Dienstag, 28. November 2017

Wölfe im Bahnhof, Aluk Todolo…

Ich muss gestehen, dass ich mich zu WOLVES IN THE THRONE ROOM für sich vielleicht nicht mal zum Bochumer Bahnhof Langendreer geschleppt hätte, Montags in einem bei mir auch ansonsten schon mit diesem und jenem recht vollgepackten Zeitraum. Aber da auch die Vorband bestach, wollte ich dann doch...
 
ALUK TODOLO – die tatsächlich pünktlichst um acht die Bühne betraten - sind nämlich das, was ungefähr dabei rauskommt, wenn Typen mit eigentlich sehr düstermetallischem Background (man sieht es ihnen halt echt an…) auf Pfaden von King Crimson, Magma und Krautrock wandeln. Es hat ferner auch schon schwer was von Caspar Brötzmann Massaker, wie die Rhyhtm Section unentwegt pumpt und der Gitarrist wie in seiner eigenen Welt gefangen agiert.
Dass ich die Band nie live gesehen habe, als ihr 2012er Magnum Opus „Occult Rock“ aktuell war, bereue ich inzwischen fast ein wenig. Denn an diesem Abend ist das aktuelle reguläre Album „Voix“ im Fokus. Jenes ist einen ganzen Tick dichter und sperriger, die Schlagzeugarbeit noch verfriemelter und wilder, das Ganze ist irgendwie von einer gewissen Komplexität und doch einer hypnotisch-repetitiven Monotonie.
Der Gitarrist ist, da sind wir wieder beim Thema „Metaller“, ja schon irgendwie so ein bisschen ein Poser, wenn er zwischendurch nicht mal mehr Gitarre sondern einfach nur noch Effektboard spielt und zwischenzeitlich gar einfach nur der runterhängenden und irgendwie mit dem Gitarrenausgangssignal gekoppelten Glühbirne huldigt…
Nun ja, kann man auch albern finden. 

Trotzdem war‘s 45 Minuten musikalischer Wahnsinn, der eben auch einfach mal was anderes war und ich fühlte mich über die gesamte Spielzeit bestens unterhalten.

Die Umbaupause danach dauerte ein bisschen länger und es ist interessant, dass das Publikum von WOLVES IN THE THRONE ROOM, die vor zehn Jahren mal sowas wie ein Hipster-Geheimtipp waren, inzwischen vor allem auch um viele „Normal-Metaller“, Black-Metal-Szenebarbies und vereinzelte Leute erweitert hat, die ansonsten gar nicht mal sooo viel mit Metal am Hut haben.
Die Band selbst tritt derzeit mit insgesamt drei Gitarren und Keyboarderin auf. Der Bass kommt mal wieder metaphysisch irgendwie aus der Peripherie gedröhnt (ist das so ein Subbass-Pedal?) und drängt dabei manchmal schon etwas zu sehr in den Sound-Vordergrund.
Auf der Setlist ist dabei mit ‘Dea Artio‘/ ‘Vastness and Sorrow‘ und ‘I Will Lay Down My Bones Among the Rocks and Roots‘ mal wieder das Kernmaterial des somit fast komplett gespielten „Two Hunters“-Albums von 2007, das wohl irgendwie auch das essenziellste Album von WITTR ist und bleiben wird. Da will ich mich nicht beschweren, denn genau das woltle ich hören, trotzdem sagt es auch was aus, wenn die Band ansonsten je einen Zehnminüter vom aktuellen Album und vom 2011er „Celestial Lineage“ spielt, während „Two Hunters“ tatsächlich den Gig-Schwerpunkt ausmacht und das seltsame, Tangerine-Deam-/ Vangelis-mäßige „Celestite“ – zu dem die Band fast als sowas wie semi-aufgelöst galt und mit Metal laut eigener Aussage durch war – heute kaum noch Erwähnung findet.
Auch da kann man von halten was man will, es wäre halt rummäkeln auf hohem Niveau, denn der etwas mehr als einstündige Auftritt von WOLVES IN THE THRONE ROOM war ansonsten ziemlich stark.

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