Dienstag, 5. September 2017

Dieser Tage raus (KW36)

Insgesamt ziemlich „unmetallische“ Woche, in der ich neben einer ganz guten Sludgecore-/ Noiserock-Band, Relapse-Doom und mathrockigen Rereleases vor allem viel Elektronik auf dem Radar habe…
 

THE DITCH AND THE DELTA – Hives In Decline
Nicht gänzlich uninteressant ist der Mittelweg, den THE DITCH AND THE DELTA zwischen Sludge’n’Stoner Metal der Marke Mastodon, Kylesa, Hull und co. und einem etwas skelettierten Sound gehen, der eher was von Post-Hardcore und Noiserock nach Touch-&-Go-Art u.ä. hat (Fugazi, Jesus Lizard, etc.).
Spektakulär ist zwar immer noch was anderes, schlecht aber auch, und irgendwie finde ich es einen netten Kontrast zum übermäßig dröhnig brummenden Fuzz-Doom-Sound, dem man inzwischen auf jedem Dorffest ausgesetzt ist.
Auf Bandcamp scheint es das Ganze schon etwas länger zu geben, physisch kommt’s aber erst diese Woche bei Prosthetic Records raus.



GEODETIC – Cold Lights
Instruments Of Discipline, das Berliner Label für „Experimental/ Techno/ Noise“, kommt diese Woche mit der zweiten EP von GEODETIC aus der Hüfte.
Dabei handelt es sich um eine Soundscapes-lastige Zusammenarbeit des italienischen Experimentalisten Claudio Rocchetti und Jukka Reverberi, auch mit der Postrock-Band Giardini di Mirò und dem Elektroduo Crimea X aktiv.



N400 - Should I Erase You?
Machen wir’s hier auch mal eher kurz: Zur dieswöchigen Veröffenlichungsoffensive von Ohm Resitance gehört auch „Should I Erase You?“ von N400, das vom Label selbst als etwas eingestuft wird, das auch von Justin Broadrick sein könnte.


PERTURBATOR - New Model
Retro-Elektronik, die neben Assoziationen Richtung John Carpenter u.ä. irgendwie auch Rock-/Metal-Spirit mitbringt, ist ja so ein jüngeres  Subgenre-Phänomen, dem ich eigentlich gar nicht mal zu viel Aufmerksamkeit schenke, sieht man mal von den stilistisch eben viel umfangreicher gestrickten und daher nicht komplett in diese Schublade passenden Necro Deathmort ab.
Dass PERTURBATOR tatsächlich beim diesjährigen Roadburn gespielt hat, sagt aber doch einiges über den szenischen Platz aus, dem man derartigen inzwischen schon einräumen möchte. Und da ich ja grundsätzlich für Vielfalt bin…



USNEA - Portals Into Futility
Auch USNEA waren bei mir bisher immer eher so ein bisschen durchs Raster gefallen, weil man dieser Tage einfach mit sehr viel Doom Metal und all seinen Unterkategorien zubombardiert wird, und das Boot an der Front bei mir inzwischen schon so ein bisschen voll ist (auch hier würde der Hashtag „Roadburn“ noch dazu passen).
Da Relapse Records allerdings durchaus für eine gewisse  Grundqualität bürgen, kann man das wohl trotzdem mal teilen.


YOU WILL CHOOSE FIRE – s/t
Ohm Resitance zum zweiten: Nach einer EP nun das Langspieldebüt von YOU WILL CHOOSE FIRE, ein Projekt vom auch als Submerged bekannten Labelbetreiber, das härteren Drum'n'Bass/ Breakcore u.ä. mit Rockband-Charakter fusioniert.
Die Coverversion des abgenudelten Cranberries-Zombie ist allerdings echt mal ein bisschen streitbar.



ZOLA JESUS - Okovi
Das Debütalbum „The Spoils“ fand ich ja seinerzeit (2009) mit dieser nicht ganz alltäglichen Mischung aus unterkühlten LoFi-Industrial-/ Noise-Sounds und fast schon souligem Gesang sehr charmant.
In der Folgezeit holte Nika Roza Danilova alias ZOLA JESUS ihre Musik aus dieser ganz speziellen Nische etwas heraus und postierte sich so gekonnt in Goth-/ Synth-Pop-Gefilden, dass sich Kritiken selbst in der Hipstersphäre überschlugen und 2014 mit „Taiga“ sogar ein Release über Mute Records drin war.
Der Nachfolger erscheint nun allerdings wieder bei Sacred Bones und als interessante Randnotiz sollte man anmerken, dass auch James Kelly alias Wife, ebenfalls bekannt durch Altar Of Plagues darauf mitwirkt.


Re-Releases

CHEER-ACCIDENT - Salad Days: Remastered
CHEER-ACCIDENT - Trading Balloons: Remastered

Bei Skin Graft Records erscheinen „Remastered Re-Releases“ der seit 1981 existenten Chicagoer Indie-Progger CHEER-ACCIDENT, die ursprünglich ’99 und 2000 rauskamen:  „Trading Balloons“, ein 52:22 Minuten langes 1-Track-Album, das ursprünglich nur von der Band in Eigenregie vertrieben wurde, und  „Salad Days“ (s.u.), aufgenommen von Steve Albini.
Diese beiden Alben markieren wohl eine schwierige Phase der Bandgeschichte, nicht zuletzt weil Gitarrist Phil Bonnet zu der Zeit verstarb.



END.USER – Left
Ursprünglich 2008 veröffentlicht, kredenzen uns Ohm Resistance eine Deluxe Edition von END.USER’s „Left“ Album, mit zusätzlichen Versionen und Remixen.
Drum’n’Bass- und Breackore-Freunde wissen Bescheid! 

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