Mittwoch, 20. März 2019

Sumac, Baptists, Endon…

Ach ja… kurzes Resümee noch mal eben dazu, dass ich mir am vergangenen Donnerstag im Dortmunder Junkyard SUMAC, BAPTISTS und ENDON angesehen habe, weil mir zum Feierabendentertainment schwer nach Bier bei Live-Krachmusik war, als sich eine bis dahin ziemlich nervige Woche ihren Ende näherte…:
Die japanischen ENDON mal live zu sehen und zu hören war durchaus interessant, denn dabei wurde mir dann auch klar, warum von Konserve bisher nicht so richtig mit ihnen warm wurde: Die Band besteht aus Frontmann, Drummer, Gitarrist und gleich zwei Mitgliedern, die mit Tasten, Knöpfen und Touchpad Noise-Getöse und -Gebrumme machen. Man exerziert an der rockmusikalischen Basis gekonnt verschiedene Ideen durch – Schubladisierende Assoziationen wie Grind, Black Metal, Post-HC und Metalcore kommen einem dabei alle zwischendurch mal, passend dazu macht der Shouter auch alles von tiefen Grunts bis zu hohem Gekeife – welche dann durch die Japanoise-Zusätze mitunter im allgemeinen Krach zu einem ziemlichen Noise-Metal-Inferno verschwimmen.
Interessanter Genre-Crossover also, der live dann auch auf einmal Sinn machte, dessen Halbwertzeit ich allerdings trotzdem irgendwie ein bisschen anzweifel‘.

 
Die BAPTSTS wiederum entpuppten sich mit einem knackig-kurzen Knüppel-Set als kurzweilige Sache. Die Band hat so eine Stoner-Slacker-Aura, spielt trotz Sludge-Schlagseite allerdings eher sowas wie metallischen Rumpelcore mit D-Beat-Passagen. Komischer Fontmann irgendwie, so wie er da etwas semimotiviert über die Bühne tänzelt, aber für ’ne halbe Stunde Geballer war das wie gesagt schon recht kurzweilig (auch wenn ich mir jetzt kein Album von denen kaufen müsste).
Der Drummer konnte gleich sitzen bleiben, denn er spielt ja auch bei SUMAC mit. Jene wachsen bei mir! Ich hab’s schon mal gesagt und sag’s auch mal wieder: Ich bin ja einfach nicht der allergrößte Fan von Aaron Turner (Isis etc.). Irgendwie fehlt seiner Musik in meiner Wahrnehmung wohl oft so eine gewisse Tiefe, die ich brauche, ich kann es aber auch nicht wirklich besser ausdrücken.
SUMAC wussten an diesem Abend aber passagenweise noch mal ein ganzes Stück als sonst schon mal zu gefallen. Der handwerklich durchaus beeindruckende und passagenweise immer wieder mal nicht uninteressante Lärm der Band ist in den Momenten am besten, in denen er wie Chaos mit Methode anmutet. Das Ganze sägt und klöppelt sich durch eine schwer zu definierende Niemandslandschaft, die man genauso als Hardcore  wie auch als Noiserock wie auch als Death Metal bezeichnen könnte. Letzteres u.a. wegen der Grunzerei von Turner, die ich etwas variationsarm und flach finde. Mit einem anderen Vocal-Style wären SUMAC vielleicht wirklich noch cooler. Irgendwie ambivalent-faszinierend ist für mich auch, dass ich das, was das Trio so an Krach und Geknüppel auffährt in Moment immer wieder mal ansprechend finde, in seiner Gänze dann aber wiederum doch etwas nichtssagend.

Am kommenden Samstag in Berlin wird übrigens Caspar Bötzmann dazu stoßen, mit der Band gemeinsam zu musizieren. Irgendwie macht das Sinn, auch wenn SUMAC für mich immer noch nicht so hundertprozentig Sinn machen…

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