Mittwoch, 20. Dezember 2017

Godflesh – Post-Self

Die Alte-Helden-Quote ist in der Reihe meiner persönlichen „Alben des Jahres“ diese Saison ja wirklich überraschend hoch: Unsane, Patton & Lombardo, Phobia, Boss Hog, ein Joint-Venture von altbekannten Noiserock-Weirdos, Power-Electronics-Urgesteine… 
Da es nun wirklich nicht so wäre, als würde ich nicht in viele vermeintlich frischere Bands reinhören (eine davon würde ich schließlich wohl trotz allem auf die #1 des 2017er Siegertreppchens stellen), ist das eine Tendenz, die man vielleicht mal genauer analysieren müsste, aber nuja.
Um auf den Punkt zu kommen: Auch die neue GODLFESH finde ich sehr gut.



Gut fand ich ja auch schon den Vorgänger „A World Lit Only By Fire“. Jener repräsentierte sowas wie das quintessenzielle an GODFLESH: Deftiges Gitarrengebrate auf stampfenden Rhythmen.
Auf „Post-Self“ wird das Ganze wieder ein bisschen ausgeweitet. Die Drumcomputer-/ Industrial-Schlagseite ist noch mal etwas stärker, es gibt etwas mehr Anwandlungen aus Richtung Postpunk und außerdem lässt sich Bandkopf Justin Broadrick auch mal wieder zu etwas mehr atmosphärisch-melodischen Momenten hinreißen, als nur grölend die Riffkeule zu schwingen.
Der, nun ja, Old-School-Charme des Ganzem besticht daran dann ferner: Irgendwie klingt „Post-Self“ nämlich tatsächlich ein bisschen nach Frühneunziger, Bunkerproberaum und Roland-Drumcomputer und nicht nach etwas, das im heutigen Zeitalter digitaler Musikproduktionsmöglichkeiten entstanden wäre. Es gab vor 15 bzw. 20 Jahren (oh man!) bereits GODFLESH-Alben, die irgendwie glatter klangen als dieses.
Davon kann man halten, was man will - ich find‘ ja, es funktioniert, denn eine derart natürliche Schroffheit vermisse ich heutzutage auch schon bei vielen weitaus weniger ‘maschinell‘ ausgerichteten Metal-Bands...



 Bisher abgefertigte Jahreshighlights:

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