Mittwoch, 17. Januar 2018

Dieser Tage raus (KW03)

AIDAN BAKER & GARETH DAVIS 
Der kanadische Wahlberliner Aidan „jede Woche was neues“ Baker, bekannt natürlich u.a. durch die Drone-Metal-Band Nadja, fügt seiner langen Liste an Kollaborationsveröffentlichungen in der eh immer größer werdenden Schnittmenge von Drone-Experimenten und Jazz-Improvisation eine mit dem Bassklarinettisten Gareth Davis hinzu.
 


CHIKARA / THE DEAD YESTERDAYS – Split
Internationale Zusammenrottung aus einer Crust-Hardcore-Band und einem Harsh-Noise-Projekt teilt sich eine Split:


GNAW BONE – Scorched Earth
Musik irgendwo zwischen Sludge-Doom und Black Metal ist dieser Tage, in denen fast jeder Neocrustie
oder Hipstermetaller in irgendeiner austauschbaren Kriechgang- und/ oder Ultradüster-Band lärmen muss, von denen keine wirklich die asoziale Intensität oder atmosphärische Tiefe diverser Stil-Originale erreicht, zwar auch keine Genre-Beschreibung mehr für die ich zum reinhören alles andere stehen und liegen lassen würde, aber die raue Sturm-und-Drang-Kante, die GNAW BONE auf „Scorched Earth“ zeigen, ist trotz des ziemlich ausbaufhähigen Drumsounds gar nicht mal sooo verkehrt. 

 
HAGETISSE – Godendraak
Von Gnaw Their Tongues bin ich ja eigentlich auch nicht der größte Fan, staune aber immer wieder über den hohen Output, den Maurice de Jong damit oder mit weiteren Projekten wie eben HAGETISSE so verzeichnet.
Unter jenem Projektnamen rutscht er noch weiter in den (wenn man so will etwas traditionelleren statt vordergründig noisey-industriellen) Black Metal. 

Kann man machen. 


KULK – Fix Me / Tonic
Dieses britische Duo erinnert sehr an den Spät80er-Grunge von Mudhoney, Tad und dem Nirvana-Debüt und damit verwandte Noiserocker wie Surgery, Helmet und co. 
Wenn ich die beiden Songs so höre würde ich mir wünschen, dass sie noch etwas direkter nach vorne gehen würden, anstatt eine Nummer erst mal über ‘ne Minute instrumental durchzuexerzieren, bevor der Gesang einsetzt, denn das würde ihrer Art von Musik etwas besser zu Gesicht stehen.
Ansonsten aber ganz schön cool!


 
LA NUIT QUI TOMBE - Purement Thérapeutique
Auf dem zweiten Release über das noch neue französische Netzlabel Action Vide bietet LA NUIT QUI TOMBE eine Kombination aus Piano-Geklimper, Harsh-Noise-Gerausche und Ambient.
Mehr weiß ich darüber auch gerad‘ noch nicht…



MEAT BEAT MANIFESTO - Impossible Star
Jaha, die 1987 gegründeten MEAT BEAT MANIFESTO, britische Industrial-/ Techno-Urgesteine und einflussreiche Wegweiser vieler elektromusikalischer Substilsparten, gibt’s nicht nur immer noch, sondern sie haben im heutigen weltpolitischen Klima auch immer noch was zu sagen...




MOTHERFATHERS & b.! – Doggy
Ein ‘Psychedelic-Noiserock‘-Trio aus Russland meldet sich nach zweijähriger Pause mit einer spontanen Live-Aufnahme via [the label that has no name] zurück.
Man versteht sich betont als grenzenfrei-eklektische Band mit Improvisations-Ansätzen.
Irgendwie wirft einen das ja auch ein bisschen zurück in die Neunziger, als Kram wie Mr. Bungle der heiße Underground-Shit für die ganz hartgesottenen Musikversteher war.  

Nur klingt’s hier irgendwie noch mehr nach Proberaumgerumpel.


PHEW – Voice Hardcore 
Mit dem letztjährigen „Light Sleep“ kehrte PHEW, das Analogelektronik-Experimentallärm-/ Avantgarede-Sängerin-Alter-Ego von Hiromi Moritani, u.a. auch Frontfrau der Punk-Band Most, nach längerer Abstinenz zurück
Seit den 80ern als PHEW aktiv, kollaborierte sie in geraumer Vorzeit u.a. sogar schon mit Can- und Neubauten-Mitgliedern.
Diese Woche ist ein neues Album raus, auf dem sie (natürlich) hauptsächlich ihre Stimme als Instrument einsetzt, um diese zu verfremden und so weiter…

 

VALVAN - Of Otherworldly Malignance
Dieses Einmann-Projekt (?) aus Ohio veröffentlicht mit dem mehr als fünfzigminütigen „Of Otherworldly Malignance“ schon das dritte lange One-Track-Epos in diesem Jahr, nachdem „Human Extermination“ Anfang des Monats an der Dreiviertelstunden-Marke kratzte und „Temporal Catastrophe“ die volle Stunde um exakt drei Minuten verfehlte.
Geboten wird dabei sowas wie eine Fusion aus Drone-Doom und Harsh-Nose. 

Für Fans von Sunn o))), Merzbow und so…



Re-Release:
GAUCHE - Sigh

Irgendwie finde ich es cool, dass mehr und mehr Label, die man eigentlich vor allem wegen krachenden Gitarren schätzt, einem auch interessante Elektronik vorsetzen, denn meinen aktuellen Interessen kommt das durchaus mit entgegen. Bei Earache und co. ging sowas back in the Nineties ja eher in die Hose, weil der gemeine Metaller keinen Techno hören will, dieser Tage ist’s aber doch einen Neuanlauf wert...
Art As Catharsis haben jedenfalls gerade die 2003er Debüt-EP der längst aufgelösten GAUCHE digital wiederveröffentlicht.  

Bei jenen trafen klassischer Gesang und Live-Instrumente auf Drum’n’Bass- / IDM-Charakteristiken, beeinflusst von Björk, Portishead und Aphex Twin.

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