Sonntag, 31. März 2019

Disturbance

Ist mir dann doch auch mal eine ausführliche Rezension wert: Etwas mehr als zwanzig Jahre (!) nach dem letzten Album "Tactics For Evolution" mit anschließender Bandauflösung gibt’s mit "Disturbance" tatsächlich ‘ne neue der britischen Industrial-Urgesteine TEST DEPT.

Und das Stichwort „Industrial“ darf man an dieser Stelle dann jetzt mal wieder nicht mit irgendwelchem Billigtechno-Unrat aus der Gothdisco-Rotation verwechseln, auch wenn diese Assoziation naheliegen mag…
TEST DEPT (manchmal auch mit Punkt oder als "Department" ausgeschrieben) stellten sich Anfang der 80er in die britische Tradition solcher Krachmacher und Performance-Künstler wie Throbbing Gristle und ihrem Label Industrial Records, Frühwerken von Cabaret Voltaire, SPK usw. (empfehlenswerte Doku: Industrial Soundtrack For The Urban Decay).
Ähnlich wie z.B. auch die Neubauten (und im Laufe der Zeit teilweise sogar mit ihnen) hämmerten TEST DEPT bei ihrer Musik auf Metallschrott rum, machten Lärm mit schweren Elektrowerkzeugen und ähnliches, trieben den maschinellen Aspekt dabei dann sogar noch etwas weiter, genauso wie die visuellen Showelemente ihrer Auftritte.
Über die Neunziger nahm der Sound der Band, parallel zu dem einiger ihrer Peers, dann technoidere Züge an, besonders an TEST DEPT war allerdings immer, dass sie eine sehr sozio-politische (auch aktivistische) Gruppierung waren und blieben. 


Vor ein paar Jahren kamen Graham Cunnington und Paul Jamrozy, zwei von insgesamt fünf ursprünglichen Kernmitgliedern, bei der Beschäftigung mit Altmaterial und Wiederveröffentlichungen zu dem Schluss, vielleicht eben doch noch nicht alles gesagt zu haben, und fingen sogar an wieder live zu spielen, Maschinenfest in Oberhausen inklusive. 

Pic by Carsten Stiller
(Nicht ganz uninteressant übrigens: Zu den neuzeitlichen Mitmusikern gesellt sich u.a. Schlagzeugerin Zel Kaute, die man von der sehr coolen Stoner-Rock- meets- Afrobeat-Band VŌDŪN kennt!)

Und dann wurd’s Zeit für ein neues Album: Sie nahmen dafür übriggebliebene Ansätze von damals, die ihnen ihre jüngeren, wilderen Ichs hinterlassen hatten und hievten sie in die Neuzeit, in der gesetztere und weisere alte Männer, die aber nach wie vor dennoch Wut im Bauch kennen, der rohen Energie eigener Frühwerke ein aktuelles Sound-Upgrade gaben.



Zugegeben: Ein paar Passagen muten nach einem in die Jahre gekommenen EBM-Sound an, andererseits erinnern eben diese mich auch so ein bisschen an weitere Stiletikett-Altmeister wie Foetus oder Laibach (allein der Opener 'Speak Truth To Power' mit seiner Kombination aus hip-hoppigem Rhythmus und Konservenorchesterfragmenten), zumal es bei TEST DEPT eben da auch nicht aufhört, sondern erst anfängt.
Alles, was daran etwas altbacken anmuten mag, kann man mit dem „die sind halt nicht nur alt, sondern gehören zu den Stilpionieren von derartigem“-Argument relativieren.
Technoide Stampfer mit irgendwie schon wieder erfrischend unmodernem Vibe gibt es dann genauso zu hören
('Landlord', 'Full Spectrum Dominance') wie Tracks, die schon was von jazzigen Klangexperimenten haben ('Debris').
Synthie-Sequenzen blubbern und Metall-Percussion scheppert. 

Gerade auch die Tatsache, dass "Disturbance" ein Album mit gewisser stilistischer Breite ist, hält das Ganze interessant. 
Die LP endet übrigens auf eine Endlosrille, wovon ich wenn’s passt irgendwie immer so’n bisschen Fan bin.
 


Und thematisch? Man nimmt sich im heutigen Rechtsruck-, Brexit- und Fake-News-Zeitalter natürlich entsprechende Inhalte vor. Nicht nur im Vereinigten Königreich drückende Themen wie Immobilienwucher und salonfähige Xenophobie werden angeschnitten, sondern dabei scheint auch noch Platz für introspektives und Hoffnungsschimmer zu sein.
Und diese Band, die von den Thatcher-Jahren geprägt wurde, liefert mit ihrem Quasi-Proto-Cyberpunk tatsächlich einen adäquaten Soundtrack dafür ab.

Freitag, 29. März 2019

JK Flesh und kein Ende mehr...

Auf dem Endspurt des Monats kamen übrigens gleich noch zwei Splits mit JK FLESH Beteiligung und weiteres von Justin Broadrick's technoidem Soloprojekt raus…

JK FLESH / KLASKA - Halved. EP
25.03. | Avalanche Recordings 
Die JK FLESH Tracks auf dieser Split sollen als Fortsetzung zum "New Horizon" Album einem "Mutant Outsider Psychedelic Industrial Techno"-Pfad folgen.
KLASKA wiederum ist Kevin Laska aus dem Ramleh-Umfeld (auch Transitional und Novatron), der hier Club-tauglichen Techno zwischen EBM-Einflüssen und Sounddesign-Akribié bietet.
 
GOTH-TRAD / JK FLESH - Knights Of the Black Table
21.03. (CD Version, Bandcamp im April) | Daymare
Auf dieser Split hat sich JK FLESH dem "Slow Motion Industrial Dread Techno" unterhalb von 100 BPM verschrieben.
Über den japanischen Elektromusik-Produzenten GOTH-TRAD, der die andere Hälfte der Veröffentlichung stellt, weiß ich allerdings nicht wirklich irgendwas interessantes außer das Stichwort "Dubstep" und dass er außerdem noch mit einer Band namens Eartaker aktiv ist.


Einen weiteren aktuellen JK FLESH Track findet man dann ferner übrigens auch noch auf der "Berghain 09" Compilation, neben Loops von Merzbow, Musik von Genesis Breyer P-Orridge und irgendwas mit Prurient!  

Und die mit Harsh-Noise-Zusätzen experimentierenden Grindcoreler FULL OF HELL, deren neues Album im Mai über Relapse kommt, haben gerade einen Track im JUSTIN-BROADRICK-Remix als Flexidisc übers Decibel Magazin draußen, den man sich auch via Soundcloud geben kann:

Mittwoch, 27. März 2019

Narrenschiff: Nostromo zurück!

Alter, was?! NOSTROMO sind zurück?! Haben gerade 'ne neue EP draußen und mir sacht keiner Bescheid?!
Ziemlich durch Zufall stolperte ich nämlich soeben darüber, dass eine Band namens NOSTROMO diesen Monat eine Veröffentlichung namens "Narrenschiff" raus hat.
Und bei verblüfftem genaueren Hinsehen stelle ich dann fest, dass es sich tatsächlich um die eigentlich 2005 mal aufgelösten Schweizer NOSTROMO aus dem Umfeld solcher Bands wie Knut und Mumakil handelt, deren 2002er "Ecce Lex" ja wirklich eines meiner absoluten Lieblingsalben in Sachen eigenständiger Hard-/ Metal-/ Math-/ Grindcore ist.




Und auch "Narrenschiff" strahlt irgendwo zwischen Nasum und Meshuggah gleichermaßen Muskelkraft wie Köpfchen aus, funktioniert auch 2019 trotz meiner aktuellen Metal-Müdigkeit und allgemeinen Bollocore-Antipathie tatsächlich ziemlich gut und ist endlich mal wieder ein Ballermusik-Werk, auf das ich so richtig Bock habe, denn hier passt einfach alles. 
Dass NOSTROMO anno 2019 ein bisschen "breitbeiniger" klingen als ich sie von zuletzt in Erinnerung hatte, dass man eigentlich ja doch mehr metalcoreig groovet als grindig ballert, dass man heutzutage eben doch ein bisschen nehr Meshuggah als Nasum ist... das macht alles nix, denn sie tun das mit so einem gewissen Weirdness-Faktor, der einfach nur herrlich ist.
Welcome back, guys!

[Edit: Später veröffentlichten 'Taciturn' Videoclip noch nachträglich hinzugefügt.]

Montag, 25. März 2019

Total Dump

Bei ersten Anzappen wollte ich es ja irgendwie erst nicht so gut finden, kam dann aber doch noch 1-2 mal zum Bandcamp-Stream zurück und habe mir die neue SOFY MAJOR schlussendlich sogar doch noch auf Vinyl bestellt…


Dass "Total Dump" passagenweise verhältnismäßig poppig ausgefallen ist – gleich der eröffnende Titeltrack z.B. spannt den gesanglichen Melodiebogen mit ganz schön praller Kurve das hatte mich wohl erst etwas auf dem falschen Fuß erwischt. Denn die Franzosen wurzeln ja eigentlich in etwas kernigeren Post-Hardcore-Gefilden und sind mit dem Brachial-Noiserocker-Klan von Unsane und Pigs verbandelt, dessen Dave Curran das Album übrigens auch produziert hat. In dem Moment hatte ich aufgrund allgemeiner Vorliebe für’s deftigere aber wohl einfach nur leicht verdrängt, dass schon der Vorgänger "Waste" (man erkennt ein Muster…) eigentlich auch schon ein relativ melodisch-punkrockiges Album war und die amerikanische Quasi-Schwesterband Pigs, sowie wiederum deren Vorgängerband The J.J. Paradise Players Club (später einfach nur noch Players Club) derartige Tendenzen hier und da auch schon immer hatten.
Und im Vergleich zu "Waste"
das zwar gut auf dem Punkt gehalten war, dabei aber gerade auch gesanglich doch etwas neben der Spur brummte – haben SOFY MAJOR hier echt in mehrerlei Hinsicht gut zugelegt. Denn "Total Dump" tönt nicht nur auf dem Vocal-Sektor gelungener, sondern brät und poltert trotz aller Gradlinigkeit auch ansonsten ein bisschen ausgeklügelter und interessanter als der Vorgänger daher.
Und ja, diese Kombination aus grobkantigem Rumpelsound-Geriffe à la Unsane und dem wie gesagt hier und da schon ins regelrecht poppige driftenden Klargesangsgeschmetter kann man beim ersten Hinhören durchaus irgendwie etwas seltsam gegen den Strich gebürstet finden.
Vielleicht isses aber auch gerade deswegen sowas wie das kontrastreiche Sommeralbum, von dem man bis eben noch gar nicht wusste, eigentlich drauf gewartet zu haben...



