Montag, 27. November 2017

Octo und so

Schon seltsam, dass ich OCTO irgendwie erst dieser Tage für mich entdeckte, weil ein Freund und Mitmusiker neulich mal in anderem Rahmen irgendwie die Bühne mit ihnen teilte und mir die Band daraufhin nahelegte…
Denn allein durch die Tatsachen, dass der Verfasser dieser Zeilen mit einigen Mitgliedern 1.) das ungefähre Alter und grobe geographische Wurzeln teilt, 2.) die sehr tolle Debüt-LP der stilistisch durchaus in mein ‘Beuteschema‘ passenden Band seinerzeit über das mir mit persönlicher Connection bekannte Label Unundeux erschien, hätte man annehmen können, dass das Ganze schon früher bis zu mir hätte vorgedrungen sein müssen. Weird?!


Jedenfalls war der lokale Opener TRASH KINGS bei unserer gar nicht mal so pünktlichen Ankunft im AKZ Recklinghausen noch dabei, letzte technische Probleme auszuräumen (und man fragt sich wofür), bevor es ein paar Minuten später losging.
Ist ja nett, dass jenes Quartett mit seinen mitgebrachten Freundinnen und Kumpels ein bisschen Leben in die Bude mitbrachte, aber wenn ich mal ganz ehrlich bin, war der gebotene Rumpelpunk mit übermotiviert-beklopptem Tanzbärfrontmann (im Shirt der unsäglichen bis unerträglichen Spaßgrinder Gutalax - nicht Dein Ernst, Alter…), ganz gutem Basser und spürbar noch in der Anfängerphase steckendem Gitarristen (Sorry, Keule) dann auch irgendwie eben nicht wirklich mehr, als halt die lokale AKZ-Vorband, if you know what I mean…
In der Umbaupause erzählt uns derweil ein zum Laden gehörender Typ, der etwas „ruhelos“ wirkt, dass er Drogen nicht abgeneigt ist, aber heute keine genommen hat, "erst recht kein Ritalin"...


Es folgte die erste von zwei Instrumental-Noiserockbands aus Köln: AACKR.
Jene sind zu zweit, plus ein bisschen Samplekrach-Unterstützung, und kratzen manchmal so ein bisschen an der Grenze zu Math-/ Prog-Kram (mein Mitfahrer Watti meinte gelegentlich einen Hauch von Tool rauszuhören, was so falsch nicht ist), bleiben dabei aber doch in erster Linie harter Rock, ohne das Gefriemel zu übertreiben.
Handwerklich war’s echt ganz brauchbar und der eine oder andere Part ging auch gut rein - wie das in der Natur der Sache solcher Bands aber manchmal so ist (siehe z.B. auch Cloest Disco Queen), war’s in voller Länge gegen Ende dann aber ehrlich gesagt auch irgendwie schon mal so ein bisschen „okay, jetzt reicht’s dann aber eigentlich auch“.

 
Dann OCTO. Drums’n’Basses. Kein Gesang, keine Gitarre. Wären Shellac eine Instrumentalband, die auf dem Mittelweg zu Lightning Bolt eine leichte Abzweigung in Richtung „Postrock“ nehmen würde, dann käme wohl ungefähr das dabei raus, was OCTO machen.
Mal regelrecht tanzbar, mal eine Spur vertrackt, mal knackig auf den Punkt und mal einen Hauch ins epische driftend funktioniert die Kombination aus knallendem Schlagzeug und zwei schon etwas unterschiedlich klingenden und agierenden Bässen erstaunlich gut.
Ich fands super! Sehr coole Gesamtdynamik, obwohl der Ansatz ja eher etwas minimalistisch ist.
Und als wäre das nicht genug, gab’s die Debüt-12“ von Unundeux und das aktuelle Album, das dieses Jahr über das neue Label Krachladen Records erschien (plus Poster und Pappschuber-CD) – beide im Übrigen mit sehr cooler Aufmachung – zum Kombidiscount-Preis von nur ‘nem Zwanni. Da sach ich nich‘ nein und lege jedem nahe, sich die Band auch mal zu geben…


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