Dienstag, 26. Dezember 2017

Honorable Mentions 2017

Eine Auflistung von irgendwie guten/ interessanten Alben, die mich dieses Jahr vielleicht nicht völligst umhauten oder sowas, die aber auch wenn sie bei mir zu keinen totalen Dauerrotatoren wurden o.ä. trotzdem noch erwähnenswert sind:

BUMMER / PINKO Split
Die Neandertal-Noiserocker BUMMER sind so bekloppt-geil wie kaum eine andere Band derzeit. Der an Refused u.ä. erinnernde Post-Hardcore von PINKO ist ebenfalls nicht zu verachten.


CHELSEA WOLFE – Hiss Spun
Es war vor allem ihr diesjähriger Auftritt beim Roadburn, der mich sehr beeindruckt hat und dafür gesorgt hatte, dass ich die Musik von CHELSEA WOLFE dann doch noch mal genauer checken musste. So richtig großer Fan werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr, aber „Hiss Spun“ hat definitiv seine interessanten Momente.


CRYSTAL FAIRY –s/t
Zwei Melvins, ein Volta-Marsianer vom Drive-In und seine Butcherette. Im Rennen um das Sommeralbum des Jahres hatten irgendwie Boss Hog die Nase vorn, die hiermit interessanterweise viel gemeinsam haben (Ehepaar in der Band, AmRep-Connection, …). 
Dennoch ist diese, nun ja, Female-Fronted-Popversion der Melvins, wenn überhaupt, nur knapp dahinter. 
Für ein Album, das mich von der Ausgangssituation her gar nicht mal sooo interessiert hatte, dafür macht(e) es dann nämlich doch ganz schön Laune. 


DÄLEK - Endangered Philosophies
Dass es für die Reihe der Jahresbesten-Blogposts nicht ganz gereicht hat, daran war u.a. auch Schuld, dass für die LP hierzulande mal wieder Preise aufgerufen werden, die nicht mehr feierlich sind, also habe ich die neue DÄLEK ja nur recht wenig (digital) gehört…
„Endangered Philosophies“ ist mit seinem ‘Noise-Hop‘ allerdings (wiedereinmal!) ein wirklich tolles Album einer Gruppe, die sich mit neuem Line Up in einem etwas ‘kompakteren‘ Sound gefunden hat. 



DEAF KIDS - Configuração do Lamento
Manchmal würde ich mir wünschen, die brasilianischen DEAF KIDS hätten die Konsequenz, ihre seltsamen Trance-Metal-/ Psychedelic-Nosierock-/ Weirdo-Punk-Lärmorgien episch auszuwalzen, anstatt nur mal eben für ein paar Minuten durch die Botanik schießen zu lassen. Aber es hat was! Für Fans von Skullflower, Terminal Cheesecake, Caspar Brötzmann, The Dead C u.ä.



DIPLOID - Everything Went Red
Sehr gute Next-Generation-Band, die Grind-Geballer und dröhnige Doom-Parts mit Noise-Rauschen vermengt. Dabei haben sie vielleicht noch nicht so ganz die optimale Balance gefunden, aber das kann ja noch kommen. 


FIVE THE HIEROPHANT - Over Phlegethon
Die ständigen Black-Metal-Andichtungen, die „VtH“ gerne mal gemacht werden, verstehe ich nicht wirklich. Ihre Musik hat nämlich in erster Linie eine Sludge-Basis, die nach der noch etwas mehr drone-doomigen Debüt-EP (die mich seinerzeit nur mäßig überzeugen konnte) auf diesem Longplayer ein Stück weit ins etwas rockigere gedriftet ist, kombiniert  mit einer schrägen Prog-/ Jazz-Schlagseite durch Bläser-Einsatz.



GATES - Viscera
Obwohl die Drone-/ Noise-Ecke mit Überschneidungen in Richtung Impro-Jazz etwas ist, dem ich mich sehr zugetan fühle, ist GATE's „Viscera“ via Utech Records eine der wenigen Veröffentlichungen an derartigem, die bei mir dieses Jahr irgendwie Eindruck hinterlassen hat. 


