Mittwoch, 28. November 2018

Dieser Tage raus (KW48)

Der Lärm der Woche:

ACID CANNIBALS - Horny For Tomorrow
Auf 01.12., also kommenden Samstag datiert ist diese neue EP von den schottischen ACID CANNIBALS
über Hominid Sounds, für die an anderer Stelle auch schon die Schublade „Posi-Ggarage-Punk“ aufgemacht wurde, mit Dwarves-Vergleich und Stoner-Metal-Kante.
We started Acid Cannibals to focus on a positive mental attitude rather than allow us to be eaten by the negativity of the world around us” sagt die Band selbst dazu.


ACID MOTHERS TEMPLE - Reverse Of Rebirth In Universe
Uuund die nächste Veröffentlichung der umtriebigen japanischen Psychedelic-Rock-Originale ACID MOTHERS TEMPLE bzw. Acid Mothers Temple & The Melting Paraiso U.F.O., in diesem Fall dann doch mal wieder über das britische Spartenspezialistenlabel Riot Season Records.  

ANGUISH - s/t
Dälek (sowohl MC Will Brooks, als auch sein Mitmusiker Mike Mare), Faust's Hans Joachim Irmler, Avantgarde-Jazztröter Mats Gustafsson und Drummer Andreas Werliin vom Fire! Orchestra haben sich hiermit für was zusammengetan.
Natürlich arten derartige Kollaborationsexperimente zwischen Jazz, Elektronik und Krach in der Natur der Sache immer irgendwie in ziemlicher "Musiker-Musik" aus, die nur ein ganz spezielles und schwer bezifferbares Publikum interessiert, uninteressanter macht's das allerdings auch nicht unbedingt...

AYYUR - The Lunatic Creature
Afrikanischer Black-Metal scheint gerade auch immer mehr so ein Ding zu werden... Vor zwei Wochen noch haben Vendetta Records ein Album von Mardid aus der Sahara veröffentlicht, die südafrikanischen Demogoroth Satanum machen derweil auch immer mehr von sich reden und diese Woche erscheint auf Vendetta in Zusammenarbeit mit Sentient Ruin Laboratories dieses Teil von AYYUR, einem Black-Metal-Projekt aus Tunesien, das dann auch noch ein Ex-Deathspell Omega-Mitglied für's Drumming gewinnen konnte.

BARRIGA DE VERME –s/t
Vergangenen Freitag war mir die Veröffentlichung dieses zwingend erwähnenswerten Teils durch die Lappen gegangen, ein paar Tage später wurde ich in den Sozialmedien dann allerdings doch noch drauf gestoßen: Die nepalesischen Speziell-Grindcoreler Chepang haben sich mit Colin Marston (Behold... The Arctopus/ Dysrhythmia/ Krallice/ Gorguts/ ...) als Mitmusiker und Produzent zusammengetan und eine Menge weiterer Bekannte aus Nepal, Brasilien und den USA an verschiedensten Instrumenten dazu addiert um ein improvisiertes Krachmusik-Epos in Tradition von Naked City und ähnlichem zu schaffen.
Wow!
Checkt auch den trippy ADHS-Videoclip!


CAUSTIC CASANOVA - Pantheon: Volume 3
Das an Weedeater erinnerne Coverartwork kommt nicht so ganz von ungefähr, denn die jungen Sludge'n'Stoner-Riffrocker CAUSTIC CASANOVA aus Washington covern auf diesem Album tatsächlich auch den 'God Luck and Good Speed' Titeltrack...



GEWALT - Pawlow / Kein Mensch
Nach dem Song-des-Jahres-Kandidaten im Februar und einer Remix-12''-EP im Sommer gibt's diese Woche die inzwischen siebte 7''-Single der längst essenziellen Berliner Drumcomputer-Noiserock-Band, die sich weiterhin weigert, ein Langspielformat vorzulegen. 
Unterstüzung erhalten sie hierbei von Mitgliedern der Post-Punk-Jungspunde Friends of Gas.


GOTH GIRL / QUEER FUCK - Wish You Were Here
Harsh-/ Noise/ -Wall/ -core-Kollaboration zweier kanadischer Queer-Noise-Künstler aus dem Umfeld der geilen Noise-Grinder Holy Grinder
Ganz schön viel "Noise", ja.


SECTION H8 - Phase One
Alles, was ich über die Hardcore-Band SECTION H8 aus L.A. bisher weiß
ist dass einer der Typen auch eine Hälfte des EBM-Duos Youth Code ist. Dementsprechend gibt's beim metallischen Punk dieses Debüts auch ein bisschen Synths und Sampels zu hören.

SPACE CAMP - Inevitable Demise
Und noch was queeres: "Non-Denominational, Non-Binary Hardcore by Sissies for Sissies" aus Connecticut. 
Inkl. witzigem Videoclip.

STATUES - Adult Lobotomy 
Politisch motivierten Post-Punk bzw. lauteren Indierock mit Pop-Sensibilitäten präsentieren uns Crazysane Records mit diesem Album der schwedischen STATUES (Ex-Starmarket- und -Kevlar-Leute).
Walter Schreifels ist Fan!

Und sonst noch?

"Dope, Guns 'N Fucking In The Streets Volume 14" ist unterwegs und soll Sonntag aufschlagen! 

Die neuste Split auf dem hochfrequent raushauendem Digital-Label Throne of Bael Records teilen sich die australischen Grind-/ Sludgecore-Krachmacher MAGGOT BATH und der britische Drone-Metal-Act MOSTLY HAIR AND BONES. 

Black-Metal-Freunde sollten vielleicht ferner "Paysages Polaires" von Québec's CANTIQUE LÉPREUX auf dem Schirm haben, Death-Metal-Enthusiasten wiederum checken derweil "Pain Will Define Their Death" von VITRIOL.

THE BLACK MYSTERIES ist außerdem mal wieder ein Alter Ego von Gnaw Their Tongues, dessen "Lemegeton" gerad' raus ist.

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, erscheint diesen Freitag außerdem eine neue EP der Punk-Hip-Hopper HO99O9 namens "Cyber Cop", aber mehr weiß ich darüber auch nicht.

Dienstag, 27. November 2018

Hypnagogia

"Hypnagogie bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der beim Einschlafen oder (zumeist nächtlichen) Erwachen auftreten kann. Eine Person im hypnagogischen Zustand kann visuelle, auditive und taktile Halluzinationen erleben, unter Umständen, ohne sich bewegen zu können (Schlafparalyse). Obwohl der Person bewusst ist, dass sie halluziniert, kann sie in den meisten Fällen nicht darauf reagieren."

Das Doom-Metal-Highlight des Jahres abseits vom ganzen inflationären Bollo-Sludge, Stoner-Fuzz-Gedöns und Retroschnarch? Der beste Soundtrack für die dunkle Jahreszeit? Ich bin mir mit Schwermetallgazetten wie dem Decibel Magazin ausnahmsweise mal einig...