Kam auf dieser Seite des Globus über das altehrwürdige polnische Label Antena Krzyku und Übersee bei den ebenfalls sehr geschmacksicheren Corpse Flower Records raus.

Donnerstag, 21. März 2019

25 Jahre Far Beyond Driven

Kann man ja auch mal erwähnen: PANTERA’s "Far Beyond Driven" ist heute ein Vierteljahrhundert alt! 
Sieht man jetzt mal davon ab, dass die Vorgängeralben "Cowboys from Hell" (1990) und natürlich der Game-Changer "Vulgar Display of Power" (1992) die klar besseren und runderen Werke sind, hat FBD wohl schon allein deswegen eine gewisse Signifikanz in meinem Musiknerd- und Metalfan-Leben, weil die Band damals irgendwie allgegenwärtig war und die Videosingles "5 Minutes Alone", "I'm Broken", sowie sogar der psychedelische Sabbath-Coversong "Planet Caravan" in den damaligen Spartensendungen von MTViVa dauerrotierten. 



Was "I'm Broken" und "5 Minutes Alone" damals wie heute eigentlich auszeichnete sind schwach-stumpfe Strophen und starke Refrain-Riffs.
Starke Strophen hatte dafür "Becoming": Mit dieser Kombination aus Quietschriff und unglaublicher Doublebassdrum-Arbeit der eigentliche Star des Albums.
Der Opener "Strength Beyond Strength" ballerte ebenfalls mit einem gewissen Wahnwitz und irgendwie war ich damals der einzige meiner Peers, der besonders von "Hard Lines, Sunken Cheeks" angetan war, einer etwas auskomponierteren Nummer mit doomigen Parts und rasanten Doublebass-/ Stakkato-Riff-Massakern. 




"Far Beyond Driven" ging allerdings als das Album in die Genre- und Band-Geschichte ein, bei dem sich PANTERA etwas in dem Versuch verzettelten, noch deftiger zu tönen, denn an einigen Stellen blieb der Song dabei etwas auf der Strecke. 
Der eigentlich sogar noch zerfahrenere und wahnsinnigere Nachfolger "The Great Southern Trendkill", der unter Spannungen innerhalb der Band litt und dann wirklich sowas wie eine noch härtere Antithese zu potenziellem Stadion-Metal war, kam in seiner krassen Kaputtheit und kompromisslosen Konsequenz dann ja irgendwie sogar noch interessanter und destruktiver als FBD daher. Zu dem Zeitpunkt waren PANTERA wirklich zugleich sowas wie chaotische Rock’n’Roll-Proleten und eine Band mit dem kreativen Willen, das machbare ganz ohne kommerzielles Kalkül weiter auszuloten…
Und selbst das finale PANTERA-Album "Reinventing the Steel", das sie zum Schluss noch mal einen ganzen Tacken versöhnlicher, zugänglicher und eigentlich vor allem um sich selbst drehend zeigte, ist das irgendwie rundere Hörvergnügen als "Far Beyond Driven".

Ändert allerdings nix an folgendem: Höre ich heute einen Song von "Far Beyond Driven", denke ich unweigerlich an Mittneunziger-Sommer, in denen ich halblange Jam-Hosen mit Metalband-Logos trug und meine ersten eigenen musikalischen Gehversuche mit dilettantisch-metallischen Provinzrumpeltruppen startete, bei denen man im Keller irgendeines Bandmitglied-Elternhauses eher schlecht als recht was von Metallica, Megadeth, Rage Against The Machine, Sepultura oder eben tatsächlich auch schon mal PANTERA anspielte, bis ein Nachbar das Ganze nicht mehr mitmachen wollte. Zeiten, in denen man sein knappes Ferienarbeitsgeld für ein paar wenige CDs pro Quartal ausgab, die man dafür dann allerdings rauf- und runterhörte, während man andere von Kumpels auf Tape überspielt bekam. Man las Musikmagazine und nahm Sonntagnachts „MTV’s Headbanger‘s Ball“ und Mittwochabends Viva’s „Metalla“ auf VHS auf, um am nächsten Nachmittag nach der Schule davor zu sitzen und sich im Wohnzimmer headbangend an sowas wie "5 Minutes Alone" oder "I'm Broken" zu erfreuen oder über "Planet Caravan" zu wundern…


Neue Songs kurz notiert (Pig Destroyer, Low Dose)

1.) Nach ihrer Flexi-Disc für das Decibel-Magazin (auch bei Soundcloud) haben PIG DESTROYER jetzt auch noch 'ne neue Digital-Single via Adut Swim draußen: https://www.adultswim.com/music/singles-2018/31

 2.) Von LOW DOSE, die sich aus allen drei Mitgliedern, die zuletzt Fight Amp bildeten und der Sängerin/ Gitarristin der ebenfalls aufgelösten Legendary Divorce zusammensetzen, kann man sich eine Woche vorm Release ihres Debütsalbums (Bandcamp / siehe Monatsübersicht) einen Eindruck in Form einer Live-im-Radiostudio-Session verschaffen. Es gibt einen Song auch als sehenswerten Video-Mitschnitt und eine Konservierung des Ganzen bei Soundcloud:

Mittwoch, 20. März 2019

Sumac, Baptists, Endon…

Ach ja… kurzes Resümee noch mal eben dazu, dass ich mir am vergangenen Donnerstag im Dortmunder Junkyard SUMAC, BAPTISTS und ENDON angesehen habe, weil mir zum Feierabendentertainment schwer nach Bier bei Live-Krachmusik war, als sich eine bis dahin ziemlich nervige Woche ihren Ende näherte…:
Die japanischen ENDON mal live zu sehen und zu hören war durchaus interessant, denn dabei wurde mir dann auch klar, warum von Konserve bisher nicht so richtig mit ihnen warm wurde: Die Band besteht aus Frontmann, Drummer, Gitarrist und gleich zwei Mitgliedern, die mit Tasten, Knöpfen und Touchpad Noise-Getöse und -Gebrumme machen. Man exerziert an der rockmusikalischen Basis gekonnt verschiedene Ideen durch – Schubladisierende Assoziationen wie Grind, Black Metal, Post-HC und Metalcore kommen einem dabei alle zwischendurch mal, passend dazu macht der Shouter auch alles von tiefen Grunts bis zu hohem Gekeife – welche dann durch die Japanoise-Zusätze mitunter im allgemeinen Krach zu einem ziemlichen Noise-Metal-Inferno verschwimmen.
Interessanter Genre-Crossover also, der live dann auch auf einmal Sinn machte, dessen Halbwertzeit ich allerdings trotzdem irgendwie ein bisschen anzweifel‘.

 
Die BAPTSTS wiederum entpuppten sich mit einem knackig-kurzen Knüppel-Set als kurzweilige Sache. Die Band hat so eine Stoner-Slacker-Aura, spielt trotz Sludge-Schlagseite allerdings eher sowas wie metallischen Rumpelcore mit D-Beat-Passagen. Komischer Fontmann irgendwie, so wie er da etwas semimotiviert über die Bühne tänzelt, aber für ’ne halbe Stunde Geballer war das wie gesagt schon recht kurzweilig (auch wenn ich mir jetzt kein Album von denen kaufen müsste).
Der Drummer konnte gleich sitzen bleiben, denn er spielt ja auch bei SUMAC mit. Jene wachsen bei mir! Ich hab’s schon mal gesagt und sag’s auch mal wieder: Ich bin ja einfach nicht der allergrößte Fan von Aaron Turner (Isis etc.). Irgendwie fehlt seiner Musik in meiner Wahrnehmung wohl oft so eine gewisse Tiefe, die ich brauche, ich kann es aber auch nicht wirklich besser ausdrücken.
SUMAC wussten an diesem Abend aber passagenweise noch mal ein ganzes Stück als sonst schon mal zu gefallen. Der handwerklich durchaus beeindruckende und passagenweise immer wieder mal nicht uninteressante Lärm der Band ist in den Momenten am besten, in denen er wie Chaos mit Methode anmutet. Das Ganze sägt und klöppelt sich durch eine schwer zu definierende Niemandslandschaft, die man genauso als Hardcore  wie auch als Noiserock wie auch als Death Metal bezeichnen könnte. Letzteres u.a. wegen der Grunzerei von Turner, die ich etwas variationsarm und flach finde. Mit einem anderen Vocal-Style wären SUMAC vielleicht wirklich noch cooler. Irgendwie ambivalent-faszinierend ist für mich auch, dass ich das, was das Trio so an Krach und Geknüppel auffährt in Moment immer wieder mal ansprechend finde, in seiner Gänze dann aber wiederum doch etwas nichtssagend.

Am kommenden Samstag in Berlin wird übrigens Caspar Bötzmann dazu stoßen, mit der Band gemeinsam zu musizieren. Irgendwie macht das Sinn, auch wenn SUMAC für mich immer noch nicht so hundertprozentig Sinn machen…

Letztens im Plattenladen...

Äh, ja...

