Freitag, 26. Juni 2020

WATA Wonderful World

Würden wir noch in Zeiten leben, in denen hiesige Musikmagazine wie RockHard oder Visions irgendeine breitere Relevanz hätten, dann würde ich hier jetzt zur Einleitung mit Sicherheit erstmal irgendeinen selbstgefälligen Seitenhieb konstruieren, dass sie mal wieder die Großartigkeit einer wirklich großartigen Band wie WE ARE THE ASTEROID nicht raffen.
Dabei kann man es ja schon alleine durch's Namedropping betonen, denn WE ARE THE ASTEROID sind Alternative-Adel: 
Basser Nathan Calhoun war mal bei den Butthole Surfers (sowie Gibby Haynes And His Problem), Gitarrist Gary Chester bei Ed Hall und Drummer Frank Gary Martin bei den Pain Teens, Season To Risk, auf ein paar Helios Creed-Alben dabei und mit Walking Time Bombs aktiv (samt Tribes of Neurot-Kollaboration)!

Ihr selbstbetiteltes Debütalbum, das 2016 rauskam, war echt ziemlich großartig und hatte außerdem ein großartiges Jack Kirby-Gedächtnis-Coverartwork.
Der Stunt, dass sie einen Melvins-/ Flipper-Song, den sie bei einer Handvoll gemeinsamer Konzerte live aufgeschnappt haben, mal eben coverten ohne den Text wirklich zu kennen, war auch ziemlich ulkig. 
Und sie waren letztes Jahr im Flipper-Vorprogramm ebenfalls ganz, ganz großer Spaß!

Das soeben veröffentlichte "WATA Wonderful World" ist Longplayer Nummer #3.



Und man sollte nix zuuu weirdes oder allzu brachiales erwarten, wenn man an WATA rangeht, denn das hier ist in letzter Linie nicht mehr und nicht weniger als einfach nur gute, zeitlose Rockmusik, die allerdings durchaus originelle Frische, sowie einen gewissen Kauz-Faktor ausstrahlt.
Passagenweise tangiert das Trio dabei auch schon mal die Kreuzung zu klassischem Hardrock/ Proto-Heavy-Metal, kriegt dann aber doch immer wieder die Querfeldein-Kurve zu straightem Rotzrock der besten Sorte, Psych-Punk-Anwandlungen und vielleicht sogar sowas wie Grunge, womit ich aber den ursprünglichen, coolen Grunge meine (Mudhoney, Tad...) und keine gen Stadion schielende Middle-of-the-Road-Jammermusik.
Und wenn dann zwischendurch doch mal so ein Weirdo-Nosierock wie 'Email' durch die Albummitte sägt, ist's einfach nur herrlich.
Die letzten beiden Tracks des Albums klingen dann ein bisschen über, aber das macht nix. 

Vielleicht kein Album-des-Jahres-Kandidat, aber als authentische Leftfield-Altherren-Rock'n'Roll-Angelegenheit ist das hier eine wirklich spaßige Sache.

Witzig übrigens außerdem: Der Basslauf im Opener ‘Trilogy‘ klingt, bevor die Nummer dann noch so richtig Fahrt aufnimmt, irgendwie wie ‘ne Kreuzung aus ‘Come As Your Eighties‘ und ‘Waiting Room‘.

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