EVOKEN sind bei mir ja sowas wie eine der Ausnahmen der Regel, dass ich dieser Tage eigentlich nicht mehr so wirklich auf „(konventionelleren) Düster-/ Extrem-Metal“ stehe. Noch weniger stehe ich auf Konzepte unter einem Banner, das Richtung Todesfaszination geht oder Düsterheimer-Kram, der zuweilen ins „dunkelromantisch“ anmutende abdriften kann. Und mit der Kombination aus Grunz-/ Röchel-Vocals und einer melodiöseren Gitarrenarbeit oder gar Keyboardgeklimper und harmonischen Streichergarnierungen ist's dann ja auch schon mal so eine Sache...
Ich möchte fast schon von einem „Aquired Distaste“ reden, wenn ich bedenke, dass ich vor einer gefühlten Ewigkeit tatsächlich mal phasenweise für’s, wenn man mal ehrlich ist ziemlich unsägliche Legacy Magazin mit tätig war, heutzutage aber mehr denn je doch auch diejenigen verstehen kann, die sich an den karnevalesken Klischees und scheinbaren Gegensätzlichkeiten derartiger Metal-Subgenres (plus die allgemeine Spießigkeit der entsprechenden Szene(n)) eher amüsiert und/ oder abgeneigt stoßen.
EVOKEN jedoch sind eines dieser Originale, welches so dermaßen alles richtig macht, dass es mir kein bisschen peinlich wäre, ihnen auf meine alten Tage noch mal aus der ersten Reihe headbangend die beidhändige Pommesgabel entgegen zu strecken (bildlich gesprochen). 
Im Gegensatz zu ihren, im gleichen Jahr gestarteten britischen Genrepionier-Kollegen von Esoteric, deren Funeral-/ Death-Doom-Metal-Stilformel noch ein bisschen mehr ins experimentelle driftet (und die dabei live auch irgendwie bestechender sind als von Konserve), haben EVOKEN aus New Jersey auf ihrem sechsten Album "Hypnagogia" wohl die „musikalischere“ Herangehensweise an derartiges perfektioniert.
"Hypnagogia" ist (wie von EVOKEN nicht anders gewohnt) atmosphärisch dicht, dabei aber nicht nur dunkel und schwer, sondern auch in einer gewissen Weite offen. 
Der Sound und Stil von EVOKEN ist reich an Nuancen, Facetten und Variationen im Gesangsbereich, bei der Gitarrenarbeit, am Rhythmusfundament und in der Garnierung.
Trotz allem, was dagegen sprechen mag, funktioniert die Vermengung aus düster-brachialer Musik mit „bösen Vocals und jeder Menge Key- und Streicher-Zusätze auf "Hypnagogia" hahezu perfekt. 
Mehr denn je fallen mir an so einigen Stellen ziemliche Celtic-Frost-Momente auf, mehr denn je habe ich das Gefühl, dass EVOKEN auf diesem Album von schaurig-schönen Leadgitarren bis zum Blastgeprügel-Ausbruch ein akzentreiches Gesamtwerk auskomponiert haben, das diese Art von Metal wirklich am Rande der Perfektion zelebriert.
„Am Rande“ vor allem deshalb, weil dieser etwas gegen den Strich gebürstete Gesangspart bei 'Ceremony Of Bleeding' etwas ist, bei dem man nur hoffen kann, dass EVOKEN derartiges bei ihrem nächsten Album nicht zur Regelmäßigkeit erheben werden.
Abgesehen davon ist "Hypnagogia" nämlich ein schon regelrecht verblüffend kurzweiliges (!) und einnehmendes Teil einer stilprägenden Band, die offensichtlich nicht nur in ihrem eigenen Ding stagnieren möchte und dabei, wie gesagt, einfach alles richtig und fast gar nix falsch macht.


Sonntag, 25. November 2018

You Won't Get What You Want? Vielleicht ja doch genau das...

Alben 2018: Ein faszinierendes Teil ist ja tatsächlich die Comeback-Scheibe der DAUGHTERS…



Und irgendwie erkenne ich ein Muster: Die früher von mir eher ignorierten DAUGHTERS - die im Laufe ihrer ursprünglichen Karriere 2002 bis 2009 das Kunststück fertig brachten, im Grindcore zu wurzeln, um über den Umweg Math-/ Post-Hardcore dann noch bei sowas wie Noiserock rauszukommen – hauen aktuell in eine Kerbe, die scheinbar total mein Ding ist:
Mehr noch als mein Lieblingsalbum des Jahres 2015, mein Lieblingsalbum des Jahres 2017 oder auch das ebenfalls sehr geschätzte, bisher letzte Album der Young Widows geht die aktuelle der DAUGHTERS in eine Richtung fiebrig-elektrisierten Noiserocks, der mich mit seinem industriell anmutendem Klirr-, Brumm- und Schepper-Sound zuweilen auch ziemlich an Cop Shoot Cop ("Ask Questions Later") erinnert.
Ein etwas entspannter pumpender Song wie 'Less Sex' klingt dann auch noch nach irgendwas zwischen dem angeschrägten Indierock der Suuns und Nine Inch Nails oder aktuelleren Neubauten. Energisch nach vorne stampfendes wie 'The Reason They Hate Me' wiederum zieht dann die Industrial-rockige Kante gleich noch mal viel stärker an.
Vieles auf dem Album könnte in mir das Bild von jemanden wecken, der während eines schlechten Drogentrips unruhig zuckend auf der Stelle rumtanzt, wären da nicht diese oft sehr narrativen Sprechgesang-Vocals mit Nachdruck, die das Ganze zusammen mit der hartkantigen Rhythm Section trotz aller surrealen Alptraumhaftigkeit des schrägen Gitarrenkrachs in der Realität verankert halten.

Egal wie man zu DAUGHTERS Prä-Reunion stand - "You Won't Get What You Want" ist ohne Frage eines der interessantesten und mitreißendsten Alben harter Gitarrenmusik des Jahres!

Donnerstag, 22. November 2018

Dieser Tage raus (KW47)

Bla...

BAUHAUS - The Bela Session 
Zum vierzigsten Jubiläum der britischen Gothrock-/ Postpunk-Innovatoren BAUHAUS gibt’s den „ersten und einzigen“ offiziellen Re-Release der Hymne 'Bela Lugosi's Dead' überhaupt auf Vinyl. 
Außerdem gesellen sich drei unter die insgesamt fünf Tracks aus der gleichen Session, die noch nie zuvor veröffentlicht wurden! 


