Mittwoch, 15. November 2017

Müllmauer

Tja, auch so kann’s gehen: Kurz hatte ich damit geliebäugelt, mir vielleicht mal die Instrumentalrocker And So I Watch You From Afar (deren selbstbetiteltes Album von 2009 ich nach wie vor immer wieder gern mal höre, allerdings ohne die Band danach groß weiterverfolgt zu haben…) in der altehrwürdigen Zeche Carl zu Essen anzugucken, aber das dann wieder verworfen und mich eher auf Wohnzimmerabend eingestellt. Dann jedoch wies mein Kumpel Hörmän ze Dschjörmän kurzfristig drauf hin, dass man im AZ Mülheim die japanische Krawallcombo WALL OF TRASH live begutachten kann, was man mir nicht zwei mal sagen musste. Bei jenen handelt es sich nämlich sozusagen um einen jungen Off-Shoot der kultigen Grindcoreler Conga Fury

Zunächst eröffneten GAES von irgendwo aus der Gegend den Abend.
Die teilweise die meiste Zeit mit dem Rücken zum Publikum agierenden Jungspunde fuhren ganz nettes Grind-/ Powerviolence-Gelärme mit derbem Gekrächze, Stockholm-Gitarrensound und EHG-mäßigen Feedback-Doom-Pasaagen auf und waren so zwanzig Minuten lang definitiv sehr unterhaltsam, auch wenn in den letzten fünf Minuten dann mal rigendwie ein bisschen die Luft raus war. Was mit daran lag, dass man von der Gitarrenarbeit über weite Strecken nur breiigen Lärm wahrnahm. Keine Ahnung, ob’s mit am Sound in der Location oder am Gitarristen selbst lag…
Außerdem lasse ich nur ungerne den spießigen alten Sack (der ich ohne Frage bin) raushängen, aber diesen Retro-Asi-Modestil der alternativen Jugend von heute kapiere ich ja nicht wirklich…

Danach dann die Japaner. WALL OF TRASH machen mit ihrem Thrashcore schon ziemlich Laune. Vor allem die kleine – im wahrsten Sinne des Wortes – Frontfrau Oden mit ihrer Stachelfrisur amüsiert und begeistert damit, permanent durch den gesamten Publikumsraum zu rennen und wirklich jeden mal anzubrüllen und/ oder anzurempeln und/ oder gar anzusprigen.
Es war für die kleine Runde Krachgeballer zwischendurch mit Exotenbonus jedenfalls wirklich ziemlich spaßig!

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