Dienstag, 13. November 2018

Dieser Tage raus (KW46)

Und ein weiterer Strauß bunter Melodien... in dieser Woche mal etwas abgespeckter:

ESBEN AND THE WITCH - Nowhere
Wer als europäische Band schon Aufnahmen bei Steve Albini, außerdem ein Roadburn-Livealbum in der Vita stehen hat, der hat ohne Frage schon eine Menge richtig gemacht.
ESBEN AND THE WITCH gibt's allerdings inzwischen auch schon zehn Jahre und das über Season of Mist erscheinende "Nowhere" ist, wenn ich da richtig durchblicke, das bereits fünfte reguläre Album der Band in einer ganzen Schwemme weiterer Veröffentlichungen von EPs usw.
Das aus Brighton stammende und inzwischen in Berlin basierte Trio hat sich mit der nicht ganz einfach zu kategorisierenden Musik irgendwo zwischen Goth, Shoegaze, Indie-Pop, Alternative-Rock und Post-irgendwas wohl inzwischen zu einer eigenen Marke entwickelt. 


FOUDRE! - KAMI 神
Ich mag Gizeh Records, frage mich allerdings manchmal so ein bisschen, wer deren Kram eigentlich sonst noch so hört.
Die französischen FOUDRE! z.B. sind sowas wie ein Drone-/ Post-Metal-/ Ritual-Ambient-Ensemble, das sich gelegentlich zu Improv-Sessions trifft. "KAMI 神" ist tatsächlich sogar eine Live-Aufnahme.


FUNERAL CHIC - Superstition
Crust'n'Roll / Blackened-Metal-Punk mit Hellhammer-/ Celtic-Frost-Kante irgendwo zwischen härteren Party-Vibes und nihilistischer Weltanschauung: Ich könnte hier jetzt mal wieder die Plattitüde bringen, mich im Grunde genommen für sowas in erster Linie eigentlich schon viel zu alt zu fühlen... aber hey. 

THE GREAT SABATINI - Goodbye Audio
Math-Sludge, Noiserock, Powerviolence, ins punkige neigender Arschloch-Metal oder Irgendwas-core? 

Auch die kanadischen THE GREAT SABATINI sind so eine Band, für die man den passendsten substilistischen Stempel gar nicht so schnell findet. Brüder im Geiste von Krachmachern wie Today Is The Day, Keelhaul, Dystopia, Zeni Geva, Eisenvater, Art Of Burning Water oder Bruxa Maria, allerdings mit ‘ner Menge Humor und Selbstironie.


HAIR PULLER - Old Friend
Dem Debütalbum dieses Trios aus Metal-Hipsterhausen Portland, Oregon eilen in der internationalen Meddl-Blogosphäre wirklich schon so einige Vorschusslorbeeren voraus: HAIR PULLER sollen auf der Höhe der Zeit quasi sowas wie das perfekte Bindeglied zwischen nihilistischem Old-School-Sludge (Buzzoven), crusty New-School-Sludge (frühe Kylesa), Riffrock-Sludge (Melvins) und Brachialst-Noiserock (Unsane) mit einer Brise Neuzeit-Harcore sein.
Klingt für mich so auf dem Papier dann jetzt erstmal nach wie für mich gemachter Musik, die vielleicht ein paar Jahre zu spät dran und auch ein bisschen zu „gemacht“ ist, aber riskieren wir mal 1-2 Ohren…


KLUIZENAER - Das Ungebrochene Schweigen
Dass Mitglieder der grandiosen Potsdamer Noisecoreler Gall auch noch in eine Atmospheric-Black-Metal namens KLUIZENAER verstrickt sind wusste ich bis eben noch gar nicht…
Jene haben jedenfalls diese Woche ihr neues Album "Das Ungebrochene Schweigen" raus.
Name your Price!


