Mittwoch, 11. Dezember 2019

Young Widows ‎– In and Out of Youth and Lightness (Alben 2010-2019)

Ja, das 2008er Post-Hardcore-/ Noiserock-Teil "Old Wounds" ist/ war noch ’ne ganz andere Nummer und ja, das wieder etwas krachigere "Easy Pain" von 2014 ist ebenfalls seeehr gut, total mein Ding und daher wahrscheinlich sogar das Album der YOUNG WIDOWS, das ich in diesem Jahrzehnt im Endeffekt öfter und dauerrotierender genossen habe als das dazwischen veröffentlichte "In and Out of Youth and Lightness". 
Trotzdem hat mich "In and Out of Youth and Lightness" damals sofort verblüfft als ein Album, das einfach anders, ja, irgendwie was ganz besonderes ist. 

Das Kentucky-Trio mit Mathcore-Wurzeln erging sich hier nämlich auf ein mal in einem etwas abgefeilt-atmosphärischen Postpunk-Stil mit Düster-Americana- und Goth-Folk-Tendenzen. Wovenhand meets Swans in kompakter Powertrio-Version, mit ein bisschen Bauhaus, ein bisschen Fugazi, vielleicht auch einem Hauch von Nick Cave? Irgendwie sowas.

Und mich mit sowas nachhaltig zu begeistern war 2011 rum wohl gar nicht mal so einfach gewesen, da ich zu der Zeit eher auf die Suche nach noch mehr krachendem und dröhnendem abseits profaner Rocksong-Strukturen eingestellt war, aber "In and Out of Youth and Lightness" gelang es direkt, mich zu packen und nicht mehr los zu lassen.
Es bietet Musik, in die man regelrecht eintaucht, in der man verweilt und sich in dem Moment nicht mehr dafür interessiert, wie die Welt rumdrum sich so drehen mag. Delirischer und katharsischer als jedwede Aggressionsrauschmusik. Von einer gewissen stoischen Coolness und doch spannungsvoll-energiegeladen. Die klangfarblichen Töne, mit denen es gezeichnet ist, sind ungewöhnlich. Wie ein Fiebertraum. 
Ein wirklich faszinierendes Teil!

War übrigens schön, sie dieses Jahr dann auch endlich mal live gesehen zu haben, obwohl der Fokus der drei Mitglieder zuletzt nicht mehr so primär auf den YOUNG WIDOWS lag...


 Lieblingsalben des Jahrzehnts?

Keine Kommentare:

Kommentar posten