CLAVICVLA - Sermons
Das Oaklander Label Sentient Ruin Laboratories befindet sich schon seit einiger Zeit auf einer interessanten Mission, die mitunter fiesesten Death-/ Black-Metal-Bands aufzutun, aber da noch lange nicht aufzuhören, sondern von dort aus auch mit in die Drone-/ Noise-Nische(n) zu gehen, was eh immer mehr mit bestimmten Ecken des Extrem-Metal-Undergrounds zusammenwächst.
Diese Woche verspricht das italienische Dark-Ambient-/ Death-Industrial-Einmannprojekt CLAVICVLA was für Fans von Lustmord und Trepaneringsritualen zu sein. 


GUERILLA GHOST - Perpetually Sad Motion Machine
"Alternative-Hip-Hop" zum ersten: GUERILLA GHOST aus Milwaukee sind ein Duo mit Punk-Attitüde, was zu sagen und Grime-/ Noise-/ Industrial-Tendenzen im Sound, auf den  Pfaden solcher Acts wie Ho99o9 und Death Grips...

HUATA - Lux Initiatrux Terrae
(Doom-)Bands, die etwas übertrieben einen auf sakral-ritualistisch machen, sind ja inzwischen auch so 'ne Sache an der Grenze zur Comedy.
Nichtsdestotrotz sind mir die französischen HUATA von einer Livebegegnung vor einiger Zeit mit Mönchskutte, Weihwasser und Orgeleinlagen tendenziell als so kurzweilig-bekloppt in Erinnerung geblieben, dass das wohl auch was über sie aussagt und ich in die neue auf jeden Fall mal reinhören werde...



LORD KESSELI AND THE DRUMS - Melodies of Immortality 
Dem zweiten Album des Duos LORD KESSELI AND THE DRUMS über Bookmaker Records geht schon regelrecht einiges an Hype voraus, denn selbst der Musikteil des nervigen Vice-Magazins ist schon drauf aufgesprungen.
Dass Kesseli und sein Drummer sich zu sowas wie einem breitenwirksameren Phänomen entwickeln könnten, das wage ich dann allerdings ehrlich gesagt doch stark zu bezweifeln. Denn 1.) ist die Gesamterscheinung der ganzen Nummer dafür viel zu kauzig und 2.) dürfte bei ihrem eigentümlichen Crossover aus Psychedelic-Rock/ Doom und Elementen elektronischer Clubmusik das Gesetz greifen, dass die meisten Dance-Leute keinen Bock auf Gitarren-Bands haben, sowie die meisten Stoner-/ Metal-Szenegänger bei technoidem Synthiegeplucker gleich Befremdungszustände durchleben. 
Bei mir kann man mit sowas allerdings seit eh und je landen und ich hoffe doch schwer, dass die beiden Schweizer es zeitnah auch mal nach NRW schaffen...

N + [ B O L T ] - n (46) + [ b o l t ]
Dritte Kollaboration in Langspielalbum-Form des Dortmunder Drone-Solokünstlers N und der in Bochum wurzelnden (inzwischen in Duisburg basierten) [ B O L T ], die bei dieser Aufnahme noch ein reines Bassisten-Duo ohne den inzwischen assimilierten Drummer waren.
In diesem Teil der Serie sind die Ambient-Sphären und Noise-Klangwände besonders Black-Metal-beeinflusst.
Natürlich wieder über Midira Records (und dann auch noch bei Bandcamp).


PLANET B - s/t
"Alternative-Hip-Hop" zum zweiten: Justin Pearson, bekannt durch Baller-Bands wie The Locust, Retox und Dead Cross, ferner Label-Betreiber von Three One G, fügt seiner Vita mit PLANET B nun auch noch ein Projekt hinzu, das im Hip-Hop wurzelnde Musik mit Punk-und Metal-Attitüde und Ästhetik vereinen soll.
Dazu hat er sich neben seinem Partner in Crime Luke Henshaw (Sonido de la Frontera) verschiedene weitere Leute mit ins Studio geholt, angefangen von The Locust-Mitgliedern, über Rapper Kool Keith bis zu Martin Atkins, der u.a. Drummer bei PIL und in nahezu jeder Band der Spätachtziger-/ Frühneunziger-Industrial-Metal-Szene war (Ministry, Nine Inch Nails und co.).




PINKO / EXHALANTS Split 7''
Die scheinbar generell recht Split-freudigen PINKO (ihre geteilte 12'' mit Bummer gehört in jede (!) Gitarrenkrach-Ahnunghaber-Plattensammlung!) spielen geilen Hardcore im Sinne der späteren Refused u.ä.; die EXHALANTS wiederum sind eine vielversprechende Noiserock-Bands aus Austin, Texas, deren aktuelles, selbstbetiteltes Album im August auch schon gefiel…

TANTRUM - Twisted In Anguish
Re-Release: Französischer Neunziger-Noiserock erstmals auf Vinyl!
Wer, wie die Band selbst auf Quicksand, Helmet, Unsane, Today Is The Day, Keelhaul und dergleichen steht, aber die Mittneunziger-Krachmacher TANTRUM bisher nicht kannte, der kann das diese Woche mit der adäquaten Wiederveröffentlichung ihres zweiten Albums nachholen.


WORKIN' MAN NOISE UNIT - Music Merch Swag Videos
Diese Woche bei Riot Season Records raus: Das zweite Album von WORKIN' MAN NOISE UNIT, von Anderen schon gerne
mal mit allem von Fugazi, The Jesus Lizuard und Karp, über Stoner-Rock wie Fu Manchu und Kyuss bis zu Pop-Sludge wie Torche verglichen.
 
Und sonst noch?

Bei AmRep gibt's Sonntag mal wieder so eine Spezial-Reissue, dieses mal ist's GOD BULLIES' (geile Band!) "
Mamawombwomb".

Noch mal Drone bei Midira Records: Auch SARRAM's "Four Movements Of A Shade" sollten Freunde Ambient-esker Gitarrenklänge vielleicht mal checken!

Vielversprechender No-Wave-/ Post-Punk-Nachwuchs? Checkt auch mal die aktuelle Single von DAMN TEETH aus Glasgow.

Zwei neue Releases auf Instruments Of Discipline: HOMOAGENT’s zweite EP "We Are Here To Ruin Your Life" bietet 'Dark-Room-Techno', während TARNE SPIRER ein mitunter Metal-verwuzeltes Projekt ist, dessen "Varmblod" unter Power-Electronics und "Untanzbar-Techno" geführt wird.

Wer bei aktueller Underground-Elektronik auf dem laufenden sein will, um bei seinen Nerd-Freunden so richtig cool da zu stehen, der sollte BONNIE BAXTER's "Ask Me How Satan Started" auf dem Schirm haben.

New Weird Britain: Auf God Unknown Records ist die neue Single "Sex Threat" der Psych-/ Noise-/ Krautrocker RAINBOW GRAVE am Start.

