Donnerstag, 7. Dezember 2017

Dead Cross

Nach den anfänglichen Rotationen von DEAD CROSS’ „Dead Cross” hätte ich ja selbst gar nicht gedacht, dass ich das Album in sowas wie ’ner Blogpost-Serie über die Jahresbesten mit aufführen würde, aber doch…


 

Grund für meine Skepsis: Bei aller Liebe zu Faith No More, aller Begeisterung für Fantômas oder Tomahawk... oder Mr. Bungle oder Peeping Tom…  war ich in jüngerer Vergangenheit nicht der größte Fan von so mancher Sache mit Mitwirkung von Mike Patton.
Patton hat nämlich selbst bei Gastauftritten die Angewohnheit, auch die Musik anderer völlig zu seiner zu machen.
Gitarrist Duane Denison (The Jesus Lizard) hat in einem Interview mal über ihre gemeinsame Arbeit in Tomahawk erzählt, dass sein eigener, eher minimalistischer Ansatz und der von Patton, der am liebsten noch ‘ne jeweilige Schüppe mehr von allem drauflegen würde, gerne mal etwas kollidieren.
So gab es auch mal eine Phase, während der Patton auf nahezu jeder Veröffentlichung auf seinem Ipecac-Label bei irgendeinem Song mitmachen musste und das Ganze damit eher verschlimmbesserte als irgendwie positiv zu unterstützen (mir fallen wiederholte Guest-Spots bei Zu oder Dub Trio ein und diese Warlock-Nummer mit Bohren war auch irgendwie unnötig …)



Mit DEAD CROSS ist's eine ähnliche Geschichte: Patton kam nämlich spät dazu.

Eigentlich hatte die Band um Metal-Schlagzeuggott Dave Lombardo, u.a. mit ‘Hipster-Grind‘-Ikone Justin Pearson (Swing Kids, The Locust, Retox, Head Wound City, Three One G Records) am Bass, nämlich schon mit einem anderen Sänger live gespielt und aufgenommen. 
Jener – Gabe Serbian (u.a. The Locust und ex-Cattle Decapitation), ironischerweise eigentlich einer der Lieblingsdrummer von Lombardo - verließ die Band dann aber doch noch aus Zeitgründen oder sowas.
Lombardo holte daraufhin Patton und jener machte das Ganze direkt mal wieder zu seinem eigenen Ding. 

Was ist das z.B. für eine Vocal-Produktion auf dem Teil? Viel zu vordergründig über die, wie ein Hardcore-Punk-/ Thrash-Metal-Hybrid mit leichter Grind-Kantre anmutende Musik drübergestülpt, die eigentlich gerne noch einen ganzen Ticken roher und rauer hätte klingen dürften, als sie es von Ross Robinson abgemischt tut. 
Und muss Patton direkt wieder das volle Programm an allem abspulen, vom Rumbrüllen bis zum Spannen des ganz großen Melodiebogen-Geschmetters mit irgendwelchen Effekten drauf?



Havin' said that, hier ist jetzt das „aber“: Habe ich mich anfangs auch noch so am Patton-Faktor gestoßen, landete „Dead Cross“ dennoch immer wieder und wieder in meiner Rotation und ich hör’s als sowas wie ‘ne Knüppelvariante von FNM oder Pop-Version von Fantômas ja eigentlich doch ganz gerne. 
Diese Kombination aus nach vorne flüchtendem Geballer mit Lombardo-Doublebass und dem eben nicht nur schreiendem sondern auch singenden Patton kommt ja irgendwie trotzdem ganz geil und die Songs inkl. gelungenem Bauhaus-Cover gehen gut rein.
Erst kürzlich
noch landete das Teil zufällig mal wieder in meiner KFZ-Rotation und mir wurde beim (quasi) mitsummen und auf dem Lenkrad -blastbeaten klar, dass es unter den Alben des Jahres erwähnt werden sollte!


 

Dass die Dave Lombardo Signature-Sticks aus dem Hause Promark nicht gerade zu den robusteren Drumstick-Modellen gehören, darüber müsste man im Übrigen auch mal reden, aber das ist ein anderes Thema…

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