Montag, 18. März 2019

Nullhundertsechzig und ich kaufe ein Vokal

Warum ich BLCKWVS (in einigen Kreisen auch liebevoll als "Bckwrst" verhohnepipelt) sehr schätzte: Sie haben ihren ganz eigenen Sound und Stil!
Sowas wird vielleicht auch über Andere gesagt, aber auf BLCKWVS trifft es halt wirklich zu.
Und ja, Instrumental-Musik zwischen Postrock-Klangmalerei und dreckig dröhnendem Sludge-Drone-Doom zu machen klingt dieser Tage „auf dem Papier“ so ganz allgemein vielleicht nach keinem ungehörten Alleinstellungsmerkmal mehr, dennoch kenne ich in derartigen Gefilden keine andere Band, die für mich so viel unverkennbare Eigenidentität besitzt wie die eben auch schon fast eineinhalb Dekaden aktiven BLCKWVS. Und das muss man überhaupt erstmal hinkriegen.
Teil dieser Eigenidentität ist ohne Frage, dass bratzig bratende Moog-Synthies Klangtexturen zufügen, die breitflächig, lebendig und schmutzig kommen, und auch im Bass-Bereich einfach mehr passiert als man es von woanders her gewohnt sein mag.
Weiterhin fährt die Band gerne auch schon mal eher schneidig-rasant knallende Gangarten auf anstatt sich hauptsächlich durch doomig schleppende Grooves zu stampfen und ergeht sich ferner in vertrackt-verspielt angesetzten Songaufbauten, deren Rhythmen und Rifffiguren eben nicht vor allem durch die Standardschablonen des Rock-/ Metal-Anfängerhandbuchs gepresst wurden. An der Stelle merkt man dann halt auch, dass die Jungs vorher alle vor allem in diversen (Post-)Hard- und Grind-/ Noisecore-Bands lärmten (The Kinetic Crash Cooperation
Cheerleaders Of The Apocalypse und vor allem The Lovesongcompany übrigens alle ihrerzeit mal live gesehen und das war auch alles schon geil....).
Das, meine lieben Freunde, sind halt die Hintergründe, warum die Eigenmarke BLCKWVS einfach so ein bisschen anders und auch interessanter klingt, als viele andere Bands im „Post-/ Sludge-Metal“-Wust der letzten Jahre.

Es hatte eine Weile gedauert, bis ihr neues Album "0160" fertig war. Denn dieses liegt als extrem cool aufgemachtes (s.u.) Doppelalbum in einer rein instrumentalen Fassung vor und in einer, bei der jeder Track von einem/r anderen Gastsänger/in gekört wird – was im Übrigen textlich eine durchgängige Narrative bildet (darüber, dass es keinen Weg zurück aus dem schwarzen Loch gibt) - und letzteres brauchte dann wohl doch so seine Zeit. 



Die instrumentale Version von "0160" ist jedenfalls für sich schon ziemlich super. 1-2 Nummern habe ich die Band zuvor glaube ich auch schon mal live spielen hören und irgendeinen der neun Tracks hervorzuheben ist ziemlich schwierig, denn einfach alles ist super, egal ob die Band mit Schmackes knallt, im Midtempo die Groove-Kelle schwingt oder auch mal in psychedelische Tiefen abtaucht, was man im Gegensatz zu anderen aber nicht mit einer Betonung der Effekte, sondern einer weitergehenden spielerischen Substanz tut.



Was die Vocal-Version des Albums betrifft, gefällt mir persönlich vor allem das Endspurt-Doppel am besten: Bei '0168 BA' zeigt Marc Grewe (u.a. Ex-Morgoth) allen jungen Möchtegerns, warum sein Gröl- und Keif-Organ schon vor Ewigkeiten als Szene-Referenz galt und das abschließende '0169 CK' hat mit Ed Fraser von der Berlin-basierten Band Heads (die sowas wie entspannten Noiserock machen) einen regelrechten Neunziger-Alternative-Charme, der mich fast ein bisschen nostalgisch macht. Mega!


Wenn’s über die volle Länge so geil wäre, wär’s das Album des Jahres. Ganz ohne Scheiß.
Allerdings überzeugen mich leider nicht alle Gesangsleistungen. Und ich will ja eigentlich auf niemanden mit dem Finger zeigen, aber was z.B. der Frontmann der Berliner Thrasher Space Chaser bei '0162 AC' veranstaltet, nähert sich halt zu nah jener Art von Metal, zu der ich aufgrund derartiger Vocal-Styles schon lange ein ambivalenteres Verhältnis habe (und das sage ich, obwohl am Anfang meiner hartmusikalischen Sozialisation durchaus mal für fünf Minuten Helloween standen und sich kurz später auch Joey Bellodanna länger durch die Dauerrotation jaulte…).
Und irgendwie bin ich entgegen meiner sonst eigentlich immer Hippie-esker werdenden Natur fast ein bisschen schadenfroh darüber, dass der Fransenponcho-Typ von Kadavar (die ich halt eher langweilig, sowie ein bisschen albern und ziemlich überhypet finde) was abliefert, das ich als relative Nullnummer empfinde (bei seinem Hexen-artigen Aufschrei musste ich sogar kurz lachen). Aber sei’s drum...
Ändert halt nix daran, dass BLCKWVS’ "0160" wirklich ein Mega-Album ist. Ob mit oder ohne Vokale, äh, Vocals.

Mittwoch, 13. März 2019

Data Mirage Tangram

Kommen wir mal direkt auf den etwaigen Knackpunkt: 
THE YOUNG GODS 2019 klingen halt nicht mehr so wie die Young Gods, die mit dem 89er "L'eau rouge" und dem 92er "T.V. Sky" so originelle Maßstäbe bei der Verquickung von hartem Rock und eigenwilliger Elektronik setzten, dass u.a. Mike Patton, Devin Townsend, The Edge (U2) und David Bowie bekennende Fans wurden.
Nein, sie klingen auch nicht mehr so wie die Young Gods auf dem inzwischen halt auch schon wieder fast zwanzig Jahre alten zweitem Frühling "Second Nature" von Zweitausend (Ipecac!).
Wie sich schon durch stärkere Ambient-Anwandlungen und gar ein Akustikalbum zwischendurch, außerdem das ziemlich zahme 2010er "Everybody Knows" abgezeichnet hatte, ist man im Alter tatsächlich ein bisschen gesetzter geworden und schwingt nicht mehr primär die gröberen Kellen (wie z.B. einst mit Voivod-Riffklau oder bei der coolen Dreigroschenoper-Interpretation).
Dabei ist – äußerst interessante Randnotiz – Urmitglied und Keyboarder/ Sampler-Bediener Cesare Pizzi zurück an Board und ersetzt seinen einstigen Nachfolger Al Come, der von ’89 bis 2012 bei den Schweizern in die Tasten haute und die Köpfchen drehte.

Faszinierend an THE YOUNG GODS ist und bleibt allerdings ihr ureigener Sound durch diese eigensinnige Instrumentierung: Da wo andere Electro-/ Industrial-Rocker eher Bratriffs auf Maschinen-Beats setzen würden, da stützt bei ihnen ein menschlicher Rhythmusgeber das, was an Gitarrensamples und weiteren Klangfetzen durch die Elektronik gejagt wird. THE YOUNG GODS klingen daher damals wie heute wie wirklich keine andere Band und man täte ihnen eigentlich wirklich Unrecht damit, dem Ganzen ein stilistisches Etikett anzuheften, welches man eher mit anachronistischer Gothclub-Musik oder ähnlichem generischen Unrat assoziieren möchte. Sie waren nie wirklich so etwas wie eine Szene-Band und sind auch heute noch ein Klangkünstler-Unikat im Rockband-Format, denn das Ganze kommt oft mit so einer gewissen organischen Wärme daher, anstatt wie aus dem Baukasten zusammengesetzt.

Deswegen ist’s auch 2019 wieder, bzw. zugegeben inzwischen auch schon mit einem Hauch von Nostalgie-Bonus ein regelrecht schönes Gefühl, in ein neues Album von ihnen einzutauchen. Die charismatisch-markante Singstimme von Frontmann und Bandchef Franz Teichler zu hören, wie sie auf englisch und französisch über einem wabernden Soundmix thront, bei dem treibende Drums, pluckernde und fritzelnde Synthie-Noises, sphärische Leads (bei denen Teichler inzwischen auch schon mal selbst zur Gitarre greift) und ein paar „extern entliehene“ Fragmente aus der Welt der Rockmusik zusammenfließen und zusammen fließen.




Auf "Data Mirage Tangram" hat das Ganze dieser Tage öfter mal eher schon regelrechten Chillout-Charakter, neigt zu sowas wie Trip-Hop, sägt zwischendurch aber trotzdem auch noch mal lauter.
An dieser Stelle muss man wohl das aus den sieben Tracks etwas herausstechende "Tear Up The Red Sky" nennen, dessen „ambivalenter“ Rhythmus nicht ganz unclever ist, da die Four-to-the-Floor-Bassdrum nach vorne marschiert, während es die Snare auf drei dann wieder etwas zurücklehnt.
Etwas schmunzeln muss ich außerdem darüber, dass man tatsächlich auf meiner Seite vergessen geglaubte Musikindustrie-Sitten beibehält, wie den siebeneinhalbminütigen Album-Song für eine Singleauskopplungsversion samt Videoclip auf eine halb so lange Spielzeit runter zu editierten…




Nein, "Data Mirage Tangram" ist kein Album, das man, wenn’s dann mal wieder so weit ist, weiter oben in seine Jahrescharts hacken wird. "Data Mirage Tangram" ist mehr sowas wie der seltener gewordene, angenehme Abend bei alten Freunden, der dann zwischendurch aber auch einfach mal wieder sein muss. Wild und aufregend war’s halt früher mal, aber man hat sich durchaus auch noch neues zu erzählen.
Ich hör’s gerad‘ jedenfalls echt gerne!


