Montag, 11. Februar 2019

Shellac, Cocaine Piss .nl

Und schon wieder in Nijmegen, NL gewesen. Aber das sind wir ja gerne. Die Niederländer haben uns nämlich so viel voraus, z.B. sowohl vegane Burger als auch konzerttaugliche Earplugs, die man jeweils einfach aus Automaten ziehen kann. Wie rückständig wir doch dagegen sind...
Jedenfalls standen vergangenen Freitagabend SHELLAC im ausverkauften Doornroosje (kleiner Saal) auf dem Plan. Eine Gelegenheit, die ich dann trotz Erkältung in den Knochen mal ergreifen musste.
Die Vorband COAINE PISS ist wie erwartet nicht unbedingt in "muss mir jetzt unbedingt ihr gesamtes bisheriges Schaffen ins Plattenregal wuppen"-Ausmaßen grandios, aber kurzweilig genug, um sich das als Anheizer mal 'ne halbe Stunde zu geben.
Die etwas exzentrisch, verstrahlt und bekloppt anmutend über die Bühne stolpernde und scharwenzelnde Sängerin hat mit ihrem hohen Geplärre was von Melt-Banana, der Rest der Band rumpelt sich verhältnismäßig primitiv durch Hardcore-Punk, der allerdings immer wieder auch mal Ausbrüche in noiserockige Passagen aufweist, die nicht mal gänzlich ohne Finesse sind.
Kann man durchaus machen!

Bei SHELLAC ist der Übergang von "die Musiker kommen bei Umbaupausenmusik auf die Bühne" und dem tatsächlichen Anfang des Auftritts derart nahtlos fließend, dass man überrascht schmunzeln muss, wie regelrecht unbemerkt es eigentlich schon losgegangen ist.
Ich sehe die Band tatsächlich zum ersten mal live und bin ferner überrascht, dass dem Ganzen eben doch auch so ein bisschen mehr Rock'n'Roll-Räudigkeit mitschwingt, als nerdy Mathcore-Perfektionismus oder so.
"This is a sad goddamn Song" rumpelt schon als zweites die grandios monströse Brachialnummer 'Squirrel Song' los. Ansonsten gibt's relativ viel "Dude Incredible" zu hören, auch noch bisher noch unveröffentlichtes und etwas unbekannteres, wie den Compilation-Beitrag 'Killers'.
Der Aufbau mit dem Drummer als Zentrum des Geschehens recht weit vorne und den anderen beiden jeweils daneben ist ungewöhnlich und gerade mir als Schlagzeug-Nerd kommt es ziemlich entgegen, genauer sehen zu können, was Hüne Todd Trainer da mit seinen abnorm langen Armen so veranstaltet.
Albini, bekennender Foodie, ergeht sich derweil in Lob übers niederländische Frühstück und man beendet den Auftritt nach 'ner guten Stunde mit einer amüsanten wie killermäßigen Version des skurrilen Übersongs 'The End Of Radio*, der meinetwegen auch niemals mehr hätte aufhören müssen.
Fazit? Na, was wohl?! War natürlich total geil. Könnte mir das tatsächlich diese Woche direkt noch mal geben, wenn's darum gehen würde.

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