Montag, 2. Oktober 2017

Dieser Tage raus (KW40)

Meine Güte, diesen Monat wird ja direkt schon wieder ganz schön rausgehauen…

100BLUMEN - Oktober
Obwohl sie, da aus NRW kommend, wirklich andauernd irgendwo um die Ecke spielen, habe ich es bis jetzt gänzlich unintentionell immer wieder geschafft, das Thema 100BLUIMEN zu umschiffen. Dafür gibt es keinen wirklichen Grund, sondern nur den Zufall.
Die früher mehr im Industrial/ Noise wurzelende Band macht Punk mit Elektronik/ Drum’n’Bass und hat eine neue 7“ am Start, auf dem sich ein Mitglied quasi selbst covert.
Wer jetzt nur „Hä? denkt, kann auf der Bandcamp-Seite die entsprechenden Details dazu lesen…
 


CALQUES – Civilizing
Nur auf Tape mit langsam knapp werdenden Preorders oder digital ist „Civilizing“ von CALQUES erhältlich, einer Duoformation aus Alabama, die punkigen Raw Black Metal über die Grenze zu industriellem Harsh-Noise-Kram zieht.
 


CARBON BASED LIFEFORMS – Derelicts
Das eigentlich im Extrem-Metal-Bereich wurzelnde Label Blood Music streckt seine Fühler in die Welt der Synthies aus: Neben Perturbator hat man jetzt nämlich außerdem die schwedischen CARBON BASED LIFEFORMS am Start. Brian Eno, Boards Of Canada, Aphex Twin und Tangerine Dream sollen grüßen lassen.
In Kürze auf blood-music.bandcamp.com oder carbonbasedlifeforms.bandcamp.com


CRACKHOUSE - Be No One. Be Nothing.
Bandnamens- und Titel-mäßig sind diese Franzosen ja schon mal ziemlich weit vorne, was?
Nach zwei Songs am Anfang des Jahres gibt’s jetzt noch einen elfminütigen Brecher live aufgenommenen, derbe walzenden Sludge-Metal-Fuzzlärms obendrauf.


DEAF KIDS - Configuração Do Lamento
Neu auf Neurot Recordings: Die brasilianische Crust-Metal-Truppe DEAF KIDS, die über die letzten sieben Jahre von einem Soloprojekt mit noisigem D-Beat zu einer Bandformation mit abenteuerlichen Stilideen zu (O-Ton Infotext vom Label:) „Psychedelic Absurdity“ wuchs.
 


DREADNOUGHT - A Wake in Sacred Waves
Post-/ Prog- / (Black) Metal mit Folk- und Jazz-Einsprengseln. Jungspunde aus Colorado, die sich genauso naturverbunden geben, wie sie Klassiker Marke Led Zep und Pink Floyd mögen, um das Ganze zu zeitgemäßem Schöngeister-Metal und „Cascadian“-Kram (WITTR, Panopticon) zu verrühren.
dreadnoughtdenver.bandcamp.com

 
HAEMORRHAGE – We Are The Gore
Man kann es in den OP-Handschuhen drehen und wenden wie man will: Trotz jeder Menge Carcass-Worship-Momente an der Grenze zum Klonen sind HAEMORRHAGE mit ihrem Goregrind ‘ne Marke für sich und machen auch auf ihrem xten Album echt Spaß. 
Keine Hirnchirurgie, aber als das grobschlächtige Metzelblutbad, das es ist, eben doch recht kurzweilig, sofern man die entsprechende Grind-Affinität mitbringt.



THE LUMES - Envy
Das Berliner Label Crazysane etabliert sich gerade als interessantes Sammelbecken für etwas lauter tönende Indie-Bands oder auch Noiserock mit Pop-Appeal.
Das passen THE LUMES aus Rotterdam, die gleichermaßen Vergleiche mit Die Nerven wie den Pixies auf sich ziehen und schon von „Patrick Wagner, Superstar“ (Ex-Surrogat, Gewalt) Lob einheimsen konnten,
dann wohl auch ziemlich gut ins Programm.


NECRO DEATHMORT – Overland
Dass sich das gerne mal über den Tellerrand blickende Label Profound Lore, dem man mit dem “Hipster-Metal“-Etikett eigentlich schon Unrecht tun würde, jetzt auch mal dem britischen Elektronikerduo NECRO DEATHMORT annimmt, verwundert nach Veröffentlichungen von Dälek oder Prurient neben jeder Menge Doom-Bands an gleicher Stelle nicht wirklich. NECRO DEATHMORT passen dort nämlich mit ihren von John Carpenter bis Godflesh und von Postrock über Techno/ IDM bis zu Industrial-Doom-Metal reichendenden Tendenzen  ziemlich gut ins Programm.
Man ist gespannt, was die immer wieder anders klingende Band auf ihrem neusten Album so macht. 