HARVESTMAN - Music For Megaliths
Steve von Till’s Drone- / Ambient-/ Noise-/ Kraut-Soloprojekt wiederum hat mit „Music For Megaliths“ dieses Jahr ein regelrecht sonores  Klangbad von einem Album veröffentlicht, das in einer derart kompakt-kohärenten Homogenität unter diesem Alter-Ego tatsächlich was neues ist, denn frühere Releases hatten im Gegensatz dazu noch mehr den Charakter reiner Experimentaltrack-Sammlungen. Sehr cool!   



HORSKH - Gate
Dass ich 2017 noch mal ‘ne Band goutieren würde, die sowas wie Clubtanzflächen-kompatiblen „Electro-Industrial“ mit gewisser Rock-/Metal-Kante macht, das hätte ich selbst nicht gedacht, aber gerade auch live sind HORSKH wirklich saugeil und „Gate“ ist ein ziemlich cooles Album.


PAN DAIJING - Lack 惊蛰 
Die junge Noise- / Performance-Kunst-Ausnahmeerscheinung PAN DAIJING hat dieses Jahr in einigen Kreisen bzw. Publikationen derartige Wellen geschlagen, dass das neue Pharmakon-Album daneben (ja, auch bei mir) irgendwie etwas unter ging. 
Es ist allerdings auch tatsächlich ein faszinierendes Teil.



POWER TRIP – Nightmare Logic
Thrash Metal ist ein Genre, das ich im Blut habe, dessen jüngeren Auswüchse mich bei aller Gleichförmigkeit aber nur selten mal packen.
Zu den wenigen aktuelleren Highlights dieser Ecke gehört allerdings definitiv POWER TRIP‘s „Nightmare Logic“, was mit daran liegen könnte, dass sich die texanische Band eher mit dem entsprechenden Biss an hardcoreig geprägten Vorbildern wie Nuclear Assault und D.R.I. orientiert als an eierlosem Gedudel.



LOVIATAR -s/t
Irgendwo zwischen Pallbearer, U.S. Christmas, Wovenhand und einem Hauch von Postrock war der gigatransparent produzierte und leicht verstrahlte Psychedelic Rock/ Doom Metal von LOVIATAR dieses Jahr das Album aus dieser Ecke, zu dem ich dann doch gelegentlich mal zurückkam, während mir vermeintlich größere Namen derartiger Stilgefilde nix gaben.
Dabei ist gerade auch in Prog- und Folk-Fahrwassern wildernde Musik ja eigentlich nicht so wirklich meins, und ich bin ferner nach wie vor verwundert, wie man das dann auch noch gleichermaßen mit Anflügen von Echtmetall-Vibes wie auch Neunziger-Reminiszenzen unter einen Hut bringen kann. Aber bei LOVIATAR passt das erstaunlicherweise wirklich alles.



MELVINS - A Walk With Love & Death
Ein Doppelalbum, das die MELVINS von ihrer zugänglichsten und dann auch noch ihrer sperrigst-experimentellen Seite zeigt? 
Ja, für sowas liebt man sie!



MYRKYR - Mareridt
Mal kurz auf dem Punkt: Die Anwandlungen von mittelalterlichem Folk-Gedudel und die fast schon etwas zu glatte Produktion sind nicht sooo mein Ding, aber dieses Album ist trotz allem schon ziemlich, ziemlich gut, was man mal neidlos anerkennen können muss.



NO SISTER - The Second Floor
Das, was ich an Indie-/ Noiserock a la Sonic Youth mitunter mag (die unbekümmert-unkonventionellen Schrägheiten und sowas) trifft hier auf das Element, das ich an derartigem sonst auch schon mal etwas vermiss(t)e (= doch auch schon mal mit etwas mehr Punch und Biss zugange zu sein).  
Sehr cool!


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