MARDID - vvvvvvv
An dieser Stelle kopiere ich einfach mal den Label-Erklärungstext: 

"MARDID (مارد) is an Arabic word meaning "rebellious" or "giant", but also refers to a type of extremely powerful Djinn spirit.
The barren lands and ancient lore of the most enigmatic region on Earth, juxtaposed against the dystopian decay that proliferates under Islamic and militaristic tyranny.
These are the unusual conditions that allowed for the genesis of MARDID in their homeland of the Sahara. The anonymous initiates of MARDID chose the weapon of black metal to wage a clandestine occult war on the modern-day sociopolitical zeitgeists that allow for the destruction of their culture, history, and environment. No other sonic form but the blackest of metal could effectively channel and contain the primal rage and atavistic ecstasy of the spirits of their land. It is these spirits of the Sahara that guide MARDID through the art and science of extreme music."


PORTRAYAL OF GULT -  Let Pain Be Your Guide
Zur
Screamo-Nische der Post-Hardcore-Ecke habe ich ja sozusagen ein „distanziert zugeneigtes“ Verhältnis. Da in meiner, schon etwas früher stattgefunden habenden musikalischen Sozialisierung vor allem Stadion-Hardrock, Alternative, Thrash und Death Metal, eher Prollo-Hardcore u.ä. eine Rolle spielten, war derartiges lange eher eine Parallelwelt für mich, in die ich dann irgendwann zwar auch mal zaghaft einen Fuß setzte, aber eigentlich nur akzentuiert mal dran partizipierte.
PORTRAYAL OF GULT wurzeln in dieser Ecke, schwappen von dort aus allerdings bis zum Grind-/ Powerviolence über, womit man sich sozusagen in der Mitte trifft.


V.A. - All Mangled and Deformed: A Tribute to Hammerhead
Eigentlich sogar noch mehr als Unsane sind HAMMERHEAD aus Minneapolis für mich ja quasi sowas wie die AmRep-Noiserock-Band schlechthin. 
Dachten sich auch Kaos Kontrol aus Finnland, die diese Woche einen Tributsampler am Start haben, auf der sich neben der Kaos-Kontrol-"Hausband" THROAT mit ÅRABROT und SUMA zwei in der Krach-und-so-Gunst recht hoch stehende Bands einfinden und ferner u.a. auch noch die GREAT FALLS, die man ebenfalls auf dem Radar haben sollte.


Und sonst noch so...

Die Berliner ANCST konnten mich mit ihrem „Hardcore-Typen machen Black Metal“-Style bisher nie übermäßig begeistern, auf ihre neue EP "Abolitionist" sei aber trotzdem mal hingewiesen.

Tendenziell interessante Grindcore-Split: MAGGOT BATH / SKULLxPIERCER.

Re-Release: BOHREN & DER CLUB OF GORE's "Beileid" EP, bekanntlich mit Warlock-Coversong feat. Mike Patton, kommt diese Woche erstmals auf Vinyl raus.

Dark-Wave aus Australien: BUZZ KILL's "New Kind of Cross" auf Funeral Party Records (in Europa über Avant! Records)

Hummus Records haben mit "Pictorial" von KILLBODY TUNING das neuste Kapitel cineastischen Instrumentalrocks am Start.


Relativ typischer Stoff auf Art As Catharsis: MNMM’s "Minimum" vereint Art-/ Postrock-Ambitionen weltmusikalisch mit mttelöstlichen/ iranischen Elementen.

Das eigentlich auf Februar kommenden Jahres datierte "Svartmyrkr" via Cold Spring von MZ.412 kann man schon jetzt auf Bandcamp komplett hören.

SciFi-Autor John Shirley's Altherrenpunk-Band THE SCREAMIN' GEEZERS hat ein Alice Cooper-Cover auf Soundcloud veröffentlicht!

Die ins mathige neigenden, texanischen Indierocker/ Post-Punks von SPRAY PAINT hauen ein Kooperationsalbum mit THE REBEL aus England namens "Charles And Roy's Purple Wang" über Ever / Never raus.

Das Berliner Gothpop/ Dark-Wave-Duo SOME EMBER hat diese Woche ihr neues Album "Submerging the Sun" am Start.

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