TRANSMANIACON’s 2014er "The Darkening Plain" fand ich genrell nicht schlecht und dass die Band auf den etwas obskureren Phasen wandelt, u.a. von Autor John Shirley beeinflusst zu sein, der in dem Zusammenhang mehrfach mit Blue Öyster Cult kollaborierte usw., macht mir das alles irgendwie ziemlich sympathisch.
Auf dem diese Woche erscheinendem Album 'The Strange World Of Suzie Pellet' (New Heavy Sounds) spinnen sie zusammen mit Lydia Lunch und Maya Berlin etwas von Fantasy-/  Horror-Künstler und -Autor Ian Miller weiter.


Metal-Resterampe: 

Temple of TorturousECHTRA haben diese Woche "BardO" draußen, was etwas für die Leute ist, die ihren Black-Metal mit Ambient-/ Drone-/ Doom-Tendenzen in überlangen Songs (zwei Zwanzigminüter!) bevorzugen.

Vorsicht, Humor-Metalcore: GRINDFELD sind eine Deathgrind-Band aus New York, dessen Konzept auf der allseits beliebten Sitcom Seinfeld basiert. 

Was da gerade mit nur noch einem Originalmitglied (am Schlagzeug!) als IN THE WOODS... unterwegs ist, ist dann ja auch so ein Ding, das ich auf mehreren Ebenen nicht mehr so ganz raffe. Auf jeden Fall gibt’s davon diese Woche auch ‘n neues Album

Mittwoch, 21. November 2018

All I really, really, really want to see…


#FirstWorldProblems³: Man hätte vergangenen Dienstagabend auch mal zum Duisburger Djäzz fahren können, um sich die eigentümlicheren Berliner Indierocker Kala Brisella anzusehen. Oder nach Oberhausen zu Napalm Death mit gefühlt fünf eher uninteressanten Vorbands.
Da ich mir allerdings regelrecht kurzschlussmäßig ‘ne Karte für die erste Reihe des Bochumer Schauspielhauses geschossen hatte, wo EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN ihr "Best of"-Programm hinbrachten, wurde es das gediegene Sitzkonzert, obwohl ich mir die gleiche Nummer auch schon letztes Jahr in Duisburg gegeben hatte.


Ach ja, Neubauten… Eigentlich wollte ich ja längst noch was ausführlicheres über den Re-Release ihres Supporters-Albums "Gründstück" samt DVD gebloggt haben und über das "Risha"-Ding von Alexander Hacke und David Eugene Edwards (Wovenhand), war dann allerdings irgendwie doch nicht dazu gekommen. Wie gesagt, #FirstWorldProblems³.


Aber jetzt auch mal meckern? Okay: Dass Blixa Bargeld (im Übrigen barfuß unterm Anzug) einige der gleichen Ansagen und Witze im Autopiloten abspulte, die man auch letztes Jahr in Duisburg schon etwas eloquenter und spontaner wirkend gebracht hatte, darüber kann man als Publikumswiederholungstäter natürlich genauso die Augen verdrehen wie darüber, dass man diese Nummer, von der Bühne zu gehen und sich zurückjubeln lassen, durchaus auch überreizen und ein mal zu oft an einem Abend durchziehen kann.
Die Momente, in denen N. U. Unruh irgendeinen Schrottinstrument-Krachschepper-Kram veranstaltet, während der Großteil der Geräusche dabei eigentlich aus den Tasten von Live-Keyboarder Felix Gebhard kommt (dessen Socken außerdem farblich mit dem Hemd abgestimmt waren, aber das nur nebenbei…), sind dann auch so ein Ding, wo man anführen könnte, dass die Band ihren „geniale Dilettanten“-Charme eben noch nicht so ganz eingebüßt hat, aber so leicht zum Augenrollen  war das in der Ausführung an diesem Abend in meiner Wahrnehmung auch.
Dass man dann zum Schluss gar auch noch irgendwie so ein bisschen antiklimatisch rausgeschmissen wird und dabei 1-2 erwartete Schlusssongs nicht zu hören bekommt – seltsam?!
Und dann war da noch die Trulla hinter mir, deren permanentes, überenthusiastisch schnatterndes und gackerndes „Yeah, wow, huu! (...)“ trotz aller Sympathie für authentische Begeisterungsfähigkeit irgendwann einfach nur noch nervte.
All das sind Gründe, warum ich mir im Gegensatz zur letztjährigen Duisburger Show nicht auch noch den überteuerten USB-Stick mit dem Konzertmitschnitt holen musste. 

Bevor wir uns missverstehen ist’s jetzt aber auch nicht so, als würde ich den Konzertbesuch unter ‘ner unnötigen Pleite verbuchen. Duisburg letztes Jahr war  zwar im Direktvergleich und persönlichem Empfinden der klar gelungenere Konzertabend, allerdings gingen die fast zwei Stunden in Bochum auch kurzweiligst rum.
Besonders positiv fiel mir auf, dass gar nicht mal weiter vorne in meiner Neubauten-Rangordnung  stehende, vermeintlich ruhigere Tracks wie 'Sonnenbarke' live noch mal ein völlig anderes Potenzial entfalten und dabei eine beachtlich krasse Crescendo-Kurve zeichnen.
Und 'Sabrina' ist einfach einer dieser in magischem Ausmaß unfassbar geilen (oder auch wirklich einfach „schönen“) Songs, die man wirklich einfach mal live gehört und erlebt haben muss. 
Von daher war’s absolut lohnend, sich das noch mal gegeben zu haben. Sollten sie nächstes Jahr wieder unter gleichem Motto in eine Lokalität der Gegend kommen, werde ich dann aber wohl doch auch mal aussetzen...

Randnotiz: Beim Besuch meines Lieblings-Second-Hand-Plattenladens in Bochum, Bahlo Records, von AmRep-Noiserock bis Grindcore-Großtaten ein paar Sachen für mehr als faire Preise von der Suchliste gestrichen. Auch dafür hat sich der Besuch der Nachbarstadt dann auch mal wieder gelohnt…

Shout it out loud (Zeke)


Konnte man das Vorzeichen eigentlich schon sowas wie einen ziemlichen Abstieg nennen?
Laut Netzrecherche muss es 2004, also vor fast eineinhalb Dekaden gewesen sein, dass ich ZEKE im „alten“, weil inzwischen nicht mehr existenten Dortmunder FZW am „neuen Graben“ live sah. 

