Montag, 8. April 2019

Swamped and Agitated! (Young Widows, Heads)

First World Problems mal wieder: Wenn ich zum Exile on Mainstream Jubiläumsfestival nach Leipzig fahre, verpasse ich den NRW-Gig der YOUNG WIDOWS? Na, dann halt noch zwei Tage früher gen Osten losfahren, um die Band in Berlin zu sehen, denn das lässt sich dann ja auch nett verbinden und ich komme ausnahmsweise auch mal wieder richtig vor die Tür ...
Man wähnte die YOUNG WIDOWS nämlich irgendwie schon so halb in der Auflösung, zumal Gitarrist/ Sänger Evan Patterson auch mit seinem Soloprojekt Jay Jayle und als Mitmusiker von Emma Ruth Rundle beschäftigt und Basser Nick Thieneman mit Fotocrime ebenfalls ganz gut unterwegs ist, also sollte man das eher seltene Vergnügen mitnehmen, wenn man sie schon sehen kann...
Als Vorband gehen die musikalisch durchaus etwas ähnlich gearteten HEADS. ca. 21:35 auf die Urban Spree Bühne (auf 'nem Dienstach...). 
Von denen gefiel mir das erste Album ja ehrlich gesagt doch einen ganzen Tacken besser als das aktuelle, faszinierend ist an ihrer allgemeinen Dynamik allerdings, wie die Musik mit einer gewissen Schwere regelrecht stoisch im Raum steht, anstatt sich zu bewegen, obwohl die Vocals es fast schon ein wenig Richtung Grunge rücken. 
Super passendes Vorprogramm jedenfalls!
Dann endlich mal YOUNG WIDOWS live! Meine Angst vor einer vielleicht nicht so sinnigen Setlist, zumal ihr letzter Release eine insgesamt nicht ganz so bestechende Resteverwertungs-Compilation war, war völlig unbegründet. Die ersten zwei Drittel des Gigs dominiert Material vom sehr guten aktuellem Regulär-Album "Easy Pain", das eine ziemlich coole Schnittmenge aus dunkel-atmosphärischen Gothrock-Vibes und eckig-schroffer Noiserock-Kante gefunden hat.
Gegen Ende wird’s dann noch krachiger, denn der "Old Wounds"-Opener "Took a Turn" rumpelt los und man landet am Ende natürlich im nahezu epischen Finale von "Swamped and Agitated", was dann auch genau der Song ist, den man von den YOUNG WIDOWS als Schluss-Ausrufezeichen gerne hören möchte...
Man lässt sich allerdings tatsächlich auch noch mal zu einem Zugabe-Song zurück auf die Bühne bitten. Wär' einerseits nicht mal möglich gewesen, da man allerdings andererseits einen eher kurz und knackig auf dem Punkt gehaltenen Set performte, doch auch irgendwie gar nicht mal so unangebracht. 1-2 Songs mehr hätten es ja dann vielleicht doch durchaus sein dürfen.
Ansonsten gibt’s aber nix zu meckern und es war wirklich schön, sie ja dann in diesem Leben tatsächlich doch noch gesehen zu haben.
Geile Rhythm Section übrigens.

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