Sonntag, 1. September 2019

dESTRUKTIVA XII

Mensch, dESTRUKTIVA, was war das mal wieder herrlich, gestern Abend im AZ Mülheim. Videokunstvorführungen (betont „nicht-narrativ“), Krachmachergeräte-Workshop und natürlich Lärm live on Stage.
KALSARIKÄNNIT eröffneten das Ganze mit einer etwas konzeptlos wirkenden Kombination aus Speedcore-Noise-Techno und Rumgekreische, nuja...

Eine regelrechte Offenbarung ist allerdings danach LUXUL: Mit Violine und Effektgerätekette gibt die blauhaarige Britin eine hochintensive Performance zum besten. Ein verzerrt stampfender Rhythmus, Wände aus harschem Krach, Urschreitherapie und auch Zerstörungswut. Sie zerbricht den Bogen, schlägt gegen ihre ramponierte Geige, brüllt, röchelt und schreit, bis sie wie ein sterbender schwarzer Schwan alles gegeben habend zusammensinkt.
Mega. Einfach nur mega. Wer mal eine Gelegenheit bekommen sollte, sich das anzusehen, sollte es unbedingt tun.
Bei BEST FRIEND MACHINE gab's dann Harsh-Noise-Alarm, bei dem der ganze eigene Körper mitvibrierte. 
Kann man machen!
Ob ich mich damit jetzt irgendwie als Banause oute oder nicht ist mir egal, aber ich sach's mal ganz offen: Auf dem „Co.-Headliner-Slot“ zwischen Noise-Getöse und Industrial-Geschepper muss ich nicht am späteren Abend bei klirrenden Bierflaschen 'ne Lesung von Gaga-Prosa haben. Können Andere aber gerne anders sehen.

Krönender Abschluss mit BEINHAUS! Das Wort muss eine Waffe sein! Die Wiesbadener Band tritt heute außer der Reihe nur als Duo auf und hat mit technischen Problemen zu kämpfen, dafür rekrutiert man allerdings auch mal eben spontan Publikumsangehörige als Metall-Percussionisten. Es weht ein herber Wind früher Neubauten und von Test Debt. in der Luft, mit prägnanten Muttersprachen-Slogans, rummsenden Rhythmen mit EBM-/ leichten Hip-Hop-Vibes, auch mal 'ner interessanten Coverversion und einem Frontman, der wie eine Fernsehmoderator- oder Motivationstrainer-Mischung aus Blixa Bargeld und David Yow rüberkommt, was ich durchaus als Kompliment meine.
Kurzweilige Sache, würde ich mir ebenfalls wieder ansehen!
Und meinetwegen könnte sowas alle paar Wochen stattfinden!
(Nächster Stopp: "Kreative Unruhe" im Duisburger Djäzz!)

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