In meiner Erinnerung war der Liveclub damals gut gefüllt und vom Konzert ist u.a. hängengeblieben, dass einer von (den amerikanischen) ZEKE zwischen den Songs immer wieder (auf Deutsch) „geile Frisur, Alter!“ ins Publikum rief. 
Die Band hatte gerade ihr Album "Til the Livin' End" über Relapse Records raus, auf dem sie das Tempo zum Unverständnis einiger Fans ein bisschen gedrosselt hatte und eigentlich wie Motörhead klang anstatt, wie auf den Alben davor, wie Motörhead im doppelt so schnellen Hardcore-Tempo, was rückblickend aber nur noch eine Randnotiz ist, denn live war das Ganze natürlich dennoch good Rock’n’Roll Fun mit leicht asozialer Aura…


Im März diesen Jahres veröffentlichten ZEKE ihr erstes Langspielalbum seitdem. Von Konzerten in Köln und Essen  im Frühjahr ist derweil überliefert, dass diese eher lahm gewesen sein sollen.
Sie kamen dann jetzt im gleichen Jahr trotzdem glatt noch mal wieder und machten auf dem etwas undankbaren Montag Halt in der schönsten Kneipe Dortmunds, dem Subrosa. Mir kommt das als regelrechter Stammkunde besagten Etablissements ja fast schon entgegen (also habe ich dafür mein zuletzt sonst sehr gewissenhaft durchgezogenes Sportprogramm zum Wochenbeginn dafür glatt mal sausen lassen), aber bedenkt man mal das geringe Fassungsvermögen der Hafenspelunke, spricht das nicht gerade für den Status, den man ZEKE eigentlich gerne zusprechen würde…


Andererseits tat diese Wohnzimmeratmosphäre dann allerdings ihr übrigens dazu, dass dieser Montagabend mit Livekonzert ein besonders spaßiger wurde.
Buchstäblich direkt an der Theke lehnend nicht weit von der Bühne stehen und dabei die Biersprühdusche des Bassers abgekommen? Läuft.
Blind Marky Felchtone hat sichtlich Bock und klettert, wenn er gerade mal nicht singen muss, klampfend auf diverse Möbel der Kneipe. Die ganze Band reißt eigentlich immer wieder die Gitarrenhälse in die Höhe und macht auf der Minibühne gut Action...
Wo Felchtone den Zweitgitarristen herrekrutiert hat, der auch sein Sohn sein könnte – keine Ahnung.
Zwischen hardcoreigen Highspeed-Granaten und lässigen Rockern (was bei ZEKE schon unter Midtempo läuft, würde man dabei bei anderen Bands allerdings noch unter „rasant“ rühren) ist auch noch Platz im Set für den Mitgröler in Form eines Kiss-Covers.
Wenn prolliges Rock’n’Roll-Entertainment, um ‘ne Spur besser durch die Woche zu kommen, dann so. Es war wirklich großer Spaß!
Ob das geschätzte Subrosa nun öfter mal auch für kernigere Konzerte öffnet? Ich wage es zu bezweifeln. Aber wer weiß…

Dienstag, 13. November 2018

Dieser Tage raus (KW46)

Und ein weiterer Strauß bunter Melodien... in dieser Woche mal etwas abgespeckter:

ESBEN AND THE WITCH - Nowhere
Wer als europäische Band schon Aufnahmen bei Steve Albini, außerdem ein Roadburn-Livealbum in der Vita stehen hat, der hat ohne Frage schon eine Menge richtig gemacht.
ESBEN AND THE WITCH gibt's allerdings inzwischen auch schon zehn Jahre und das über Season of Mist erscheinende "Nowhere" ist, wenn ich da richtig durchblicke, das bereits fünfte reguläre Album der Band in einer ganzen Schwemme weiterer Veröffentlichungen von EPs usw.
Das aus Brighton stammende und inzwischen in Berlin basierte Trio hat sich mit der nicht ganz einfach zu kategorisierenden Musik irgendwo zwischen Goth, Shoegaze, Indie-Pop, Alternative-Rock und Post-irgendwas wohl inzwischen zu einer eigenen Marke entwickelt. 


FOUDRE! - KAMI 神
Ich mag Gizeh Records, frage mich allerdings manchmal so ein bisschen, wer deren Kram eigentlich sonst noch so hört.
Die französischen FOUDRE! z.B. sind sowas wie ein Drone-/ Post-Metal-/ Ritual-Ambient-Ensemble, das sich gelegentlich zu Improv-Sessions trifft. "KAMI 神" ist tatsächlich sogar eine Live-Aufnahme.


FUNERAL CHIC - Superstition
Crust'n'Roll / Blackened-Metal-Punk mit Hellhammer-/ Celtic-Frost-Kante irgendwo zwischen härteren Party-Vibes und nihilistischer Weltanschauung: Ich könnte hier jetzt mal wieder die Plattitüde bringen, mich im Grunde genommen für sowas in erster Linie eigentlich schon viel zu alt zu fühlen... aber hey. 

THE GREAT SABATINI - Goodbye Audio
Math-Sludge, Noiserock, Powerviolence, ins punkige neigender Arschloch-Metal oder Irgendwas-core? 

Auch die kanadischen THE GREAT SABATINI sind so eine Band, für die man den passendsten substilistischen Stempel gar nicht so schnell findet. Brüder im Geiste von Krachmachern wie Today Is The Day, Keelhaul, Dystopia, Zeni Geva, Eisenvater, Art Of Burning Water oder Bruxa Maria, allerdings mit ‘ner Menge Humor und Selbstironie.


HAIR PULLER - Old Friend
Dem Debütalbum dieses Trios aus Metal-Hipsterhausen Portland, Oregon eilen in der internationalen Meddl-Blogosphäre wirklich schon so einige Vorschusslorbeeren voraus: HAIR PULLER sollen auf der Höhe der Zeit quasi sowas wie das perfekte Bindeglied zwischen nihilistischem Old-School-Sludge (Buzzoven), crusty New-School-Sludge (frühe Kylesa), Riffrock-Sludge (Melvins) und Brachialst-Noiserock (Unsane) mit einer Brise Neuzeit-Harcore sein.
Klingt für mich so auf dem Papier dann jetzt erstmal nach wie für mich gemachter Musik, die vielleicht ein paar Jahre zu spät dran und auch ein bisschen zu „gemacht“ ist, aber riskieren wir mal 1-2 Ohren…


KLUIZENAER - Das Ungebrochene Schweigen
Dass Mitglieder der grandiosen Potsdamer Noisecoreler Gall auch noch in eine Atmospheric-Black-Metal namens KLUIZENAER verstrickt sind wusste ich bis eben noch gar nicht…
Jene haben jedenfalls diese Woche ihr neues Album "Das Ungebrochene Schweigen" raus.
Name your Price!


MARDID - vvvvvvv
An dieser Stelle kopiere ich einfach mal den Label-Erklärungstext: 

"MARDID (مارد) is an Arabic word meaning "rebellious" or "giant", but also refers to a type of extremely powerful Djinn spirit.
The barren lands and ancient lore of the most enigmatic region on Earth, juxtaposed against the dystopian decay that proliferates under Islamic and militaristic tyranny.
These are the unusual conditions that allowed for the genesis of MARDID in their homeland of the Sahara. The anonymous initiates of MARDID chose the weapon of black metal to wage a clandestine occult war on the modern-day sociopolitical zeitgeists that allow for the destruction of their culture, history, and environment. No other sonic form but the blackest of metal could effectively channel and contain the primal rage and atavistic ecstasy of the spirits of their land. It is these spirits of the Sahara that guide MARDID through the art and science of extreme music."