Freitag, 8. März 2019

25 Jahre The Downward Spiral

Peak Industrial-Metal? Heute vor 25 Jahren erschien neben Nailbomb’s "Point Blank" vor allem auch NINE INCH NAILS‘ "The Downward Spiral".
(Bedankt Euch später bei mir, dass ich es nicht mit einem krampfhaften
"hihi, nageln"-Kalauer eingeleitet habe...)
Es gab sicherlich Zeiten, da hätte ich "The Downward Spiral" in einer All-Time-Lieblingsalben-Top-5 auf wirklich jeden Fall mit aufgeführt. Phasenweise vielleicht sogar mal als die #1, auch wenn rückblickend inzwischen schon etwas verschwimmt, auf welche Jahreszahlen bzw. Lebensphase ich das ungefähr eingrenzen würde…

"The Downward Spiral" kann, bevor wir uns missverstehen, auch heute noch ein faszinierendes Album sein, allerdings muss man dabei dann dennoch eingestehen können, dass es durchaus ein bisschen Staub angesetzt hat.
U.a. auch, weil die 14 Tracks von ca. 65 Minuten Gesamtspiellänge in ihrer heterogenen Stilbreite ein Bild zeichnen, zu dem mir heutzutage ein Urteil wie "überladen" in den Sinn kommen würde.
NIИ-Bandkopf Trent Reznor schien nämlich irgendwie alles auf ein mal zu wollen: Progressiven Sound-Perfektionismus als Rahmen einer abgefuckten Punk-Attitüde mit (selbst)zerstörerischer Aura;
schädelspaltend abweisender Krach musste dabei genauso sein wie auch mal der eingängige Tanzrhythmus, in den Sadomaso-Keller sollte es genauso gehen wie auf die große Rockhelden-Bühne und der Weg dahin führte ferner noch mal eben genauso durch industrielles Fabrikhallengetöse wie zu Ruhemomenten am Lagerfeuer.

Und die Videosingle 'March of the Pigs' (dessen damals gängige Version man seltsamerweise gar nicht mehr auf Youtube finden kann, sondern lediglich eine ursprünglich unveröffentlichte) war dabei in der Tat ein passender Repräsentant für die komplexe Ambivalenz, die "The Downward Spiral" umgibt.



Ein krumm knallender Schlagzeugrhythmus, brachialster Gitarrenlärm mit atonaler Kante und Geschrei… dann auf ein mal sowas wie ein technoider Part, als Krönung ein Outro mit Lounge-Charakter. Auch heute noch ein seltsamer Brocken von Song, aber eben auch total geil. Irgendwie sehr typisch Neunziger, aber in dieser Machart doch nach wie vor weitgehend einzigartig.

Was ich persönlich NINE INCH NAILS und diesem Album dabei auf jeden Fall zugestehen muss ist, dass mein eigener Horizont dadurch durchaus ziemlich erweitert wurde.
Das ruhige Ambient-Stück 'A Warm Place' (das übrigens auch im Film "Natural Born Killers" zu hören war) gefiel mir genauso wie der hartkantig stampfende EBM-Rocker 'Ruiner' mit seinen pompös trötenden Passagen. Der Gothclub-Gassenhauer 'Closer' war auch abseits seines berüchtigten "I wanna fuck you like an animal"-Refrains mit diesem kybernetisch anmutenden Sound irgendwie anders als alles andere, was ein Metal-Dorftrottel wie ich sonst so an die Ohren bekam, und unorthodoxe Akzente wie der Drumsolo-Ausraster am Ende des zurückgelehnteren 'Piggy' zeigten dem geneigten Rockmusik-Spießer, dass man sowas halt tatsächlich wohl auch einfach mal machen kann.


Vielleicht würde ich heutzutage nicht mehr so weit gehen, "The Downward Spiral" als sowas wie ein ganz wichtiges Album in meinem Leben zu bezeichnen. Vielleicht kommt einem, ein Vierteljahrhundert später noch mal draufgeschaut, so einiges daran heutzutage auch eher schon etwas grotesker als gewollt bzw. ziemlich überzeichnet vor. Dass ich ohne dieses Teil in Bezug auf mein heutiges Musikverständnis aber ein mutmaßlich ganz anderer Mensch wäre, das ist ziemlich sicher.


Donnerstag, 7. März 2019

Midira und mehr im März: Drone, Ambient, Postrock und co...

Eigentlich sollten einige der folgenden Releases schon zum diesjährigen Moving Noises Festival am Start sein, aber es kam wohl Verzögerungen im Presswerk…
Jedenfalls startet das auf die Drone-/ Ambient-Doom-/ Postrock-/ Dark-Jazz –Ecke spezialisierte Label Midira Records aus Essen diesen Monat eine mittelgroße Offensive mit folgenden Veröffentlichungen:


AIDAN BAKER & KAREN WILLEMS – Awel
VÖ: 15.03. | Preorder@Midira
Beim
Moving Noises Festival 2017 bot der kanadische Wahlberliner Aidan Baker, bekanntlich auch eine Hälfte des Drone-Doom-Duos Nadja, eine ins etwas abstraktere abdriftende Performance mit der belgischen Jazz-Drummerin Karen Willems dar.
Wie weitere Veröffentlichungen dieser Livealben-Serie ist die CD schick aufgemacht und auf 200 Stück limitiert.


AIDAN BAKER + N  - Doppellive
VÖ: 15.03. | Preorder@Midira
Zwei Impro-Kollaborationen der beiden Drone-Gitarristen Aidan Baker und N, die sich auf gemeinsamer Tour 2016 auf einem Schiff in Hamburg und in einer Kunstgalerie in Wuppertal begaben, wurden mit dieser limiterten 2CD für die Nachwelt konserviert.
Cooles Artwork übrigens auch, mit Bauplänen der Hamburger MS Stubnitz...

SCATTERWOUND - MN
VÖ: 15.03. | Preorder@Midira
Auch den Debüt-Auftritt von SCATTERWOUND (= N & Dirk Serries) beim Moving Noises 2017 kann man sich nun konserviert nach Hause holen.
Die doppelte Dröhnung gigantischer Gitarrenwände...

4-Panel-Digisleeve-CD, limitiert auf 200.
 
THE STAR PILLOW - Music for Sad Headbangers
VÖ: 15.03. | Preorder@Midira
Gitarren-Solokünstler Paolo Monti legt sein letztes Album unter dem Banner THE STAR PILLOW.
Traurige Headbanger-Musik heißt in diesem Fall irgendwas zwischen Ambient-Drone und Postrock-Anwandlungen.
Auch diese 4-Panel-Digisleeve-CD ist auf 200 Stück limitiert. 




THISQUIETARMY + DIRK SERRIES + TOM MALMENDIER - Hell
VÖ: 15.03. | Preorder@Midira
Ich war ebenfalls Augen- und Ohrenzeuge des Konzerts im Oktober 2017, bei dem THISQUIETARMY alias Eric Quach partiell von einem Drummer und als Finale dann auch noch vom Zunftkollegen Dirk Serries begleitet wurde. Es war wirklich sehr, sehr gut!

Auch das gibt es nun in Konservenform, 6-Panel-Digisleeve-CD, auf 200 Stück limitiert.
Werde ich mir zulegen müssen, denn das möchte ich mir wirklich gerne noch mal anhören...

Und die Sammlung von Live-Alben plus die The Star Pillow CD gibt es übrigens auch als Bundle!

Wo wir schon mal dabei sind hätten wir außerdem noch…

DAVID TERRY & EYE SPIRIT - The White Horse Of The Sun
VÖ:  22.02. | Opal Tapes
Sehr interessant ist vielleicht auch noch diese Doppelkassette, die schon vor zwei Wochen auf Opal Tapes rauskam: David Terry kennt man von der britischen Drone-Doom-Band Bong, als Synthie-Musiker Trollmann av Ildtoppberg und als Noise-Droner Ungl'Unl'Rrlh'Chchch (jaha).
Gesangs- und Cello-unterstützt durch Eye Spirit (aka Conny Prantera von The SeeR) versucht er unter seinem demaskierten Klarnamen auf "The White Horse Of The Sun" nun auch die Schönheit in melancholischen Soundscapes von fast zwei Stunden Gesamtspiellänge zu finden.


JENS PAULY - Vihne
VÖ: 09.03. | Whitelabrecs
JENS PAULY war Gründungsmitglied der Kölner Zeitgeist-Black-Metaller Ultha, die sich inzwischen zu einer beachtlichen Szenegröße mausern konnten, musste die Band dann aber aus persönlichen Gründen verlassen.
Mit "Vihne" legt er sein zweites Soloalbum seitdem vor, auf dem eine elektro-akustische Klangreise mit Piano- und Gitarren-Parts angetreten wird.


PORYA HATAMI | AARON MARTIN | ROBERTO ATTANASIO - Sallaw
VÖ: 01.03. | Dronarivm
“Sallaw” is a Kurdish word that expresses the passing of time, and on this new album the three sound artists have found a way of expressing that notion in music. Four tracks of slowly unfolding ambience make up this collection, each piece named after different months, again in Kurdish. The four sections represent the different seasons and their movement through time.
Drauf gestoßen bin ich, weil Warren Ellis (nein, nicht der von Nick Cave, der andere) es super findet.
Dronarivm ist ein russisches Label mit Schwerpunkt Ambient und moderne Klassik und von den drei involvierten Klangkünstlern höre ich an dieser Stelle auch zum ersten mal… aber es ist deifinitiv nicht uninteressant!


FOLIAN - Ache Pillars
VÖ: 22.03.|  Apneic Void
Über David S. Fylstra, der hinter dem Projekt FOLIAN steckt, weiß ich bisher nicht viel mehr außer, dass er auch
zusammen mit Aaron Edge (u.a. Lumbar) in der Portlander Sludge-Band Ramprasad spielt.
FOLIAN wiederum neigt eher in Richtung Ambient-Drone und sucht dabei nach dem Licht in der Dunkelheit und der Bedriedigung im Moment.


