Sonntag, 14. April 2019

Wrong, Coilguns, FYV...

Seit ihrer wilden Show im AZ Wuppertal am Karfreitag letzten Jahres halte ich ja wirklich ganz große Stücke auf COILGUNS und musste natürlich hin, wenn sie auf dem Weg zu Roadburn Festival tatsächlich mal wieder in die Gegend kommen. Im Doppelpack mit den Helmet-Worshippern von WRONG? Coole Sache!

Zunächst muss man allerdings erstmal die Abschiedsshow des Local Supports FOREVER YOUNG VICTORIA hinter sich bringen, die bei sich in Grenzen haltendem Andrang schon mal direkt einen ganzen Tacken später auf die Bühne des Essener Café Nova gehen, als ursprünglich angekündigt.
Und auch wenn ich es ja gerne diplomatisch ausdrücken würde, nützt es alles nichts, dass das Ganze mal wieder irgendwie nur schwer erträglich war. Gelegentliche coole Riffs und gute Ansätze, die tatsächlich auch schon mal etwas komplizierter lärmen, rahmt die Band in einfallslosem Moshcore-Gethrashe ein. Der Basser – mit Funksender statt Kabel – spaziert beim Spielen immer wieder bis in den Vorraum und tritt und schubst sich dabei auch noch immer wieder im Vorbeigehen gegenseitig mit einem Kumpel im Publikum und man fragt sich dann ja schon irgendwann augenverdrehend nur noch, was der Kindergarten eigentlich soll. Aber hey, Jungs... Hauptsache, Ihr hattet Euren Spaß...
Wie's richtig geht zeigen danach die Schweizer COILGUNS. Ihre Musik hat genauso dreckigen Punk-Rotz wie clevere Mathcore-Tendenzen in der DNA, während die actionreiche Darbietung von Frontmann Louis Jucker auf eine verstrahlt-wahnsinnige Art und Weise schon regelrecht an Performance-Kunst vorbeischrappt. Er taumelt, stolpert, robbt und kriecht durch den Publikumsraum, schnürt Teile der Crowd in seinem Mikrokabel ein, schraddelt gelegentlich auf einer zusätzlichen Gitarre rum und gibt dem Ganzen so eine anarchistisch-chaotische Aura, wie sie dieser Tage wirklich nur sehr wenige Bands haben.
Zudem ist die Musik dann halt auch noch nicht nur wild und brachial, sondern dabei tatsächlich auch noch verhältnismäßig originell und ich bin wirklich sehr gespannt aufs nächste Album, das schon im Kasten ist und im Herbst kommen soll.
Ich fands jedenfalls wieder mal einfach nur super!

Direkt danach will man als Band eigentlich nicht auf die Bühne müssen, da man nur noch verlieren kann, aber WRONG wagen das Unterfangen.
Sieht man von ein paar noch aggressiveren Ausreißer-Parts ab klingen jene halt ein bisschen – und das meine ich jetzt tatsächlich als weitgehend wertfreie Feststellung – als würden sie über einen Großteil des Sets immer wieder den gleichen Helmet-Song nachahmen. Genau das machen sie halt tatsächlich ziemlich gut und mitreißend, sieht man jetzt mal davon ab, dass Gitarrist und Shouter Eric Hernandez (Ex-Kylesa-Drummer/ -Basser) arg heiser ist.
Da im Café Nova Punkt 23:00 Schluss mit Livemusik-Krach sein muss, zeigt der Drummer nach einer halben Stunde Spielzeit, als es so weit ist, auf die Uhr an der Seite der Bühne und das war's dann auch schon.
Vielleicht das nächste mal die Vorband nicht erst so spät anfangen lassen, liebe Konzertorganisatoren?
Macht auf der anderen Seite aber wohl auch nicht wirklich was, denn 1.) reichte mir persönlich das Ganze für eine halbe Stunde durchaus schon aus (was ich wiederum nicht mal negativ meine) und 2.) wurde es dann irgendwie schnell noch leerer als es eh schon war (echt jetzt, Essen?), während zwischenzeitlich auch mal kurz Bollo-Kung-Fu angesagt war (echt jetzt, Essen?).
Müde, so müde...

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