PORTRAYAL OF GULT -  Let Pain Be Your Guide
Zur
Screamo-Nische der Post-Hardcore-Ecke habe ich ja sozusagen ein „distanziert zugeneigtes“ Verhältnis. Da in meiner, schon etwas früher stattgefunden habenden musikalischen Sozialisierung vor allem Stadion-Hardrock, Alternative, Thrash und Death Metal, eher Prollo-Hardcore u.ä. eine Rolle spielten, war derartiges lange eher eine Parallelwelt für mich, in die ich dann irgendwann zwar auch mal zaghaft einen Fuß setzte, aber eigentlich nur akzentuiert mal dran partizipierte.
PORTRAYAL OF GULT wurzeln in dieser Ecke, schwappen von dort aus allerdings bis zum Grind-/ Powerviolence über, womit man sich sozusagen in der Mitte trifft.


V.A. - All Mangled and Deformed: A Tribute to Hammerhead
Eigentlich sogar noch mehr als Unsane sind HAMMERHEAD aus Minneapolis für mich ja quasi sowas wie die AmRep-Noiserock-Band schlechthin. 
Dachten sich auch Kaos Kontrol aus Finnland, die diese Woche einen Tributsampler am Start haben, auf der sich neben der Kaos-Kontrol-"Hausband" THROAT mit ÅRABROT und SUMA zwei in der Krach-und-so-Gunst recht hoch stehende Bands einfinden und ferner u.a. auch noch die GREAT FALLS, die man ebenfalls auf dem Radar haben sollte.


Und sonst noch so...

Die Berliner ANCST konnten mich mit ihrem „Hardcore-Typen machen Black Metal“-Style bisher nie übermäßig begeistern, auf ihre neue EP "Abolitionist" sei aber trotzdem mal hingewiesen.

Tendenziell interessante Grindcore-Split: MAGGOT BATH / SKULLxPIERCER.

Re-Release: BOHREN & DER CLUB OF GORE's "Beileid" EP, bekanntlich mit Warlock-Coversong feat. Mike Patton, kommt diese Woche erstmals auf Vinyl raus.

Dark-Wave aus Australien: BUZZ KILL's "New Kind of Cross" auf Funeral Party Records (in Europa über Avant! Records)

Hummus Records haben mit "Pictorial" von KILLBODY TUNING das neuste Kapitel cineastischen Instrumentalrocks am Start.


Relativ typischer Stoff auf Art As Catharsis: MNMM’s "Minimum" vereint Art-/ Postrock-Ambitionen weltmusikalisch mit mttelöstlichen/ iranischen Elementen.

Das eigentlich auf Februar kommenden Jahres datierte "Svartmyrkr" via Cold Spring von MZ.412 kann man schon jetzt auf Bandcamp komplett hören.

SciFi-Autor John Shirley's Altherrenpunk-Band THE SCREAMIN' GEEZERS hat ein Alice Cooper-Cover auf Soundcloud veröffentlicht!

Die ins mathige neigenden, texanischen Indierocker/ Post-Punks von SPRAY PAINT hauen ein Kooperationsalbum mit THE REBEL aus England namens "Charles And Roy's Purple Wang" über Ever / Never raus.

Das Berliner Gothpop/ Dark-Wave-Duo SOME EMBER hat diese Woche ihr neues Album "Submerging the Sun" am Start.

Sonntag, 11. November 2018

Suffering Quota - Life in Disgust (Grindcore 2018 (5))

 
Ja wow! Mehr fiel mir als erste Reaktion auf SUFFERING QUOTA’s "Life in Disgust" erstmal nicht ein, außer: Ja wow!

SUFFERING QUOTA’s zuweilen ins old-school-death-metallische neigender Grindcore macht damit alles richtig, das Genre an der rohen Repulsion-/ Terrorizer-/ Assück-Wurzel zu packen und mit der angepissten Räudigkeit von Phobia zu ballern (denen man im Klang dabei schon mal ähnelt), die Schrauben von dort aus im Geiste früher Morbid Angel noch mal einen Ticken weiter zu drehen und damit auch schon mal bei der Intensität Nasum'schen Hyperblast-Geschredders rauszukommen.
Und das alles mit einem offensichtlichen Interesse daran, Songs zu schreiben, die bei aller Rasanz, Wut und Grobheit eben nicht auf der Schiene generischer Stangenware fahren (bzw. rasen).  
Ob zwischendurch mal die Bolt-Thrower-Panzerketten rollen, das Crustcore-Riff hackt oder der gebremste Doom-Part einem das Gefühl gibt, vor die Wand geknallt zu sein... Ob es mal ins leicht mathig-dissonante kippt oder in der Gitarrenarbeit atmosphärische Anwandlungen durchkommen – habe ich gestern noch was davon gefaselt, es dieser Tage nicht mehr so mit Death Metal zu haben, beeindruckt mich der ultraderbe Deathgrind/ Grindcore dieser Niederländer gerade in einem ungeahnten Ausmaß.
Der generelle Sound, der zeitlos-roh dröhnt und naturbelassen anmutet anstatt sich an irgendeiner abgelutschten oder zeitgeistigen Ecke anzubiedern, ist total geil (hier gibt’s weder übertriebenen Stockholm-Sound-Worship, noch pseudomoderne Knalleffekte) und der stilistische Facettenreichtum ist geil, der die oft kurz gehaltenen Songs von "Life in Disgust" zu einer aufreibenden Achterbahnfahrt abseits der vorgefertigten Berechenbarkeit vieler anderer Baller-Bands macht. Handwerklich ist die Band auf Top-Niveau, agiert allerdings gänzlich ohne Show-off-Faktor.

Wenn Euch zum Jahresende wieder diverse vermeintliche Szene-Experten irgendwelche Listen mit den angeblich besten Metal-Alben des Jahres um die Ohren hauen sollten und SUFFERING QUOTA’s "Life in Disgust" dann nicht darunter ist, dann könnt Ihr endlich aufhören diese ernst zu nehmen.

Pflichtkauf! Vinyl gibt’s bei 7Degrees Records, Tape bei Tartarus Records.   


