Donnerstag, 19. Dezember 2019

Årabrot ‎– The Gospel (Alben 2010-2019)

Irgendwie glaube ich ja echt, dass gleichermaßen ziemlich melancholisch, dabei aber auch mittelschwer bekloppt unterwegs sein so ‘ne Sache ist, die nur Skandinavier so richtig können. Reverend Bizarre waren nicht ganz ohne Grund die beste Doom-Band aller Zeiten. 
Die norwegischen ÅRABROT wiederum sind in Noiserock-/ Art-Punk-Gefilden das, was besagte Finnen für den Metal waren: Verschrobenes Experiment geht schon mal genauso wie straightes Abrocken, man ist authentisch mit viel Gefühl dabei und meint das durchaus ernst, kann im Zweifelsfall aber auch eigensinnigen Humor (das Coverartwork der 'You Bunch Of Idiots' EP ist immer noch unglaublich...).

Das 2016er "The Gospel" der seit 2001 aktiven Band verarbeitet unschöne Krankheitserfahrungen, die Mainman/ Sänger/ Gitarrist (und einziges Fest-Mitglied) Kjetil Nernes kurz vorher machen musste.
Was aus diesem Album wiederum eins machte, das nachhaltig hängen bleibt.
"The Gospel" vereint Krach und Melodie (auch im Sinne leicht kitschiger Melancholie), wie es sich heutzutage viele nicht trauen.
Ein Hauch von hartkantigem Industrial schwingt da genauso schon mal mit (Titeltrack), wie man zur Betonung eines bittersüßen Refrains dann auch mal völlig ungeniert begleitendes Pianogeklimper erklingen lässt ('Tall Man'). Dass die Harmonie vom 'I Am The Sun'-Chorus im Endeffekt die gleiche wie bei 'Tall Man' ist ändert nix daran, dass auch dieser Song mega ist und wie einen 'Darkest Day' gegen Ende noch mal extra-krachig und leicht hektisch auf links zieht, das könnte ich mir tatsächlich in Endlosschleife anhören.
Vergleiche? Puh, keine Ahnung. In erster Linie kommen mir bei diesem Album britische Postpunk-Originale wie The Fall, Bauhaus und Killing Joke in den Sinn.

Auf der Gästeliste der irgendwie mitwirkenden stehen übrigens u.a. Drone-/ Doom-/ Art-Metal-Galionsfigur Stephen O’malley of Sunn O)))-Fame und mein alter Lieblingsschlagzeuger Ted Parsons (Ex-Swans/ -Prong/ -Jesu, ...).




Ach ja: Das Nachfolgewerk "Who Do You Love" ist übrigens ebenfalls ganz gut und vor allem dessen Übersong 'Sinnerman' sollte man unbedingt mal gehört haben. 

 Lieblingsalben des Jahrzehnts?

Keine Kommentare:

Kommentar posten