Freitag, 10. November 2017

Kunst und so… (Yan Jun, Yorgos Dimitriadis, Membranes)

Der Name Mex steht für „intermediale und experimentelle Musikprojekte im Künstlerhaus Dortmund“. Eine Veranstaltungsreihe, die dieser Tage ihr 25jähriges verzeichnet.
Der Startschuss der Jubiläumsfeierlichkeiten fiel am vergangenen Donnerstag mit einer Künstlerzusammenstellung, die auch für Lärm-liebende Kulturbanausen wie mich sehr interessantes abwarf:

 
YORGOS DIMITRIADIS ist ein in Berlin lebender gebürtiger Grieche, der solo eine Schlagzeugperformance mit Elementen wie Kontaktmikros, auf dem Standtomtrommelfell vibrierendem Ding, Streichbogen u.ä.  kombiniert, und dabei eine Brücke zwischen dem schlägt, was man so als modernen oder Contemporary Jazz bezeichnet, und dem, was eigentlich schon in die Richtung geht, die Möglichkeiten eines Instrumentes in Richtung Noise auszuloten.
Zwischenzeitlich war sein reines Schlagzeugspiel von wirklich virtuoser und packender Natur, zu anderen Zeitpunkten seines Auftritts ging es aber mehr darum, Klänge von Fellen und Becken elektronikverstärkt wirken zu lassen.
Sehr cool!


Was mit MEMBRANES folgte, war dann allerdings ehrlich gesagt erstmal mehr so mittel. Zwei Typen an Laptops, an die eigens kreierte Gerätschaften angeschlossen sind, die  Bassdrumfelle (eben Membranen)  pluckern und rattern lassen, während LED-Screens dazu Buchstabenreihen ausgeben.
Es war zwischenzeitlich mal für fünf Minuten interessant, aber die volle halbe Stunde lang doch etwas langatmig und irgendwie pointless, zumal sich einem die immer wieder mal nicht wirklich vorhandene Synchronie der lautlichen und visuellen Aspekte des Ganzen, sowie eine etwaige Bewegung, Choreografie oder Komposition nicht so richtig erschließen wollte. 


Zum Schluss erstaunte dann allerdings YAN JUN mit einer klanglich über weite Strecken eher subtilen Performance aus Geräusch und Bewegung. 
 
Der Chinese lässt eine wie genau auch immer geartete Gerätschaft auf den Raum, auf seine Bewegungen (er führt wirklich einen ziemlichen Ausdruckstanz auf), auch mal seine Stimme oder einem rütteln am Tisch, auf dem die Technik steht mit entsprechendem Fiepen, Rauschen und Brummen reagieren.
Während eine lautere Soundwall-Passage aus den Boxen vibrierend im Raum steht setzt er sich auf einen Stuhl im Publikum, um dem selbst für einen Moment ruhig zu lauschen, nur um kurz später das, was er selbst als „eher Breakdance als Tai Chi“ bezeichnet, fortzusetzen, bis die Darbietung Decrescendo-mäßig zum Ende kam.
Tatsächlich interessant, kurzweilig und mal was anderes!

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