Mittwoch, 6. Dezember 2017

Weltschmerz, Todestriebe und Ersatzleben

Wenn in den nächsten dreieinhalb Wochen nicht noch unerwartet irgendwas dazwischen schießen sollte (2-3 Sachen zum reinhören habe ich wohl tatsächlich noch auf dem Notizzettel), dann ist „Ersatz Living“ von ANWAR SADAT wohl tatsächlich sowas wie mein „Lieblingsalbum des Jahres“!



Sparen wir uns an dieser Stelle eine Langfassung…
1.) darüber, wie ich das Album eigentlich inkl. horrender Shipping Costs aus den USA bestellt habe, das Label allerdings währenddessen die Pforten schloss und ich bei Paypal meine Kohle zurückreklamieren musste

2.) einer allzu weit ausholenden Analyse vorangegangener Veröffentlichungen dieser Band o.ä.  

Denn mit ANWAR SADAT und ihrem Anfang des Jahres veröffentlichten „Ersatz Living“ war es sowas wie Liebe auf den ersten Hinhörer.
Der musikalischen Quantensprung, mit dem die ursprünglich mal noch etwas mehr in Punkrock-/ Post-Hardcore-Gefilden fußende Band aus Kentucky in dieses Jahr gelärmt kam, ist beachtlich:
Die stilistische Bandbreite von „Ersatz Living“ fängt bei sowas wie dunklem Post-Punk an (man höre "No Exit"), zeigt immer wieder eine bissige Noiserock-Schlagseite und hat manchmal gar Industrial-Metal-Charakter.
Wenn man will, findet mal Elemente von Bauhaus bis Godflesh und beim Synthie-Geplucker von "Geshenkgeber" (sic!) oder "Ubik" hat's gar was vom NIN-Debüt "Pretty Hate Machine" - dargeboten mit der Perspektive und Energie einer jungen Truppe der Neuzeit.


Das alles erinnert mich ja irgendwie sehr an das finale Dope Body-Album „Kunk“ – denn jene fanden sich nach vorangegangenen Releases mit etwas unentschlossener Grunge-Aura ja auch auf ein mal in einem  stärker von Postpunk, Industrial und Noiserock geprägtem Stil, bevor sie sich nach einer sehr erfolglosen Europatour auflösten.
Hoffen wir mal, dass es für ANWAR SADAT nicht so ähnlkich kommt. 


Zum Song „Todestriebe“ gibt’s im Übrigen ‘n Videoclip, der eine Nummer für sich ist - Achtung, „nicht jugendfrei“ und „NSFW“:

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