Dienstag, 21. November 2017

Dieser Tage raus (KW47)

COMPLAINER - Pure Vanilla 
Ein junges Duo aus Saint Louis hat sich als COMPLAINER dem Noiserock/ Post-Hardcore mit spazzy-jazziger Note verschrieben, Saxophon-Einsätze inklusive. 
Nachdem Anfang des Jahres der Longplayer „Floodplain“ erschien, der bei Jörg A. Schneider (Nicoffeine, Jealousy Mountain Duo, Les Hommes Qui Wear Espandrillos) in Hückelhoven aufgenommen wurde (!), legt man diese Woche noch mal eine zehnminütige EP namens „Pure Vanilla“ nach. Weitgehend live aufgenommen (minimale Overdubs) und das Ganze stilistisch noch mal etwas ausweitend.
 


dIIVA - Sol
Öfter mal was neues? Dem Schweizer Label Division Records und der Szene drumherum kann man ja eigentlich eine gewisse Vorreiterrolle im Feld Sludgecore und Post-Metal, sowie generell Metal/ Hardcore der etwas spezielleren Art zugestehen. Namen wie z.B.  Knut oder Zatokrev (oder an späteren Signings auch Rorcal) sprechen für sich.
(Außerdem übernahm man 2006 mal den Europa-Vertrieb einer „Scattered, Smothered, Covered / AmRep Christmas“ Wiederveröffentlichung, was ihnen bei mir natürlich ganz dicke Extrasympathiepunkte einbrachte.)
Irgendwie hat das Label bisher allerdings scheinbar nie so richtig auch überregional die Anerkennung erfahren, die es eigentlich verdient, weswegen ich immer wieder gerne eine Lanze für Division Records breche.
Diese Woche erscheint an besagter Adresse das Album von dIVA, die sich dem Trip Hop nach Portishead-Art verschrieben haben. Und sowas mag ich ja ebenfalls durchaus!
(Bandcamp:
music-diva.bandcamp.com)



DYSTERIA - Enmity
‘Female-fronted‘ Düsterberb-Hardcore aus London, dessen Grundmotto eine generelle Angepisstheit auf die Schlechtigkeit der gesamten Welt ist.
Wenn ich den entsprechenden Kommentar auf ihrer Facebook-Seite richtig gedeutet habe, könnte es sich hierbei auch um ihre Abschieds-EP handeln.


GAY WITCH ABORTION / THE GRASSHOPPER LIES HEAVY Split
Warum Learning Curve Records den Release dieser Split bei Bandcamp auf den Sonntag datiert haben, weiß ich ebenso wenig wie irgendwas über THE GRASSHOPPER LIES HEAVY, wenn ich mal ganz ehrlich bin, aber GAY WITCH ABORTION finde ich grundsätzlich ganz witzig!
Jene haben nämlich nicht nur schon Veröffentlichungen über AmRep und Jam-Tracks mit Hazelmyer himself in der Vita, sondern ihre etwas krude, in verschiedene Richtungen ausschlagende Weirdo-Mixtur aus Rock’n’Roll und völligem Noise macht wirklich Bock.

 
KRALLICE - Go Be Forgotten
Nach ihrem Kooperations-Album mit NeurosisDave Edwardson letzten Monat hauen die New Yorker Prog-Black-Metaller KRALLICE jetzt auch schon wieder die nächste reguläre raus.
Und ich bleibe dabei: Die sind wohl einfach nicht meine Band. Black Metal mag ich vor allem atmosphärisch und/ oder von besonderer Räudigkeit, aber KRALLICE sind keins von beiden, sondern so eine irgendwie eher wenig mitreißende „brave Jungs, die richtig gut spielen können“-Metalband…



MILKILO – Atlas
Eine Zusammenarbeit mehrerer Label (hierzulande Wooaaargh) veröffentlicht das Langespieldebüt von MILKILO, einem französischen Bass- und Schlagzeug-Duo, das dabei schon eine Weile unterwegs ist und u.a. Krautrock-Einflüsse und durchdachte Kompositionen genauso in seinen Stil einarbeiten will, wie Ausbrüche noisigem Sludge-Krawalls:

 

ORE - Belatedly
Und auch mal wieder was eigensinniges von der Insel: Mit Mitte 30 hat Sam Underwood seinen Job gekündigt, um mit einer Tuba Musik im Spannungsfeld von Doom, Krautrock und Blasmusik zu machen, mit der er ferner seinem verstorbenen Vater Tribut zollt.
Zu den musikalischen Kollaborateuren gesellt sich u.a. Kazuyuki Kishino (KK Null/ Zeni Geva).



