Mittwoch, 17. April 2019

Zehn Jahre White Tomb!

Heute vor zehn Jahren erschien das offizielle Langspieldebüt von ALTAR OF PLAGUES!


 

Für mich war das Teil ja tatsächlich ein ziemlicher Augenöffner bzw. Ohrendurchspüler bzw. irgendwie auch Horizonterweiterer.
Natürlich hatte ich schon von Wolves In The Throne Room gehört (deren "Two Hunters" in Sachen Neuzeit-Black-Metal natürlich das Referenzalbum überhaupt ist) und war darüber dann auch mal auf Weakling gestoßen.
Die irischen ALTAR OF PLAGUES jedoch hatten ihre eigene Herangehensweise an derartiges.
"White Tomb" ist in zwei Hälften unterteilt, die wiederum aus jeweils zwei langen Songs bestehen (der kürzeste der vier ist knapp unter zehn Minuten lang, der längste ein glatter Viertelstünder).
Das mag zunächst etwas konstruiert wirken, allerdings sind diese 50 Minuten Musik wirklich alles, was viele unter "trve" verbuchte Black-Metal-Kasper gerne wären: Inspiriert durch die industriellen Gegenden von Cork City, durch die ein kühler Wind weht, klingt "White Tomb" harsch, bissig, kalt und verzweifelt. Ambient- und Postrock-Tendenzen gibt es, aber im Gegensatz zu Karikaturen-Bands wie Deafheaven wurden diese bei den kantiger tönenden ALTAR OF PLAGUES von Anfang bis Ende nie in Watte eingepackt. Trotzdem ist das Ganze interessant auskomponiert und nimmt einem auch beim x-ten Hören auf eine interessante Reise mit.
Heutzutage ist das Teil vielleicht nicht mehr mein „Go-to-Album“ der Band (dazu folgend noch ein paar Sätze…), aber in einer „Nuller Jahre  Metal-Alben“-Top-10 wäre "White Tomb" wirklich ganz weit oben mit dabei.

Darüber hinaus?
Was bin ich froh, dabei gewesen zu sein, als ALTAR OF PLAGUES bei einem von zwei Sets im Rahmen des von Tom Warrrior kuratierten Roadburn Festival 2010 "White Tomb" komplett am Stück spielten. 

Parallel dazu zeigte sie die "Tides" EP gelungen von einer schleppenden und monotoneren Seite. 
Der Nachfolge-Longplayer "Mammal" war als Gesamtwerk vielleicht nicht ihr zwingendstes Album, allerdings ist der fast neunzehnminütige Opener 'Neptune Is Dead' dabei trotzdem vielleicht sogar ihr bester Song (und 'Feather and Bone' ebenfalls nicht zu verachten).
Mit "Teethed Glory and Injury" folgte 2013 dann aber wohl noch ihr eigentliches Magnum Opus, denn das Teil war und ist nach wie vor something else.  Man hatte die epischen und atmosphärischen Aspekte von „Post-Black-Metal“-Ideen genug ausgereizt und zog auf diesem faszinierenden Album weiter zu etwas, das experimentell und progressiv wirkte, andere Ansätze an sowohl ruhigere als auch sehr krachige Passagen zeigte und irgendwie auch schon mal um die Ecke gedacht anmutete.

ALTAR OF PLAGUES brannten hell und schnell aus, denn kurz nach der Veröffentlichung von
"Teethed Glory and Injury" gab man dann auch schon den „Abschluss“ der Band bekannt.
Man rang sich etwas später zwar trotzdem noch mal zu einer zusätzlichen Abschiedstour (der ich im Berliner Tommyhaus beiwohnte) und einer offen gehaltenen Zukunft durch, aber das Thema scheint durch zu sein.
Die Geschichte geht insofern trotzdem weiter, als dass Drummer Johnny King u.a. auch mit den nicht zu verachtenden Death-/ Black-Metallern MALTHUSIAN lärmt und dann irgendwann auch noch bei den Sludge-Doomern CONAN im Line-Up auftauchte.
A-o-P-Bandkopf James Kelly wiederum macht als WIFE elektronische Musik, die zugegeben irgendwie nicht ganz so mein Ding ist. Er hat jüngst allerdings mit BLISS SIGNAL ferner noch ein wirklich interessantes Projekt gegründet, das zwischen Drone/ Shoegaze/ Ambient-Black-Metal und Industrial-Techno unterwegs ist.

Keine Kommentare:

Kommentar posten