Freitag, 1. Dezember 2017

Power-Electronics und Trip-Hop im Djäzz

Der (das?) Djäzz in Duisburg hat sich in den letzten Jahren ja doch noch mal so ein bisschen zu sowas wie meinem heimlichen Lieblingsclub an Rhein und Ruhr gemausert. Schlicht und ergreifend, weil man hier ein Herz für die Randsparte(n) hat. Chiptune-Minifestival, Japanoise-Legenden, eine der allergeilsten Noiserock-Bands aller Zeiten… alles schon erlebt da. Könnten sich diverse Locations in Dortmund oder Essen gerne ein bis zwei Scheiben von abschneiden, anstatt immer nur den gleichen Punk- und Metal-Mief aufzutischen.
Jedenfalls wurde dort auch am gestrigen Abend mal wieder spezielleres aufgefahren.

 
Den Anfang machte szmt – ein reiner Knöpfchendreher (nicht mal mit Bildschirm, sondern nur mit Konsole), dessen ca. halbstündige Performance sich von Ambient-/ Nosie-Regionen bis zu Geplucker mit perkussivem Charakter vorwagte.
Für LDX#40 musste dann zunächst noch die Discokugel des abgeschaltet werden, bevor sich der Protagonist mit einem Glas Weißwein an seinen Laptop und weitere  Geräte wagte.
Seine Performance, zu der auch eine begleitende Projektion gehörte, wagte sich aus Dark-Ambient-Regionen (inkl. einiger Sprachsamples) immer mehr in Noise-/ Industrial-Regionen vor.
Zwischenzeitlich kamen gar eine Metallkette und eine Säge zum Einsatz, gegen Ende wurde der digitale Audio-Output immer lauter und elektro-industrieller, und als Finale gab es dann noch mal einen bedenklich laut werdenden Schub Noise.
Nicht schlecht!

 
Das Trio SixTurnsNine setzte dann als Final-Act etwas andere Akzente.  Die Nachfolgeband der einst auch eher in Drone-/ Noise-/ Ambient-Regionen angesiedelten Melanchoholics zielt nach einer schwungvolleren Eröffnungsnummer etwas bizarreren Dunkelpops vor allem eher in Trip-Hop-Regionen ab.
Konserven-Beats im eher langsam groovendem Bereich - auch mal leicht verfriemelt  aber doch mit den richtigen Akzenten auf dem Punkt – dazu eine mal organisch klingende und mal verzerrt rumpelnde  Bassgitarre (von einem Herren, den man im Übrigen auch von den ganz guten Death-Metallern Symmetric Organ kennt) und obendrauf eine weibliche Singstimme.
Sehr cool! Demnächst soll es zu einer EP-Veröffentlichung kommen, Augen und Ohren offenhalten!

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