OMOTAI – A Ruined Oak
Die Einflüsse dieser jungen Truppe aus Houston, Texas ziehen sich durch „Thrash, Doom, Sludge, Extreme Metal, Hardcore-Punk und Postrock“, woanders las ich sinngemäß was von „Grindcore mit Noiserock-Kante“.
Äh, ja, das sagt natürlich alles und nix aus. Klingt aber trotzdem erst mal interessant.


 
PRIMITIVE MAN - Caustic
Derbe stampfender Sludge-Drone-Doom mit Noise-Schulterblicken, Black-Metal-Fiesheit, wild-temporeicheren Ausbrüchen nach vorne und Punk-Attitüde gehört ja eigentlich grundsätzlich mit in die eher etwas ungeordnete Schulbade, auf der „sowas ist total mein Ding“ drauf steht.
PRIMITIVE MAN machen derartiges ziemlich gut, aber eben leider auch nicht so überragend oder ungewöhnlich, dass es mich über alle Maße begeistert. Denn zu den Akzenten, die in derartigen Gefilden schon von Anderen etwas interessanter gesetzt wurden, schließen sie dieser Tage nicht wirklich komplett auf, sondern sind eben ‘nur‘ eine ganz gute, zeitgeistige Derb-Doom-Metal-Band. Weswegen mich das Ganze schon mal überraschend kalt lässt, obwohl es eigentlich mein Ding ist…



SLOWLY BUILDING WEAPONS – Sunbird
Das australische Label Art As Catharsis verspricht in Bezug auf diese Truppe “angeschwärzt-experimentellen Düster-Hardcore für Fans von Converge, Oathbreaker und Oranssi Pazuzu“.
Ob es dem gerecht wird? Hören wir mal rein:



SPOTLIGHTS - Seismic
Ursprünglich mal in der Band Sleep Lady aktiv, besteht der Bandkern von SPOTLIGHTS aus einem New Yorker Ehepaar, das sich „Sludgegaze/ Doom-Pop“ auf die Fahne schreibt.
Argumente im Verkaufsgespräch: Übersee konnte man jüngst das Melvins-Publikum als Vorband überzeugen und dieses zweite Album kommt über Ipecac:
 


STREET SECTS - Rat Jacket
Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich ja in das ebenfalls über The Flenser erscheinende Album „End Position“ seinerzeit reingehört, aber so richtig nachhaltig zu beeindrucken wussten mich STREETS SECTS zu der Zeit mit ihrem Industrial-Punk irgendwie eher nicht.
Was man von ihrer aktuellen EP bisher streamen kann ist allerdings scheinbar noch mal 'ne Spur interessanter geworden.



TWELVES – Twelves
Als Inspiration und Vergleich werden Math- und Noiserock-Helden wie Don Caballero und Jesus Lizard angeführt, während man das Debüt dieses Quartetts aus Madison, Wisconsin zu „name your price“-Konditionen herunterladen kann!



WAILIN STORMS - Sick City
Kurzfassung: Amerikanischer Postpunk auf dem polnischen Label, das letztens noch mit einem Unsane-Tributsampler begeisterte.
Beim Ox Magazin ist man hin und weg!



WHEELFALL – The Atrocity Reports
Man muss ihnen lassen, dass die Social-Media-Werbemaschinerie echt rollt, denn irgendwie stolpere ich schon seit ‘nem Jahr oder so echt immer und immer wieder über den Namen WHEELFALL.
Inwieweit sie ihr Ziel, Industrial-Metal wie bei Ministry und Nine Inch Nails damals in die Neurosis-geschulte Moderne zu führen tatsächlich erreichen, das ist so eine Sache.
Ehrlich gesagt finde ich es nach der totalen Stonersound-Übersättigung der letzten Jahre allerdings durchaus erfrischend, sowas auch mal wieder zu hören.



Und sonst noch?
- LO!‘s „Verstigial“ erscheint bei Pelagic Records

- Hells Headbangers hauen 'ne Deluxe-DoLP-Reissue von PROFANATICA's The Enemy of Virtue raus.

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