SHITSHIFTER - Pyre
Zumindest digital schon mal angekündigt war das Teil eigentlich schon länger, aber LP/ CD kommen via Per Koro doch erst diese Woche: SHITSHIFTER aus Ostwestfalen sind schon ein ganz anderes Kaliber als ihre Vorgängerband Nvrvd, denn anstatt auf sowas wie Post-Hardcore mit Prog-Ambitionen setzt man nun eher auf Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Zerstörungskraft und einen HM-2-lastigem Sound, und es wird Grind/ Crust/ Sludge nach dem Motto "Hail the Riff", aber auch mit dem nötigen Maß an Köpfchen und Facettenreichtum geboten.
„Mächtig“ und „international konkurrenzfähig“ nennt man sowas wohl.



SIGNO ROJO - Svårfödd
„Next Generation Metal“: Beeinflusst von u.a. Neurosis, Melvins, Mastodon, Baroness, Callisto, Isis, Kylesa, High on Fire, Kongh und co., wollen diese Schweden einer Mischung aus Sludge-Punk und Doom-Metal fröhnen.
Am 24.11. wird es das Album „Svårfödd“ bei Bandcamp zum kostenlosen Download geben und die Single ‘They Sell Conflict‘ kann man auch jetzt schon audiovisuell bestaunen:



UR – Grey Wanderer
Die Leipziger/ Dresdener „Psycheldelic Doom/ Post-Metal“-Band UR veröffentlicht diese Woche ihr zweites Album auf dem Hamburger Label Droneburg Records.
So richtig viel weiß ich darüber nicht, kann an dieser Stelle aber immerhin auch dazu ‘n Videoclip teilen:



Und sonst noch?

BUTTHOLE SURFERS - Locust Abortion Technician (30th Anniversary Reissue):

Diese Woche erscheint zum dreißigjährigen vom legendären “Locust Abortion Technician” Album der Weirdo-Kings BUTTHOLE SURFERS ‘ne Remastered Special-Edition als 10“, welche bei der Band der selbst schon ausverkauft ist, aber es gibt wohl noch ein paar Exemplare über amazon.com oder diverse Mailorder.
(Gab es dabei nicht sogar vor ein paar Jahren noch eine Remastered-Wiederveröffentlichung auf zwölf Zoll auf dem Band-eigenen Label? Muss man wohl mal wieder nicht wirklich alles daran verstehen…)

MAGMA Retrospektiw (3LP Collection): Ja, die sonst eigentlich mit ganz anderen Kalibern schießenden Southern Lord hauen eine 3er-LP der französischen Prog-Unikate MAGMA raus, 1500 handnummerierte Exemplare. Dabei handelt es sich, Kenner werden’s wissen, um eine gebündelte Wiederveröffentlichung der beiden Live-Alben „Retrospektïẁ (Parts I+II)“ und „Retrospektïẁ (Part III)“ von Anfang der 80er.
Die Frage, ob Drummer und Mainman Christian Vander nicht vielleicht doch völlig spinnt, wird dadurch natürlich noch nicht geklärt, aber in diese Diskussion möchte ich an dieser Stelle nicht mit einsteigen.


Die spanischen SKULLFUCK, eine eigenwillige Instrumentalrock-/ Experimental-Formation mit Freejazz- und Noise-Tendenzen, haben eine neue Live-Veröffentlichung am Start.


STEVE MOORE (auch Zombi) hat mit „Mayhem
mal wieder ‘n Filmsoundtrack gemacht, der bei Relapse rauskommt.  

Zugegeben: Auch wenn ich immer wieder gerne mal anmerke, dass in der Ecke solcher Label wie Iron Bonehead, NWN, Hell’s Headbangers oder eben Invictus Productions nicht nur verhallt inszeniertes Ultratrve-Patronengurt-Dilettantgerumpel geht, sondern man dort zwischen all dem Klischeekram mit Nietenarmbändern durchaus auch originelle und  packende, bis progressiv/ avantgardistisch angehauchte Bands entdecken kann (Aluk Todolo, Chaos Echoes, Khthoniik Cerviiks, Reverie, Verberis…), bin ich einfach sehr müde in Bezug auf diese insgesamt eben doch von ziemlicher Borniertheit und einfältigem Rocker-Stylegehabe geprägten Szene.
Was nicht heißt, dass es sich nicht trotzdem lohnen kann, in diese Ecke gelegentlich mal einen Blick zu werfen und Ohr zu riskieren. Diese Woche veröffentlichen Invictus z.B. mit APOLOGIETHIA’s selbstbetitelter und COSCRADTH’s „Of Death and Delirium“ mal wieder zwei Albem im Thrah-/ Death-/ Black-Metal-Feld, in die man vielleicht mal reinzuhören könnte.

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