Freitag, 16. August 2019

Flipper feat. David Yow & We Are The Asteroid @Bielefick

In der Tendenz hätte ich ja nie gedacht, dass dieser Satz in diesem Leben so noch mal über meine Finger kommt, aber: Meine Fresse, war das gestern geil... in Bielefeld.
FLIPPER riefen zur vierzigjährigen Jubiläumstour...

Doch der Reihe nach, denn erstmal WE ARE THE ASTEROID, wie angekündigt pünktlich um 20:00. Denkt dran, bei wem Ihr zum ersten mal was über jene gelesen habt. ;) Denn ich muss Euch echt sagen: Man, war das gut! Allein für die Dreiviertelstunde des Psychedelic-Punk-Powertrios bzw. der Neunziger-Noiserock-Supergroup hat sich's schon gelohnt, nach Ostwestfalen rüber zu gurken. Die Band versprüht Chrome-, Melvins- und Sabbath-Vibes in einem, Basser/ Sänger Nathan Calhoun (war passenderweise auch mal kurz ein Butthole Surfer) ist mächtig bekloppt und Gitarrist/ Sänger Gary Chester (damals mal Ed Hall!) ist die Mensch gewordene Spielfreude. Man steigert sich von 'nem pinky-.floydigem Eröffnungs-Instrumental über abrockende Groover bis zum Heavy-Metal-Smasher, Calhoun rennt  Chester immer wieder mit dem Kopf vor die Brust oder gegen die Schulter und wälzt sich zum Schluss gar noch auf dem Boden, Drummer Frank Garymartin (Ex-Pain Teens / -Season To Risk) stützt das Ganze mit gelegentlichem Vollgas-Alarm auf dem Toms.

Man. war. das. gut. Und megakurzweilig.
Die LPs waren leider schon ausverkauft und die Shirts irgendwie ein paar Euros zu teuer..

Dann FLIPPER! Originale Mitglieder an Gitarre und Drums, aktuell Basser Mike Watt (Minutemen, auch mal Stooges) im Tour-Line-Up und, nun ja... David Yow. Der dann auch die eigentliche Attraktion des Ganzem ist. Yow hat gerade mal ein Textzeile gesungen, da wirft er sich auch schon ins Publikum. Und sucht allgemein mehr Körperkontakt als manchem lieb ist. Lehnt sich zurück auf der Bühne demonstrativ an Boxen oder Wände, wenn er gerade nicht singen muss und inhaliert dabei eine Pulle Astra nach der anderen. Und wirf sich wieder ins Publikum, wuselt Leute, startet selbst einen Pogopit. Zurück auf der Bühne führt er irre grinsend einen Balletttanz auf und rutscht in der selbst verursachten Bierlache aus. Und wirft sich wieder ins Publikum...
Ted Falconi (dicke graue Dreadlocks) malträtiert seine Gitarre derweil auf eine sehr eigenwillige Art hauptsächlich mit dem Rücken zum Publikum, Watt hat entweder gute Laune oder ist generell so'n bisschen irre. 
Der oft eher ins zäh-schleppende driftende Punk der Band, der Äonen an Noiserockern, Grungern und Sludgern beeinflusst hat, macht aber auch für sich tierisch Bock, bevor wir uns missverstehen. 
Das flotte 'Hahaha' verschießt man dabei bereits als zweites und zum Schluss kommt, was kommen muss: Für eine episch ausartende Version von 'Sex Bomb' holt Yow das halbe Publikum zum Tanzen auf die Bühne und liegt selbst schon wieder Backstage, bevor der Rest der Band wirklich mal ein Ende findet.
Zu einer arbeitnehmerfreundlichsten Zeit um ca. zwanzig nach zehn ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei. Und war, meine liebe Freunde, wirklich ganz, ganz, ganz große Rock'n'Roll-Unterhaltung! 

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