Freitag, 30. August 2019

Gravity

Auch wenn ich es schon im Juni lobend erwähnt hatte, ist’s mir jetzt noch mal das Einzel-Review wert: HOMEMADE WEAPONS‘ "Gravity" kann echt einfach nur alles!. 
Seit Entdecken bin ich immer wieder zum Bandcamp-Stream des Teils zurückgekommen und habe mir schlussendlich dann auch noch mal eben die bei Samurai Music selbst schon ausverkaufte 3LP bestellt - zusammen mit den drei EPs der grandiosen "Samurai Hannya" Compilation-Reihe des gleichen Labels (auf der HOMEMADE WEAPONS ebenfalls mehrfach vertreten ist).
"Gravity" ist ein faszinierendes Teil. Jeder der zwölf Tracks funktioniert als Statement für sich, das Album fließt allerdings auch als Ganzes wie aus einem Guss. 
Eine ziemlich dustere Grundstimmung ist beim eher minimalistischen Sound immer vorhanden, wenn einem Breakbeat-Konstruktionen um die Ohren knallen, die eine faszinierende Mitte zwischen „fast schon bis ins abstrakte gebrochen“ und „funktioniert das nicht doch auch noch tatsächlich als Tanzmusik?“ finden.
'Constants' rumms-disch-tschackert sich gleich zur Eröffnung komplex und hart wie durch dunkle Höllenwinde. Intelligenter Endzeit-Drum'n'Bass? Die folgende Kooperation mit Torn pumpt wie ein Industrial-Dub; der mit fett akzentuierten Subbässen dröhnende Tribal-Groove von 'Crewcut', auf den immer wieder mal 'ne Schüppe draufgeschmissen und weggenommen und wieder draufgeschmissen wird, ist einfach nur total geil; 'Patrol' wiederum schmeißt mit Helikopter-artigen Breakbeats und wieder mal bedrohlichen Sounds um sich. Auch 'Red Tide' hat so ein bisschen Industrial/ Noise/ Dark-Ambient-Drone in der DNA und kombiniert das mit Rhythmen, die immer straight genug sind um dazu heftig mit dem Körper zu wippen, aber komplex genug um auch verkopftere Musikhörer nie zu langweilen. Ein Track wie 'Svalsat' nimmt zwischendurch schon  mal ein bisschen das Tempo raus, hat dafür aber noch mehr an atmosphärischen Sog.
Und so knallt und rauscht sich das Album von einem coolen Track zum nächsten und ist wirklich einfach nur mega!

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