SAFFRONKEIRA - Automatism
VÖ: 29.03. | Denovali
Denovali wiederum ist für mich ja so ein einst geschätztes Label, das ich eigentlich nicht mehr wirklich groß verfolge, weil sich der stilistische Schwerpunkt des Ganzen, abseits vom Celeste-Album alle Jubeljahre, inzwischen dann ja doch sehr stark zu reinem Gesäusel und Geklimper verschoben hat. Nicht, dass ich Ambient-Kram und/ oder abseitig-jazzigem gänzlich abgeneigt wäre (dann würde es diesen Post ja nicht geben), aber irgendwie fehlt ja doch ein bisschen das Salz in der Suppe, seit sich Label-Betreiber Timo nicht mehr so wirklich für lautere Gitarrenmusik zu interessieren scheint. Aber so ist das halt manchmal, mit dem einen oder anderen lebt man sich im Laufe der Zeit auseinander…
SAFFRONKEIRA alias Eugenio Caria z.B. versteht man als "Klangforscher": Die Musik des Italieners wurzelt im elektronischen und sucht von da aus das weitere in Ambient-Drone-Sphären...

[Außerdem diesen Monat bei Denovali raus: Neoklassik von KUBA KAPSA und in der Indie-/ Folk-Ecke wurzelnder Postrock von THE PIRATE SHIP QUINTET.]

Last but not least: BOLT RUIN ist dann auch noch ein neues Soloprojekt aus dem Amenra-Umfeld, welches Richtung Post-Industrial und Ambient neigt. Das Debütalbum "Psilentze" ist am 29.03. über das Consouling Sounds-Unterlabel Circuits raus. 


Mittwoch, 6. März 2019

Sloppy Jane Videomarathon

New York‘s SLOPPY JANE sind von weiter weg eine nur schwierig zu greifende Sache. An der noch jungen Wurzel vielleicht so ‘ne Art von Riot-Grrrl-Punkband mit experimenteller Noiserock-/ LoFi-Indie-Kante, scheint das Ganze inzwischen zu einem aus dem Ruder laufenden Kunstprojekt mit Freak-Folk-Anwandlungen samt klassischer Instrumente mutiert zu sein. 
Bandkopf und Frontfrau Haley Dahl, die auf Erfahrungen als Stripperin zurückblickt und sich laut eigener Aussage eher mit einem provokanten Künstler wie Zappa identifiziert als eine betont feministische Flagge hochhalten zu wollen, scharrt inzwischen regelreche Big-Band-Line-Ups um sich und kriecht und klettert bei Performances gerne auch mal nackt durch den Publikumsraum.
SLOPPY JANE scheinen somit eine ziemliche Skurrilität mit Ambitionen zu sein, strahlen durchaus auch was unbehagliches und gefährliches aus, sowie die eigentümliche Anziehungskraft des Ungewöhnlichen der bizarreren Art.  


Kern ihres aktuellen Albums "Willow" ist eine Geschichte, die auch über vier Videoclips erzählt wird, die soeben vervollständigt wurden.
Enjoy:


Dienstag, 5. März 2019

nüchtern zu schüchtern, besoffen zu offen

Es hat ja inzwischen eine gewisse Tradition, das Pott-Konzert von BOHREN & DER CLUB OF GORE zur Karnevalszeit, ca. jedes zweite Jahr.
Sieht man vom 2014er Fremdgang im Essener Chorforum ab (u.U. ihr bestes Konzert, das ich sah), immer wieder in der Bochumer Christuskirche (die ohne Frage bessere Location).
Auch wenn’s inzwischen ohne Vorband doppelt so teuer ist, als beim ersten mal mit (2013).  Auch wenn man irgendwie so ein bisschen das Gefühl hat, dass die inzwischen zum Trio geschrumpfte und etwas weniger aktive Band vielleicht so ein bisschen übern berüchtigten Zenit ist. Auch, auch, aber, aber…
Man könnte übermäßig kritisch natürlich außerdem was von ‘ner Routineübung faseln, wenn Band-Spokesman Clöser (wechselt im Verlauf des Konzerts zwischen Saxophon und Vibraphon) sich auf seine unnachahmlich trockene Art  aus einem Fundus von humoristischen Ansagen bedient, von denen man einige auch schon mal gehört hat.
Dazu kommen noch die Leute im Publikum, die es irgendwie nicht gebacken kriegen, sich so ein ruhigeres Konzert ohne permanentes Flaschengeklimper zu geben, die man als nervig anführen könnte, will man unbedingt die Haare in der Suppe finden…

Für mich ist BOHREN & DER CLUB OF GORE live im dunklen sehen und vor allem hören allerdings etwas, das man gut damit vergleichen kann, sich alle Jubeljahre immer wieder mal Blade Runner anzusehen. Man weiß halt auch vorher schon, was passiert. Und das ist streckenweise nicht so wirklich viel. Diese einen komplett einnehmende Atmosphäre, die tiefdunkel, melancholisch und dystopisch, dabei aber eben nicht nur in kühlen Tönen gezeichnet ist, die wenig direkt aussagt aber dabei dennoch so viel Sinn ergibt, die zieht einen jedes mal wieder in ihren Bann.
Das Verweilen im Moment, die Meditation im Ton... das ist das Ding, das BOHREN & DER CLUB OF GORE aus Mülheim an der Ruhr mit ihrem Ambient-Doom-Jazz (whatever!) nach wie vor wie keine zweite Band der Welt zelebrieren.
Und dafür kann man sie nur lieben!


Originell auch, wie der ausgestiegene Drummer ersetzt wird. Eine Snare, die er mutmaßlich vergessen hat, rotiert auf der Bühne wie eine Discokugel.
Öfter als beim letzten mal vor zwei Jahren, als man die Band in der Gegend erstmals in aktueller Triobesetzung sah, tritt Standbasser Robin Rodenberg mit einem Fußpedal-Schlägel ein Crash-Becken. Bei einem Song gar eine Snare. Ob das so hundertprozentig tight war ist so eine Sache, gerade als Schlagzeuger kann ich Euch allerdings bestätigen, dass in einem so langsamen Tempo on point sein mitunter das schwierigste überhaupt ist. 


Spätestens 2021 wieder? Ich hoffe doch...

Hier noch ein Videomitschnitt von Allroy For Prez:

Freitag, 1. März 2019

Noiserock etc.: Antizipierte Alben im März!

Heute mal kein "AAA"-Post, weil die Qual der Wahl und so...
Dafür eine Komplettübersicht, was wir für diesen Monat so an vielversprechendem auf dem Radar der härteren Gitarrenmusik, bzw. vor allem in Richtung Noise-, Math-, Post-, Psych- und Alterna-Rock, Art- und Weirdo-Punk, abrundend noch ein bisschen an Sludge-Metal
, Post-Hardcore und co. haben… und meine Fresse, da geht ja schon wieder einiges:

VÖ: 01.03. ...

BRUTALIST - Brutalist
VÖ: 02.03. | Selbstvertrieb
Die Schweizer Knut sind ja durchaus so 'ne gewisse Legende, die einer umtriebigen Szene an originellen Mathcore- und Sludge-Metal-Helden und -Vorreitern entsprang, dabei aber wie diverse ihrer Peers, trotz Alben über HydraHead, nie wirklich irgendwie größere Aufmerksamkeit bekam. Als letztes Band-Lebenszeichen veröffentlichten sie dann übrigens noch einen Godflesh-Coversong mit Franz Teichler von den Young Gods. So tritt man ab!
BRUTALIST ist eine mathy lärmende, neue Band mit zwei ehemaligen Knut-Mitgliedern. Das alleine sollte als Grund reichen, mal reinzuhören..


DESPERATE LIVING - New Concrete
VÖ: 01.03. | Brutal Panda
Dass sich die Ladder Devils auch schon wieder aufgelöst haben, ist wohl bis eben irgendwie an mir vorbeigegangen… Schlecht waren die mit ihrem in Richtung von AmRep-Bands wie Guzzard und Tar schielenden Punk/ Indierock ja nicht…  

Zwei von ihnen haben sich jedenfalls mit zwei weiteren Typen schon wieder in DESPERATE LIVING zusammengefunden, deren Debüt heute erscheint.
Versprochen wird dabei (Post-)Punk/ Noiserock mit hardcoreiger Kante.


THE FLYING LUTTENBACHERS - Shattered Dimension
VÖ: 01.03. | ugEXPLODE
Bis zum erneuten Aufbäumen in Live-Form und ein paar Reissues neulich war es ja eher mal 'ne Dekade ruhiger um THE FLYING LUTTENBACHERS gewesen, was aber natürlich nicht heißt, dass Mainman Weasel Walter (hier Drummer und Hauptkomponist) nicht in anderer Form auf der Schnittstelle von Noiserock/ Punk und Avantgarde-Jazz hyperaktiv gewesen wäre.
Zwölf Jahre nach dem letzten regulären Album "Incarceration by Abstraction" gibt's dann jetzt aber doch mal wieder ein neues in der ebenfalls noch ziemlich neuen Bestzung mit Saxophonist Matt Nelson (GRID, Elder Ones), Basser Tim Dahl (Child Abuse, Lydia Lunch, Unnatural Ways) und Gitarrist Brandon Seabrook.

HENGE - Nothing Head
VÖ: 01.03. | God Unknown Records
Bands aus einem eigentümlichen Psychedelic-/ Stoner-/ Noise-Rock-Niemandsland auszuspucken muss ja scheinbar wirklich was sehr typisch britisches sein. Label wie Riot Season (s.u.), Hominid Sounds, Rocket Recordings, Fuzz Club oder eben God Unknown wollen nämlich schon seit Jaaaahren gar nicht mehr damit aufhören, mehr und mehr an derartig paralleluniversellem aufzutun und auf den Rest der Welt loszulassen, auch wenn es an diesem schon mal eher etwas vorbeigeht...
Heute hätten wir da z.B. das Zweitwerk von HENGE, die sich mit ihrem Acid-Doom weiter zwischen Terminal Cheesecake, Gnod, Pigsx7, Hey Colossus, Part Chimp und co. positionieren wollen.




NI - Pantophobie
VÖ: 01.03. | Dur et Doux
Ein Klischee wie "die Kinder von Magma" bietet sich hier förmlich an, denn da schwingt wohl nicht mal ganz ungewollt mehr als nur ein Hauch von Zeuhl-Spirit mit, wenn sich die französischen ni in komplexer wie hypnotischer, versiert-verspielter wie brutal harter Instrumental-Musik ergehen, für die man Etikettbeschriftungen wie Jazzcore, Mathrock oder Prog-Metal eigentlich nur noch als allergröbste Hilfsvariablen bemühen kann.  
I like! Bzw. j'aime bien!


