Samstag, 14. Dezember 2019

Altar of Plagues – Teethed Glory and Injury (Alben 2010-2019)

Wenn es nach mir geht, dann bekommt die irische Post-Black-Metal-Band ALTAR OF PLAGUES echt nicht den Credit, den sie verdient hätte:
Das 2009er "White Tomb" ist ein eigentlich schon perfektes Album, das ich in seiner harsch-kalten Hässlichkeit diversen Blackgaze-Säuseleien wie Alcest oder Deafheaven mit klarem Abstand vorziehe, das 2011er "Mammal" war als Album vielleicht nicht ihr bestes, hatte aber dennoch so einiges zu bieten (das epische 'Neptune Is Dead' ist z.B. schon ziemlich geil!) und "Teethed Glory and Injury" war… something else. 
Und dabei tatsächlich auch eine Veröffentlichung, die den einen oder anderen Hörer überfordert hat, denn so mancher Hipster, der zwar bei Wolves In The Throne Room oder Liturgy dabeigewesen sein musste, konnte dann doch mal wieder nicht so richtig die Aufmerksamkeitsspanne aufbringen oder den Schritt aus der Coolness-Komfortzone wagen, um das hier zu raffen...

Ambient-Ansätze und Black Metal-Stilelemente sind hier zwar immer noch gegeben, werden aber von schneidigem Math-Metal-Stakkato, atonalen Schrägheiten, genrefremd anmutenden Sounds und Swans'schen Noise-Flächen, sowie ferneren Arrangement- und Produktionsexperimenten gewaltig durcheinander gewürfelt.
"Teethed Glory and Injury" ist tatsächlich eines der interessantesten und wagemutigsten Extrem-Metal-Alben der Dekade. Von wahren Künstlern statt mäßig inspirierten Karnevals-Klischeereitern und Stilblaupausen-Wiederkäuern, die in Richtung gänzlich eigener Wege abseits jedweder Stromlinienförmigkeit voranschreitend nach den Orten suchten, an denen andere noch nicht gewesen waren. Und sie fanden sie.
"Teethed Glory and Injury" ist für mich („Düster- / Extrem-) Metal, wie er sein sollte: Fordernd, faszinierend, scheinbar abweisend, aber trotz aller vermeintlichen Sperrigkeit irgendwie auch einnehmend, wenn man ihn nur lässt.



Kein Wunder, dass Bandkopf James Kelly die Band hiernach überraschend als weitgehend „abgeschlossen“ bezeichnete. Denn wie will man so ein Statement noch mal fortsetzen?

Eines seiner neueren Projekte namens Bliss Signal, das so’ne Art von Blackened-Drone-Techno fabriziert, ist übrigens auch echt nicht so schlecht!


 Lieblingsalben des Jahrzehnts?

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