Sonntag, 26. Mai 2019

Deliverance

Weil's mir in der Veröffentlichungswoche irgendwie durchging (zu meiner Verteidigung: In dem Zeitraum erschienen als Eisbergspitze des allgemeinen Neuerscheinungen-Wahnsinns nicht nur neue Alben von Saint Vitus, Valborg und Terminal Cheesecake, sondern u.a. auch noch interessanter Lärm von Big|Brave, Yc-cY usw. usw. ...) ist mir das auch mal wieder ein Einzelreview wert: 
Weltenbummler-Künstlerin DANIELLE DE PICCIOTTO hat mit "Deliverance" ein neues Solo-Album raus, bei dem Ihr Ehemann Alexander Hacke (natürlich of Einstürzende Neubauten Fame) an Studioreglern und Bass ein bisschen mit Hand aufgelegt hat.

Wie bei ihren Releases als Duo hackedepicciotto ist das Ganze ganz trocken-analytisch gar nicht mal so einfach abzuheften.
Es pluckert und knistert experimentelle Elektronik, immer wieder ertönt eine Violine, de Picciotto spricht und singt sanft, mal strahlt man etwas meditatives aus und gelegentlich steigert man sich in regelrechten Orchester-Charakter
Manchmal hat das mal mit Ethereal-Pop-Charakter was von Julee Cruise (z.B. 'Dancing In The Rain'), manchmal ist man in gänzlich eigenen Sphären esoterischer Postrock-Balladen unterwegs.
Interessant ist das immer, oft auch schön, in einigen Momenten allerdings auch mal unbehaglich.
Die Reflexionen von de Picciotto, deren Songtexte man auch auf der Bandcamp-Seite lesen kann, reichen dabei von purer Poesie bis zu tagesaktuellem Charakter ('Spring').

Nicht nur der Inhalt ist besonders, sondern auch die Verpackung: Wer sich "Deliverance" ins Plattenregal stellen möchte, der bekommt die LP für €40 in einem Hardcover plus 24seitigem Kunstbuch. Beeilt Euch bei Interesse, denn jetzt gerade sind auf der Bandcamp-Seite von den 150 nur noch im einstelligen Bereich welche übrig.

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