ROYAL TRUX - White Stuff
VÖ: 01.03. | Fat Possum Records
Jennifer Herrema und Neil Hagerty (damals auch bei Pussy Galore) waren als Pärchen-Band ROYAL TRUX mit minimalistischem LoFi-Rock’n’Roll samt DIY-Spirit und experimentellerer Phase über die Spätachtziger/ Neunziger wirklich Vorreiter für viele(s) und machten ferner so einiges an damals üblichen Fallen ihres Lifestyles durch, Heroin inklusive. Mit dem Ende ihrer Liebesbeziehung kam um die Jahrtausendwende rum auch das der Band.
Weil aber eben doch nicht alles außer der Wurst nur ein Ende hat, machen die Beiden fast zwei Dekaden später nun doch wieder Musik zusammen und haben gerade ein neues Album raus!




THE SILVER MACHINE - Standing On The Bare Ground
VÖ: 01.03. | Alternative Tentacles
Manchmal vergesse ich, dass Jello Biafra’s Alternative Tentacles ein Label ist, das zu verfolgen sich ja auch durchaus sehr lohnen kann. Z.B. hat er gerade THE SILVER MACHINE aufgetan, die sich nicht nur nach dem bekannten Lemmy-Song von Hawkwind benannt haben, sondern dabei auch noch von Ex-Hawkwind-Tänzerin Miss Stacia herself betont endorsed werden.
Geboten wird von den fünf Damen aus Savannah, Georgia entsprechender "Mytho-Futurist-Intergalactic-Ohm-Rock". 


UNGRAVEN - Language of Longing
VÖ: 01.03. | Black Bow Records
Jon Davis, der sonst bei den englischen Sludge-Drone-Stampf-Doomern Conan klampft und grölt, hat mit UNGRAVEN so eine Art Heimstudio-Soloprojekt am Start, mit dem er Tribut an Früh-/ Mittneunziger-Krach und industrial-metallische Jugendlieben wie Fudge Tunnel, Godflesh, Sepultura, Nailbomb und Ministry zollt und dabei auch noch mal eben eine Vorliebe für frühen Bathory-Black-Metal beimischt.
Die Produktion könnte für meinen Geschmack durchaus noch einen Ticken ausdifferenzierter kommen, grundsätzlich ist sein Unterfangen aber ein sympathisches, zu dem ich bei gleichen Jugendlieben gerne die Däumchen hochhebe!


Akut antizipiertes Album auf dem Stoner-/ Metal-Notizzettel: Den "Doomy February" verpass(t)en MAMMOTH WEED WIZARD BASTARD um genau einen Tag, denn ihr neues Album "Yn Ol I Annwn" erscheint am heutigen Freitag, den 01.03.
Albern überspannter Klischeename, ja, allerdings sind die Waliser mit ihrem Drone-/ Sludge-/ Psych-Doom dennoch eine interessante Next-Generation-Metal-Band, die eher mit in die atmosphärisch-experimentellere Richtung der französischen Monarch! als einfach nur in die breitbeinig-rockige von Electric Wizard, Bongzilla, Dopethrone o.ä. neigt.
Zum reinhören die nächsten Tage mammothweedwizardbastard.bandcamp.com bzw. newheavysounds.bandcamp.com im Auge behalten!


LOUIS JUCKER gehört zur Schweizer Hummus Records-Clique (auch Coilguns, Closet Disco Queen, Emilie Zoé, …) und hat am 01.03. mit "Kråkeslottet [The Crow's Castle]" ein neues Album seiner experimentell angereicherten Folk-Musik am Start (es gibt außerdem auch einen Videoclip).
Nur wenige Tage später kommt dann außerdem auch noch "15 Shows in a Cellar" raus, das Live-Aufnahmen in verschiedensten Personalkonstellationen („Louis Jucker, Bands and Friends“) festhält, die über fünf verschiedene Abende im Rahmen des gleichen Festivals stattfanden.  


Last but not least: Rituell-spritueller Ethno-Ritual-Ambient-Kram? Das "Gaang Gangą Gangee" Tape von UKUJULA ist ja total geil!?!

VÖ: 08.03... 

ÅRABROT / RADAR MEN FROM THE MOON Split 7"
VÖ: 08.03. | God Unknown Records
Splitsingle Nummer eins im Rahmen der "Singles Club: Vol. 4"-Reihe von God Unknown Records
diesen Monat teilen sich die sehr geschätzten ÅRABROT (mit einer alternativen Version ihres "The Gospel"-Titeltracks) und die niederländischen, neokrautigen Experimentell-Rocker RADAR MEN FROM THE MOON, die ebenfalls immer mal für 'ne Überraschung gut zu sein scheinen.

GALL + TOTTH DECAY Collaboration EP
VÖ: 07.03. | Nerve Altar &
Heavenly Vault
Die Destruktiva-erprobten Potsdamer GALL gehören sozusagen einer neuen Generation von Noisecore-Bands an: Grind-/ Powerviolence-mäßiges Bassgerumpel, Schlagzeuggeballer und Gebrüll trifft bei ihnen auf Harsh-Noise-Hardware-Knopfgedrehe.
Zur nach wie vor nicht ganz alltäglichen Instrumentierung gesellt sich auf dieser Kollaborations-EP dann auch noch Synthesizer-Experimentalist TOOTH DECAY.
Übersee erscheinen Vinyl und Tape über das New Yorker Label Nerve Altar, hierzulande bei Heavenly Vault.


THE GLUTS - Dengue Fever Hypnotic Trip 
VÖ: 12.03. | Fuzz Club
Die italienischen THE GLUTS sind irgendwo zwischen Garage-Rock'n'Roll, Post-Punk derberem Noiserock unterwegs. Ziemlich rau und irgendwie trotzdem atmosphärisch. 
Hat was!


Und die Schweizer Alternative Rocker EDMOND JEFFERSON & SONS, über die ich sonst nicht wirklich noch mehr weiß, haben am 08.03. mit "The Winter" ein neues Album über Hummus Reocrds am Start.

VÖ: 15.03...



BODY SPRAY - Music To Fall Down To
VÖ: 17.04. 
Brüder von Pissed Jeans? BODY SPRAY aus Philadelphia lärmen energischen, rauen Hardcore-Punk/ Noiserock nach vorne und zeigen sich dabei gerne auch mal von einer etwas ironisch-spaßbetonten Seite.
Macht echt Laune!


BOM - Alakok
VÖ: 16.03.
Hinter BOM steckt der Ungar Kornél Bíró, der über einen Drumcomputer alle weiteren Instrumente selbst spielt, und dabei sowas wie kauzigen Cold-Wave/ Post-Punk fabriziert.
Hat einen gewissen Charme! 

Checkt auch mal den Videoclip zu 'Külvárosi húsüzem'.

BRUXA MARIA / MoE Split 7"
VÖ: 15.03. | God Unknown Records
Die Band, die mein Lieblingsalbum 2016 einlärmte, teilt sich Splitsingle Nummer zwei von God Unknown Records' "Singles Club: Vol. 4"-Reihe diesen Monat mit den norwegischen Schwester und Brüdern im Geiste des Krachs, bei denen ebenfalls alles von Noise-Experimenten bis zum musikalischen Schlag in die Fresse geht.
Boah, brauche ich, glaube ich!

DEAFKIDS - Metaprogramação
VÖ: 15.03. | Neurot Recordings
Crustcore-wurzelnde Psych-/ Noise-Rocker will ich ja eigentlich super finden. Beim experimentellen Krach der brasilianischen DEAFKIDS habe ich aber oft das Gefühl, dass hier irgendwie was entweder nicht ganz zuende gedacht wurde oder die Band ihrem Ziel hypnotischer Lärmwande ein bisschen mit dem Punk-Verständnis eher (zu) kurz gehaltener Songs selbst im Weg steht.
Steve Von Till sagt zu dem Thema allerdings "They are beautiful people making beautiful noise" und wer möchte da dann schon widersprechen… 


FINE CHINA SUPERBONE - Plaguey
VÖ: 15.03.| Geertruida

In ihrer ursprünglichen Inkarnation waren die niederländischen FCS wohl schon mal sowas wie ‘ne Noiserock-/ Punk-Band gewesen, aber als dann irgendwann der Sänger ausstieg, machten sie einfach ‘ne Weile instrumental weiter, um inzwischen nun doch wieder Plärr-Vocals zu integrieren, die das Ganze in die Nähe von Jesus Lizard oder auch Jello Biafra rücken.
Wollte schon schreiben, dass was wirklich originelles inzwischen auch anders geht, aber bisherige Hörproben von "Plaguey" gefallen dafür durchaus!


OOZING WOUND - High Anxiety
VÖ: 15.03. | Thrill Jockey
Macht als
dahingeworfene Aussage vielleicht auch erstmal nur so mittel Sinn, aber OOZING WOUND sind so ‘ne Band, die ich grundsätzlich supersympathisch und hörbar finde, dann wiederum aber auch nicht sooo wirklich unbedingt in meinem Leben brauche. Was halt ‘ne Alterssache ist, denn ich habe inzwischen die „im Liegesessel bei ‘ner Tasse Tee Jazz goutieren“-Phase erreicht, während ich aus dem „Bier übern Kopf schüttend durch's Moshpit springen“-Alter schon ‘ne Weile rausgewachsen bin. Und OOZING WOUND sind halt entsprechend wilde Jungspunde. Skater-/ Stoner-/ Hipster-Metaller, die sehr viel richtig machen, weil man einerseits deutlich in der Punk-/ Hardcore-überkreuzenden Ecke des Thrash-Metals wurzelt, dabei andererseits aber ferner auch noch so seine Kreise durch Sludge-Sümpfe und Noiserocker-Freakshows abseits des Meddl e.V. zieht. Municipal Waste meets Fight Amp oder so, quasi zu gleichen Teilen D.R.I. wie Melvins, ins Vorprogramm von Nuclear Aussault oder High on Fire würde man genauso passen, wie man schon die Wege mit Lightning Bolt kreuzte. 
"High Anxiety" wurde dabei übrigens im Electrical Audio Studio eingefangen – wie gesagt, diese Jungs machen einfach so viel richtig, dass man sie nur mögen kann, selbst wenn man sich eigentlich schon zu alt fühlt, bei einer solch ungestüm-jugendlichen Energie noch mitzukommen…


OTOBOKE BEAVER - Itekomi Hits
Update: VÖ wurde auf April verschoben!


