Donnerstag, 19. Oktober 2017

Saint Vitus @ Dortmund

Junkyard, die neue Indoor-Location am Schrottplatz in der Dortmunder Nordstadt, auf dem auch schon drei mal das „Junkyard Open Air“ stattfand, rief quasi zur Eröffnung einer Rock-  und Metal-Konzertreihe powered by Black Plastic, nachdem man die Pforten schon eine Weile vor allem für Techno- und Hip-Hop-Events geöffnet hatte.
Das Ganze hat Flair, auch wenn einige Dortmunder nicht ganz zu Unrecht Unmut darüber äußern, biermäßig die Wahl zwischen Astra und Carlsberg zu haben...

Die eröffnenden MOS GENERATOR entpuppen sich als das, was man aus dem Buch der Musikjournalistenfloskeln als „guten Anheizer“ bezeichnen würde.
Knackiger Stoner-Rock’n’Roll und zwischendurch auch schon mal ‘ner Nummer mit sehr deutlicher Sabbath-Worhsip-Kante in Powertrio-Formation.
Nicht sooo meins, aber unterhaltsam genug und handwerklich auch durchaus ganz gut.

Danach schleppt sich der abseits des Geschehens auf Krücken gehende Gitarrist und Bandkopf Dave Chandler auf die Bühne und es wird Zeit für SAINT VITUS!
Aktuell mal wieder mit Original-Sänger Scott Reagers. Jener klingt - was der eigentliche, verblüffende Aha-Effekt des Abends ist - eigentlich immer noch exakt so wie auf den Mittachtziger-Frühwerken der Doom-Metal-Vorreiter.
Aber auch die Rhythm Section, die den unnachahmlichen Gitarrensound (und die eher, äh, etwas punkige Spieltechnik) von Chandler trägt, kann sich sehen und hören lassen: Warum Mitbegründer Mark Adams derzeit von Pat Bruders aus der Nola-Szene (aktuell auch bei Down, früher mal Crowbar und Goatwhore) vertreten wird, weiß man nicht, jener macht allerdings seine auch schon grauen Haare headbangend einen super Job, während der fast den Rest der Band übertönende Action-Schlagzeuger Henry Vasquez (seit 2009 dabei) mit seinem wilden Spiel ein ziemlicher Hingucker ist, gerade auch bei schmissigeren Songs wie ‘War Is Our Destiny‘ oder ‘White Stallions‘. Hammer Drummer!
Der wie gesagt stimmlich kein bisschen gealterte, etwas kauzige und zwischen den Songs immer wieder an einer Kaffeetasse nippende Reagers kommt derweil zum Amü¬se¬ment einiger Anwesenden zwischendurch mit dem Anekdötchen, sich von früher irgendwie noch ans „Dortmunder Union“ Bier zu erinnern.
Nachdem die eine Bandhymne (‘Saint Vitus‘) zum vorläufigen Abschluss verklungen, kommt man zur Zugabe in Form von der anderen (‘Born Too Late‘) dann auch noch mal die Bühne und hinterlässt die Anwesenden weitgehend mit der Meinung: Ja, doch, das war ziemlich gut heute!

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