Freitag, 3. November 2017

Mörser @ Münster (u.a.)

Freitagabends in der Baracke Münster: Im Internet wurde mit einem pünktlichen Beginn um 21:00 geworben, aber es wird doch zehn vor zehn, bevor die Magdeburger (?) CROWSKIN die Bühne betreten (bzw. drei von ihnen, denn Shouterin und Basser nehmen vor der kleinen Bühne Platz).
Habe ich CROWSKIN eigentlich früher irgendwie auch mit Crowpath und/ oder Crawlspace durcheinandergebracht oder so? Egal. Die Truppe ist schon eine ganze Weile als hiesige Sludge-Doom-Band mit Crust-Aura unterwegs, teilte sich 2008 immerhin schon mal eine Split mit B.SON, aber ich sehe sie tatsächlich erst 2017 zum ersten mal live…
Summa summarum merkt man, jetzt mal ganz wertneutral gemeint, dass sich die Band schon vor einigen Jahren ihr eigens Doom-Süppchen mit ‘nem Hauch Death Metal und jeder Menge Punk-Spirit zusammengerührt, dabei dann nicht mehr groß nach rechts, links, vorne oder hinten geguckt hat (was ja nichts schlechtes sein muss) und mutmaßlich phasenweise auch mal weniger rege aktiv war, denn das Ganze wirkte bereits jetzt einen Hauch aus der Zeit gefallen. Mit sehr viel Spielfreude und einer fies pigsquealenden, ansonsten aber megaentspannt wirkenden Frontdame machten CROWSKIN das allerdings wett. 

   
Meine Verwunderung darüber, dass MÖRSER nicht der Headliner des Abends sind, war danach gar nicht mal so gering. Kam mir, so spät wie es eh schon wurde, aber irgendwie entgegen.

Die Bremer sind schlicht und ergreifend eine der mächtigsten Bands, die ich kenne. Auch an diesem Abend  überzeugt das stilistisch durchaus recht eigenständige Deathgrind-Inferno wieder mal auf ganzer Linie. MÖRSER sind zugleich ein bisschen kantig und doch auch catchy, während einen die Darbietung des Ganzen förmlich wegföhnt. 
Es ist mal wieder so eine Art von bittersüßer Ironie, dass etwas dermaßen geiles dann die inzwischen nur noch alle Jubeljahre mal irgendwie in der Gegend vor ein paar Leuten spielende Hobbyband von nebenan ist, anstatt etwas, das man regelmäßig auf Festivalbühnen von internationaler Aufmerksamkeit sehen würde…
Gegen Ende gibt’s dann außerdem noch zwei Songs von Acme dazu (frühere Bremenstylecore-Band von Gitarrist Sven).
Immer wieder gern und hoffentlich bald wieder...
Leider lärmt man an diesem Abend schon ohne Gründungsmitglied Grabi, der demnächst nach Florida auswandert und noch diesen Monat in Bremen sein Abschiedskonzert geben wird.

 

PYRAMIDO hatte ich bisher nur vage auffem Zettel. Die Jungs aus Malmö mit dem dicklichen Frontmann sind allerdings auch - ohne das jetzt so abwertend zu meinen, wie es sich vielleicht liest – eine Sludge-Metal-Band der zweiten Liga wie viele andere auch.  
Es dröhnt und groovet sich brachial durchs eher schleppende Tempo und das durchaus gut, aber irgendwie auch nicht so packend, dass ich mir das tatsächlich bis Ende angucken musste (auch, weil der Wecker am Folgetag klingeln sollte)…
Soll heißen: War schon ganz nett, aber auch nix groß auffälliges.

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