Various Artists - Post Now: Round One - Chicago vs New York
VÖ: 15.03. | Skin Graft

Einen halben Monat nach der neuen FLYING LUTTENBACHERS (s.o.) und ‘nen halben Monat vorm Album von SKRYPTOR (s.u.) haben SKiN GRAFT Records ‘ne Compilation mit nicht nur diesen beiden Bands am Start, sondern auch noch mit CHEER-ACCIDENT, CHILD ABUSE und weiteren.
Ein Fest für Math-/ Noiserock- und Punk-Jazz-Freunde!
Eine neue Single von PSYCHIC GRAVEYARD ist im Übrigen auch noch auf dem gleichen Label raus.


AGNOSIA - Sikiöasennossa
VÖ: 18.03. | "Name Your Price"!
Finnischer Post-Punk, der trotz Goth-Anwandlungen Marke Sisters of Mercy eigentlich eher an die rauhe Crust-Kante von Amebix und das hartkantige Gestampfe von Godflesh erinnert?
Et voila: AGNOSIA!
Kippis!

Außerdem noch auf der Suche nach was neuem, interessanten außerhalb der sonstigen Hörgewohnheiten? Checkt mal die "ISVII" Compilation von Acre Recordings mit einigem an IDM, Techno, Breakcore, Industrial und Drone. 

VÖ: 22.03. ...

SOUNDS AGAINST VULTURES - The dice are loaded
VÖ: 22.03. | Atypeek Music

Wer auf Noiserock/ Post-Hardcore aus der Dischord-/ Touch-and-Go-Schule steht, der lebt in wirklich, wirklich schnönen Zeiten. Z.B. weil Bands wie die französischen SOUNDS AGAINST VULTURES unterwegs sind, die derartigem sehr überzeugend ihren eigenen Twist verpassen.

THOGHTCRIMES - Tap Night EP
VÖ: 22.03. | Party Smasher
Debüt-EP der neuen Band von Ex-Dillinger Escape Plan-Drummer Billy Rymer, die auf Party Smasher Inc., dem Label von Ex-Dillinger Escape Plan-Gitarrist Ben Weinman erscheint.
Das Ganze ist nicht weit von besagter Ex-Band entfernt. Teilweise krasser, teilweise in andere Sphären abdriftender Irgendwas-core.


UNNATURAL WAYS - The Paranoia Party
VÖ: 22.03. | Sleeping Giant Glossolalia

Sowas wie Prog-Punk mit Jazz-Background, metallisch bollernden Stilbestandteilen und dystopischen SciFi-Szenarien in ihren Songtexten machen die bereits Moerser Jazz-Festival erprobten UNNATURAL WAYS, bei denen sich Sängerin/ Gitarristin Ava Mendoza für dieses schon dritte Album inzwischen mal eben den diesen Monat allgegenwärtigen Tim Dahl (The Flying Luttenbachers, Child Abuse, Lydia Lunch) und Sam Ospovat von den Enablers als Rhythm Section rekrutiert hat.

USA/ MEXICO - Matamoros
VÖ: 22.03.| Riot Season
Shit & Shine + Butthole Surfers-Drummer = USA/ MEXICO, deren 2017er “Laredo” einer der deftigst-geilsten Brocken brachialer Eigenbrödler-Musik war, die in den letzten Jahren so rauskamen.
Man ist nun mit Album Nummer zwei in den Startlöchern, auf dem gleich noch eben Kevin Whitley von den Cherubs dazugebeten wurde, zusammen einen Song von deren Debüt zu covern.

Hier wird sich bei potenziellen Hörern wohl mal wieder die Spreu vom Weizen trennen, wer zu den wahren Krachfetischisten und wer eher zu den Waschlappen gehört... ;) 
Bock drauf! Wirklich sowas von Bock drauf!



VANDAL X - Blood on the Street
VÖ: 22.03. | Consouling / 9000 Records

"A mature display of immature behavior".
Bellrope-Malte hatte mir neulich noch mal eindringlich VANDAL X nahegelegt, ein belgisches Brachial-Noiserock-Duo, welches mir zwar bereits ein Begriff war, aber noch nicht so richtig hell auf meinem Schirm geblitzt hatte.
Kann es sein, dass die sich zwischenzeitlich auch schon mal aufgelöst hatten? Jedenfalls sind sie jetzt mit einem neuen, ihrem neunten Album über das Consouling Sounds-Unterlabel 9000 Records am Start (CD / LP)!


Auf jeden Fall (!) auf dem Schirm haben solltet Ihr außerdem, dass über Exile on Mainstream Records am 22.03. eine neue EP der essenziellen DÄLEK (bei Bandcamp auf den 26. datiert) und  mit "Revanche" von den frisch reunierten niederländischen Instrumental-Noiserockern GORE eine überarbeitete Fassung ihres 92er Albums "Lifelong Deadline" erscheinen.



Außerdem haben die kanaidschen Indie-Dinosaurier MECCA NORMAL mit einer "Brave New Waves"-Session auch mal wieder was raus.

PAT MASTELOTTO & MARKUS REUTER - Face
VÖ: 24.03. | iapetus
Mit gängigem "Prog" habe ich es ja eigentlich eher nicht so, es sei denn, es handelt sich um das King Crimson-Umfeld, denn in diesem neigt man tatsächlich auch noch zu interessanten Experimenten und härteren Gangarten, anstatt einfach nur zu besonders virtuosem Audiophilen-Rock.
KC-Drummer PAT MASTELOTTO und Touchgitarrist MARKUS REUTER, die u.a. auch zusammen mit Tony Levin die Stick Men bilden und in der Vergangenheit schon unter Tuner firmierend zusammen Musik machten, legen hiermit als Klarnamen-Duo einen Release vor, an dem auch noch weitere Genre-Promis beteiligt sind: An irgendeiner Stelle singt Steven Wilson mit, außerdem ist die aktuelle David Lynch-Muse Chrysta Bell mit dabei und das Artwork stammt von Tool’s Adam Jones


MOE / METTE RASMUSSEN - Tolerancia Picante 
VÖ: 25.03. | Selbstvertrieb
Und schon wieder bzw. noch was neues von den experimentierfreudigen norwegischen Noiserockern/ Sludge-Punks MoE, die sich hier für ein ganzes Album mit Saxophonistin Mette Rasmussen zusammengetan haben, was dann auch entsprechend abenteuerlustig mit in avantgarde-jazzige Lärminfernos abrauscht. 

Außerdem nicht ganz uninteressant: ASBESTOS WORKER, das noiserockige Soloprojekt eines gewissen Josh Stever hat mit "My New Vision​-​A manifesto on how to forcibly seize power and eradicate sadness accross the globe" das digitale Debüt draußen.
 
VÖ: 29.03. ...



BRUTUS - Nest
VÖ: 29.03. | Hassle Records
Es gibt da 1-2 Faktoren, wegen denen BRUTUS wohl nie eine Lieblingsband von mir werden, äh, werden: Ihr Post-Hardcore ist mir persönlich irgendwie einen Tick zu audiophil-geglättet inszeniert und neigt ferner immer wieder mal eine Spur zu sehr in so ein Uffta-Uffta-Punkrock-Muster, das ich mit Musik assoziiere, die man mit 15 mal gehört hat. Von-leiser-zu-laut-Dynamiken als Songfigur, wie beim Vorabsong 'War' (s.o.), sind dann außerdem noch so ein Ding, das ich bei „atmosphärisch-/ harter“ Gitarrenmusik dieser Tage schon mal schnell eher etwas abgelutscht finde.
Scheinbar können die es mir wohl bei aller Sympathie wirklich nicht so ganz recht machen. Was schade ist, denn im Grunde genommen könnte eine partiell recht kraftvoll agierende und durchaus originell klingende Band um eine singende Sport-Schlagzeugerin etwas sein, das ich total abfeier‘…


BUNKR - Schluss 
VÖ: 29.03.| Division Records
Ich freue mich ja immer, wenn ich mal wieder sehe, dass Division Records noch aktiv sind. Das Schweizer Label hat nämlich irgendwie nie so ganz auch international die verdiente Anerkennung dafür erhalten, im Laufe der Jahre immer wieder interessante Krachmacher aufgetan und dabei schon vor Ewigkeiten auch Pionierarbeit zum Sludgecore-/ Post-Metal-Trend dieser Tage geleistet  zu haben.
Mit BUKR aus La Chaux De Fonds, deren Debütalbum eine Weile in der Mache war, hat man sowas wie ein interessantes Mathrock-Duo am Start, dem allerdings wohl mit Sicherheit auch mal wieder das Schicksal zuteilwerden dürfte, eher was für Nerds zu bleiben.


LOW DOSE - Low Dose
VÖ: 29.03. | Knife Hits, Brutal Panda
Schon länger eingespielt und angekündigt und Ende diesen Monats dann auch mal am Start ist das Langspieldebüt von LOW DOSE. Jene setzen sich zusammen aus allen drei Mitgliedern, aus denen die 2016 aufgelösten Noiserocker/ Sludge-Punks Fight Amp zuletzt bestanden, und Frontfrau Itarya Rosenberg, die zuvor mit einer ebenfalls recht coolen Band namens Legendary Divorce kurz aber derbe aktiv war, welche – oh Ironie! – wohl tatsächlich an einer scheiternden Ehe innerhalb der Band scheiterte.
In der Noiserock-Community sind die Erwartungen an dieses Teil, das auch viel mit frühem Grunge und der frühen PJ Harvey flirten soll, entsprechend hoch!