Samstag, 10. November 2018

20 Jahre Mercenary!



Zum Thema Death Metal habe ich heutzutage wohl ein relativ ambivalentes Verhältnis, genauso wie der Death Metal selbst eine inzwischen komplexe Stilschublade ist, die für viele Subgenre-Auswüchse einer recht heterogenen Szene steht, dabei in weiten Teilen seiner "Fan-Demographie" allerdings auch das wiederspiegelt, was mich allgemein an der engstirnigen Metal-Subkultur heutzutage eher nur noch anödet bis abturnt. 
Das jetzt noch weiter zu zerbröseln würde komplett den Rahmen sprengen. Aber sagen wir mal, dass auf Phasen, in denen ich recht Death-Metal-zugeneigt war, auch immer wieder welche folgten, in denen mein Interesse an derartigem stark abebbte.
Hinzu kommt etwas, das viele Todesmetallenthusiasten blasphemisch, amateurhaft, nixblickend und kaum nachvollziehbar finden: Ich war nie ein übermäßiger Fan typischen US-Death-Metals. Okay, ja, doch, ich mag die frühen Obituary- und Autopsy-Alben, weiß um die Bedeutung Morbid Angels, war damals mal von Cynic’s "Focus" fasziniert und fand Dying Fetus über die Jahre live immer wieder ziemlich mächtig, auf der anderen Seite aber konnte ich bei allem Respekt nie sooo wirklich viel mit (vor allem auch den späteren) Death anfangen, halte das monotone Bollerbollerröchelröchel-Propellerheadbangen von Cannibal Corpse für komplett überbewerten Quatsch am Rande der Selbstkarikatur und habe das Gewese um Nile irgendwann echt gar nicht mehr gerafft, während Deicide, Malevolent Creation oder Monstrosity in meinem Musiknerd-Leben auch nie eine irgendwie nennenswerte Rolle gespielt haben und ich Suffocation zwar nicht wirklich schlecht finde, jene mit ihrem technischen Ultrabrutal-Style samt handbewedelter Breakdowns allerdings die Paten für Substilströmungen wurden, die mir wirklich überhaupt nix mehr geben.
„Mein“ Death Metal fand Anfang/ Mitte der 90er eigentlich mehr im Sauerland, in Skandinavien und vor allem auf der Insel des Vereinigten Königreichs statt. 

Gerade auch das, was das englische Label Earache damals so rausbrachte... 
Ich fand Entombed super (auch noch und gerade, als sie mit den immer rockigeren Auswüchsen des dritten und vierten Albums ihre Fans eher spalteten) und ich fand die „musikalischeren“ Entwicklungen, die im Crust-Punk wurzelnde Grindcore-Rumpeltruppen wie Carcass und Napalm Death Richtung Death Metal aufzeigten super. 

Und ich fand BOLT THROWER super, die 1994 auf ihrem fünften und letzten Studioalbum bei Earache, "...For Victory", die eigene Stilformel mit einem klar-massiven Soundgewand in Richtung der auf "War Master" gestellten Weichen perfektionierten, dabei die Reste ihrer früheren Grindgerumpel-Spurenelmente endgültig abschliffen und zu einer Eigenmarke wurden wie sonst nur Motörhead oder Discharge.

BOLT THROWER hatten sich gefunden, denn ab "...For Victory" entwickelte sich ihre Musik quasi nur noch in mikroskopischen Nuancen weiter und wurde dabei eigentlich im Laufe der folgenden Alben, konträr zu allen Trends, immer noch langsamer und Groove-betonter, anstatt rasanter, vordergründig brutaler, moderner oder sonst irgendwie anders.



Als November 1998 ihr sechstes Album "Mercenary" über Metal Blade Records erschien, wurde das britische Quintett in der Schwermetallfachpresse daher auch vor allem dafür gefeiert, ein Fels in der Brandung zu sein:
Andere (Death-)Metal-Bands hatten sich zu der Zeit nämlich in progressive, rockigere oder sonstwie zeitgeistigere Richtungen verabschiedet und man hatte traditionelleren Metal verdrängende Trendphänomene wie Stadion-Grunge, Industrial-Metal, Rap-Rock-Crossover
und Hüpfhardcore hinter sich, während das Stichwort Nu Metal vor der Tür stand und einstige Genre-Aushängeschilder am auswhimpen waren (Maiden, Metallica, Megadeth waren zur der Zeit allesamt auf kreativen Tiefpunkten, Kreator rutschten zum Gothrock ab usw.), was damals gerade auch beim harten Kern europäischer Genre-Puristen einer sich regelrecht in der Krise wähnenden Szene natürlich alles nicht so wirklich auf Gegenliebe stieß. 
Doch BOLT THROWER zogen ihren ganz eigenen Kampfstiefel unbeirrt durch.
Und obwohl ich eigentlich immer jemand war, der eher für offenen Zeitgeist als für scheuklappigen Traditionalismus zu gewinnen ist, begeisterte "Mercenary" auch mich ziemlich mit seiner hartkantig knallenden Durchschlagskraft und dieser plättend walzenden Heavyness.
Noch einige Jahre später, als ich mal eine Zeit lang DJ einer monatlichen Metal-Party war, habe ich dabei wirklich jedes mal den Album-Hit "No Guts, No Glory" gespielt...

Bis heute gibt es keine andere Band, die mit derartiger Härte und Leichtigkeit zugleich breit fräsende Gitarrenriffs mit 16tel-Doublebass-Geboller zu einem schwer rollenden Midtempo-Fluss verschmelzen lässt, der als Assoziation immer wieder Planierraupen oder Panzer bei Rezensenten hervorbrachte.  

An jenem Stilgrundpfeiler haben sich andere Bands immer wieder versucht (z.B. Heaven Shall Burn), aber niemand hat es auch nur ansatzweise jemals so hinbekommen wie das englische Original selbst.
Dann sind da noch diese Leadgitarren, wie sie eben nur BOLT THROWER spielen. 
Diese Vocals von Karl Willetts (der auf nur einem Album der Bandkarriere nicht mit dabei war), welcher böse röchelt, ohne dabei in eine unverständliche Krümelmonsterparodie abzurutschen.
Bassistin Jo Bench war ferner als eine der wenigen Frauen, die damals mit einer Extrem-Metal-Band auf der Bühne standen, längst zu einem Role-Model für folgende Metallerinnen-Generationen geworden.

Dass sich BOLT THROWER als eher weiter links wurzelnde und sehr Fan-nahe Band mit einem auf allen Ebenen durch und durch konsequenten Ethos im Gegensatz zu Entombed oder Napalm Death nie so wirklich auch in OX-, Visions- und Intro-Redaktions- und Leser-Kreisen als eine der Metal-Ausnahmen etablierten, das mag vielleicht auf ihr konsequentes Festhalten an der eigenen Stilformel zurückzuführen sein, zu der neben Kriegs-Lyrics auch Coverartworks mit Warhammer-Optik gehörten, was somit natürlich mehr was für Metal-Nerds als für saturierte Bildungsbürger-Punks oder Indiehipster war.  
Ferner dürfte ein weiterer Grund gewesen sein, dass sie in den letzten zehn Jahren ihres Bestehens, vor dem plötzlichen Ableben ihres Drummers Martin "Kiddie" Kearns, halt kein Album mehr veröffentlichten, weil sie nicht das Gefühl hatten, musikalisch noch mal was mit gebührender Substanz zu sagen zu haben. Auch dazu: Hut ab, denn andere hätten einfach iiirgendwas fabriziert und veröffentlicht, auch wenn’s nur ein müdes Abbild früherer Glanztaten gewesen wäre… (Hallo Entombed (A.D.)! Hallo The Crown!)
Aber das nur als Beobachtung nebenbei.

