Umweg inzwischen aber zu reiner Beat-Rummserei Richtung Dub-Techno u.ä. übergegangen ist.
Kann man von halten, was man will, ich find’s ja doch mal ziemlich spaßig.


Re-Releases

BLOATED SUBHUMANS - Commemoration
Ursprünglich schon mal vor zwei Jahren als Tape veröffentlicht, soll dieses, für den neuen  LP-Release via L'Entorse neu gemischte und gemasterte Album von BLOATED SUBHUMANS der ganz heiße Scheiß für Zeitgenossen sein, die weißes Rauschen und derbes Sägen im Sinne von Skullflower, Ramleh, Merzbow und ähnlichem mögen.


BULBUL - Hilfreich seit 1996  
2016 mal als Serie von 7“-Singles über Rock Is Hell veröffentlicht, haben die österreichischen Unikate BULBUL besagte Sammlung von Songs nun auch noch mal gebündelt digital rausgehauen.
Inkl. Coverversionen von Soul Coughing und Little Richard. 



GAUCHE – Paints Lane
Album Nummer zwei in der Reihe der Wiederveröffentlichungen, die Art As Catharsis den längst aufgelösten GAUCHE aus Sydney gönnt.
Geboten wird „Electro-Groove Pop“, der u.a. von Aphex Twin, Björk und Portishead inspiriert war.


Und sonst noch:
Zum Zeitpunkt, an dem ich das hier schreibe, ist noch nichts online, aber auf indierockmag.bandcamp.com sollten eigentlich jetzt gleich noch drei weitere Compilations in der Twin-Peaks-Triibut-Reihe des französischen IndieRockMags an den Start gehen...

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