LOWER SLAUGHTER -  Some Things Take Work
VÖ: 29.03. | Box Records
Briten-Noiserock: “Some Things Take Work” ist das Zweitwerk einer punkig rumpelnden Band mit energischer Frauenstimme, das mit räumlicher Distanz entstand, weil die eine zurück nach Glasgow zog, während die anderen in Brighton verblieben.
Eine Plattitüde wie „eine starke Starke-Frauen-Woche“ oder ähnliches schenke ich mir mal…


RATION CARD - s/t
VÖ 29.03. | Equation Conspiracy
Ziemlich vielversprechend klingt auch die erste Hörprobe der selbstbetitelten Debüt-EP (einseitige 12" mit Etching) von RATION CARD via Equation Conspiracy Records.
Dischord- / Touch-and-Go-mäßiger Post-Harcore/ Math-Sludge-Punk im zeitgemäßen Soundgewand oder so. 


SKRYPTOR - Luminous Volumes
VÖ: 29.03. | Aqualamb / Sleeping Giant / Skin Graft
Ex-Mitglieder von den Dazzling Killmen und Craw machen wieder neuen Mathcore-/ Instrume(n)tal-Lärm?! 

Alter! Count me in, aber sowas von! 
Die "Ultimate Edition" des Teils enthält übrigens neben der CD- und LP-Version außerdem noch ein mehr als 200 Seiten dickes Buch mit Horrorgeschichten.



SOMETHING IS WAITING - Songs for the Sally Beauty Pavilion
VÖ: 28.03. | Learning Curve
Wenn das Label, das uns das Album des Jahres 2018, den Langspieleinstand von Bummer, das Comeback-Album der AmRep-Hammerhead u.ä. beschert hat, was neues raushaut, dann sollte man sich wohl selbst den Gefallen tun, das mal zu checken.
"Songs for the Sally Beauty Pavilion" ist das Debüt von SOMETHING IS WAITING aus Chicago, deren Frontmann Eddie Gobbo zuvor mit Jar'd Loose aktiv war und die – klar – dem Noiserock frönen, dabei aber auch eine gewisse Vorliebe für 70er-Garage- und Sleaze-Rock mit ausleben.


SUTEKH HEXEN - Sutekh Hexen
VÖ: 29.03. | Sentient Ruin Laboratories
Passt vielleicht nur sehr bedingt mit in diese ja insgesamt doch eher rockige und „musikalischere“ Veröffentlichungsübersicht, aber SUTEKH HEXEN sind bereits eine gewisse Underground-Hausnummer, wenn es um die Verquickung von Noise/ Drone/ Dark-Ambient/ Power-Industrial und Black-Metal-Ästhetik geht.
Dieses selbstbetiteltes Album über Sentient Ruin soll das Ganze eine Ebene weiterhieven. 


THESE BEASTS - The Beasts
VÖ: 29.03. | Magnetic Eye Records
Im Bermudadreieck von Sludge'n'Stoner-Metal und Noiserock/ Post-Hardcore sind THESE BEASTS aus Chicago unterwegs, in deren Stilmix man genauso die Melvins wiederfinden kann, wie Today Is The Day oder eine Prise Converge.
Die Wechsel zwischen gequält-nöligem Gesang und krächzigem Gekeife sind vielleicht ein bisschen viel, aber ansonsten nicht ungeil...

Und noch viel mehr...:

Die russischen FUTURAT machen dann noch sowas wie Garage-Rock, der gleichermaßen psychedelisch wie räudig tönt, sowie dick und dreckig mit viel Fuzz regelrecht Doom-schlagseitig kracht und daher auch Sludge’n‘Stoner- und Noiserock-Freunden gefallen könnte. "Reality Emulation" ist am 27.03. über das australische Label Slime Street digital und auf Tape raus.


Als Fan des Autoren empfinde ich den Bandnamen PHILIP K DICKHEAD zwar als ganz große Blasphemie, aber man kann ja trotzdem mal erwähnen, dass besagtes Projekt aus Manchester mit "PKDH" ‘ne neue EP raus hat. Geboten wird sowas wie Punk/ Garage-/ Noiserock mit mittelschweren Industrial-Tendenzen.

Checkt vielleicht außerdem mal bei Bandcamp die neue des Seattle-Trios PRISON, die am 28.03. rauskommt. Hardcore-Punk mit Sludge-/ Grunge-Groove-Kante oder sowas.

Mit "3​.​1" (Art As Catharsis) ist dann am 29.03. ferner auch noch 'ne neue EP der australischen Instrumental-Mathrocker SEIMS draußen. 

Sludgecore mt Unsane-Schulterblick und dickeirig-aggressiver Neunziger-HC-/ Bollogroove-Kante? Wann ja, dann checkt mal die "Scholars of War" EP von THE GLORIOUS REBELLION via Sludgelord Records.

Roher Punk aus Bielefeld: "Fressfeind" von DISGUSTING NEWS.

Skurrilste Außenseiterkunst des Monats (soll was heißen!): Wie aus dem Nichts ist dann auch noch das neue Demo "Neosmegma" von OKSENNUS aufgetaucht, das mit Piano-Geklimper und krudem Elektro-Ambient irritiert, zumal man auf dem letztjährigen "Kolme Toista" noch rumpligen Extrem-Metal fabrizierte. What the fuck?! 

Krachig-jazziges hätten wir dann noch mit "Ptérodactyle" von PARACELZE und auf Svart Lava Records ist irgendwas von BALASZ PANDI raus.
 
"Doom-Jazz": Die Wiesbadener RADARE, ehemalige Sludgecoreler (oder sowas), werden gerne mal mit dem Club of Gore verglichen, was wohl gar nicht mal sooo hinkt, man kann allerdings ferner auch ganz gut den Angelo-Badalamenti-Einfluss raushören.
Ihr neues Album "Der Endless Dream" kommt jedenfalls über Golden Antenna raus.




Und sonst noch so im Laufe des Monats?

Ebenfalls am 01.03. raus ist das Album "Satan Spits on Children of Light" der Black-Metal-Punks DEVIL MASTER (Relapse Records) und ich prognostiziere, dass das mal wieder in so ‘ner Sache ausarten dürfte, die von den einen total cvltig abgefeiert wird, während die anderen irritiert was davon nuscheln, den Hype um die nächste Karnevalstruppe nicht so ganz zu verstehen...

Kein Jahr nach dem letzten Release gibt's dann auch schon wieder was neues von den kalifornischen Crust-Doomern BODY VOID (15.03.).

Stoner-Sludge-Metal mit Drummer Adam Jarvis von Misery Index und Pig Destroyer: "Mount Crushmore" (15.03.) von ASTHMA CASTLE lässt schon bei Titel und Bandname keine Fragen mehr offen...

Es soll noch mehr ballern? Okay:
Besagter MISERY INDEX' neues Album "Rituals of Power" erscheint am 08.03. auf Season of Mist. Die digitale Deluxe-Version enthält als Bonustracks Coversongs von Nailbomb und MOD.
"Rocket Hammer Brain Surgery" von den kalifornischen Deathgrindern SKULLSMASHER kommt Ende des Monats.
20 Buck Spin haben am 15.03. mit "Cease To Exist" von NOISEM auch noch 'ne Packung Grindcore mit sowohl Thrash-/ Death-Metal-Kante als auch Punk-Spirit am Start. Und außerdem noch dreckig-derben Düster-Death Metal mit "Urine of Abomination" von TRIUMVIR FOUL aus dem Vanum-Umfeld (in Europa über Invictus Productions).
Profound Lore haben derweil nach dem Februar-Release besagter Vanum mit PISSGRAVE's "Posthumous Humiliation" (01.03.) fiesen Death Metal und mit TOTALED's "Lament" (29.03.) schwarzmetallisch eingefärbten Hardcore zu bieten. 
Außerdem werden die britischen VENOM PRISON als das kommende Ding in Sachen moderner Death Metal gehandelt. "Samsara" ist am 15.03. via Prosthetic Records raus.

Retro-doomiges? Na meinetwegen: Checkt gegen Monatsende "Departed Souls" von MAGIC CIRCLE.

Die letztes schon Jahr digital veröffentlichte "Phase One" EP der Industrial-injizierten Hardcore-Punks SETION H8 kommt am 29. via Flatspot Records auf Vinyl (in grau oder rot) raus.

Steven Seibold wiederum ist Mainman der seit 1991 existenten Industrial-Rocker/ Postpunks Hate Dept. und wirkte ferner irgendwie beim langlebigen Supergroup-Projekt Pigface sowie einem kurzzeitigen zweiten Damage Manual-Aufbäumen 2004 rum mit. Sein neues Ding MUET versteht sich als "Art-Rock" und "Neo-Noir" und hat am 22.03. das selbstbetitelte Debütalbum raus. 

Ehemalige Ghost-Leute ('schuldigung, "Nameless Ghouls" natürlich) machen jetzt sowas wie Synthpop/ EBM mit BDSM-Image? Sachen gibt's! "OBEY" von PRIEST ist am 29.03. raus.

Das neue Album "Bird" der Münsteraner LENTIC WATERS erscheint am 22.03. als Co.-Release von u.a. I Corrupt Records und Narshardaa Records und zeigt die ehemaligen Screamocoreler nun von einer ruhigeren Seite, inspiriert durch Kram wie Pygmy Lush, Built to Spill, Pinbac oder Modest Mouse.
 

Und noch was aus 'New Weird Britain': Die HOUSEWIVES sind mit ihrem altbacken-minimalistischem Pluckerplucker-Sound ja ‘ne durchaus ganz spezielle Sache. "Twilight Splendour" erscheint am 22.03.!

Ach ja: Außerdem habe ich irgendwo aufgeschnappt, dass diesen Monat wohl 'ne neue MEAT PUPPETS rauskommt.

Erwartet jetzt aber bite nicht, dass ich sowas jetzt wieder das ganze Jahr durch jeden Monat mache... ;)