Donnerstag, 18. April 2019

Revanche

Und auch noch mal eben ein paar Worte zum „Comeback-Album“ von GORE, das seit ein paar Wochen über Exile on Mainstream Records ausschließlich im LP+CD-Doppelpack (= nicht als Stream o.ä.) erhältlich ist:
Vielleicht ist es ja an dieser Stelle gar nicht mal so verkehrt, dass ich GORE‘s 1992er Doppel-CD "Lifelong Deadline" bis heute gar nicht wirklich gehört, sondern mir bei der Aufarbeitung der wegweisend visionären Instrumental-Krachmacher bisher nur ihre 80er-Alben "Hart Gore", "Mean Man's Dream" und "Wrede" ins Plattenregal gestellt hatte...
 

Für "Revanche" ging das niederländische Trio nämlich (nach zwanzig Jahren Pause wieder in der damaligen "Gore III"-Besetzung zusammen) noch mal zurück zum überambitionierten "Lifelong Deadline", dampfte das 2CD-Material, sich aufs wesentliche konzentrierend, neuarrangiert und reinterpretiert auf eine LP-Länge zusammen, spielte Teile (?) neu ein, verpasste dem Ganzen einen neuen Mix (von Terry Date, der den Metal-Sound der 90er nicht unbeträchtlich mitprägte) und ein Vinyl-taugliches Mastering.

Wollte ich überkritisch sein, könnte ich natürlich was davon faseln, dass hier einiges irgendwie so ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirkt. Angefangen vom nicht wirklich ästhetischen, sondern nach Amateur-Manga aussehendem Coverartwork, über den in meinen Ohren ja doch einen Hauch gekünstelt wirkenden Sound, bis dahin, dass - im Gegensatz zu den wesentlich erdiger und ungestümer Richtung Noiserock/ Sludge krachenden Frühwerken von GORE - das metallischere Songmaterial von "Revanche" was irgendwie leicht „steifes“ hat.
Vielleicht liegt eini
ges davon bei diesem Release aber auch einfach nur in der Natur der Sache.
Fakt ist nämlich auch: "Revanche" lief bei mir über die letzten Wochen dennoch wirklich andauernd. Instrumental-Metal, der so einen Hauch, aber eben auch nicht zu weit in proggige neigt, ist wohl auch irgendwie einfach so ein bisschen mein Ding (und im Grunde genommen schon immer gewesen).

Hier stampfen und hämmern hartkantige Drumbeats, rumpelt ein breit verzerrter Bass, braten dicke Metal-Riffs, dudeln interessante Leads niemals vorhersehbar, gehen aber dennoch gut rein. Die Band bollert, ballert und groovt als geschlossene Einheit, hält immer wieder an und rollt immer wieder weiter.
"Revanche" ist in dieser kompakten Form ein wirklich sehr viel Spaß machendes Gesamtwerk derber Gitarrenkrachmusik, in der genauso Köpfchen steckt, wie sie mit dem Kopf durch die Wand geht (jaja, Plattitüden, ich weiß...).

Gibt’s demnächst dann auch noch mal was „richtiges neues“? Ich hätte Bock! Bis dahin rotierte "Revanche" allerdings mit Sicherheit nicht zum letzten mal auf dem Plattenteller...


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