Heutzutage höre ich zugegeben nicht mehr so wirklich oft mal BOLT THROWER, aber wenn, dann ist der erste Griff ins Plattenregal tatsächlich
meistens der nach "Mercenary", auf den dann, einmal wieder angefixt, auch noch eine erweiterte Dauerrotation von den Peel-Sessions über "The IVth Crusade" (Where next to conquer!) bis "Those Once Loyal" folgt.

Folgendes zum Schluss dann übrigens auch noch mal eben: Die "Mercenary"-Nummer 'Powder Burns' ist Teil einer Reihe thematisch zusammenhängender Songs, die sich immer wieder gleich anfangend und endend über mehrere Alben erstrecken, was hier bei der Gelegenheit dann mal in der entsprechenden Reihenfolge wiedergegeben sei:

Mittwoch, 7. November 2018

Dieser Tage raus (KW45)

Diese Woche hat auf dem Neuerscheinungenradar ja mal wieder ganz schön viel zu bieten...

 

CORTEZ - No More Conqueror
Das 2013er CORTEZ-Album "Phœbus" fand ich nicht ganz uncool, ein (uhrzeitmäßig) später Kneipen-Location-Auftritt der Band beim 2015er Roadburn Festival konnte mich dann allerdings nicht so wirklich überzeugen. In dubio pro reo: Vielleicht passte ihr aggressiv-brachialer Post-Hardcore einfach nicht so ganz zum Hippie-Vibe des Events.
Diese Woche haben die Schweizer jedenfalls 'ne neue raus und man könnte dann ja trotzdem mal wieder reinhören.

CRIPPLE BASTARDS - La Fine Cresce da Dentro Relapse
Das 2014er "Nero In Metastasi" war ein ziemlich gutes Album zeitgenössischen Grindcores der italienischen, inzwischen seit 30 Jahren (!) aktiven Urgesteine, denen der leicht skandinavische Schliff am Sound und Stil dabei gut zu Gesicht stand.
Für ‘ne Grind-Band haben sie sich relativ viel Zeit mit den Nachfolger gelassen, der diese Woche wieder über Relapse erscheint. 


ENVY - Alnair in August
Letzten Freitag erschien dann überraschend auch noch eine neue Single der japanischen Post-Hardcore-Unikate ENVY, die sich nach zwei Jahren Pause in neuer Besetzung zurückmelden:


EVOKEN - Hypnagogia 
Neben Esoteric, die ich live ja oft doch etwas bestechender als von Konserve finde, sind EVOKEM für mich wohl sowas wie die eine Band, wenn es um sog. Funeral-/ Death-Doom-Metal der besonders atmosphärisch-dichten Spielart geht. 
Über die letzten Jahre gab es tatsächlich Phasen, in denen ich die bisherige EVOKEN-Discographie rauf und runter gehört habe, auch wenn ich mir ansonsten gerade immer weniger Düster-/ Extrem-Metal geben möchte. 
Daher steht das neue Album, das diese Woche bei Profound Lore rauskommt, durchaus auf dem Zettel der Herbstrotation.


GIRLS IN SYNTHESIS - Fan The Flames EP
Dritte EP innerhalb eines Jahres der politisch angehauchten Londoner, die dabei zuvor schon mit einem hartkantig-krachenden Post-Punk-Stil ziemlich aufhorchen ließen. 
Brüder und Schwester im Geiste solcher Bands von Killing Joke bis Bad Breeding.

KAELAN MIKLA -  Nótt eftir nótt 
Album Nummer drei des jungen isländischen Trios, das bereits die Gunst von The Cure's Robert Smith und des Roadburn Festival vorweisen kann, wodurch die Tour mit King Dude kürzlich zur völligen Randnotiz verkommt.
Post-Punk/ Dark-Wave/ Batcave mit minimalistischem Feeling und irgendwie auch ein bisschen emo, das wiederum allerdings im Düsterhexen-Sinne. 
"Diamanda Galas meets The Birthday Party"?

SHIT AND SHINE - Bad Vibes
Es ist ja schon irgendwie ein seltsamer Weg, davon, als zweites Album mal eben mit einer Lattitudes-Session epochalen Ausmaßes verblüfft zu haben ("Ladybird": 4 Drummers, 2 Bassists and 1 Toy Keyboard = 1 Riff, 41 Minutes = Evil Fun), um dann über abstrakten Weirdo-Noiserock in schnellen Schritten bei sowas wie Acid-House/ Billig-Techno angekommen zu sein. Noch verwirrender an der Sache ist, dass SHIT AND SHINE’s „Nebenerzeugnis“ USA/Mexico mit dem letztjährigen "Laredo" eines der heavysten Alben der letzten Zeit veröffentlichte, während Butthole Surfers-Drummer und Trance Syndicate Records-Betreiber King Coffey inzwischen auch mit in die ganze Sache verstrickt ist.
Diese Woche gibt’s jedenfalls die neue S&S "Bad Vibes" und ich bin nach wie vor primär erstmal verwirrt...




THE MEN - Hated: 2008​-​2011
Vom brachialen Noiserock ihrer Anfangstage haben sich THE MEN aus New York inzwischen ja ebenfalls leider ziemlich entfernt.
Mit einem neuen Dokument ihrer Frühphase kann man allerdings immerhin noch mal erahnen, wie geil ihre Auftritte zu der Zeit gewesen sein mögen.

Various Artists - The Wall [Redux]
Various Artists - Best of Pink Floyd | Redux
Lange angekündigt und nun endlich am Start ist diese Cover-Compilation zu PINK FLOYD’s "The Wall" von Redux Records aus New York, die sowas auch schon mit Helmet's "Meantime" gemacht haben.
Zu den Neuinterpretierenden gehören dieses mal an besonders Krachundso-relevanten Bands u.a. die MELVINS, PALLBEARER, YEAR OF THE COBRA, LOW FLYING HAWKS und SUNNFLO’ER.
Ferner haben sich MARK LANEGAN, SCOTT REEDER, ASG, SOLACE, MARS RED SKY, MOS GENERATOR und viele weitere nicht lumpen lassen.
Parallel dazu gibt’s dann im auch noch einen weiteren Tributsampler unter dem Titel "Best of Pink Floyd | Redux", auf dem ganz gute Stoner-Sludge-Bands wie MAMMOTH WEED WIZARD BASTARD, DOMKRAFT oder SOMNURI vertreten sind. 

Und außerdem...

...Grindcore:

Unter dem simpel-selbsterklärenden Titel "The First 100 Songs" haben Joyful Noise Recordings diese Woche die ersten 8 EPs (!) von ANAL TRUMP als Schallplatte am Start! Pflichtkauf?!

THE ATROCITY EXHIBIT's "Extinction Solution" (Wooaaargh) bietet kurze Baller-Songs punkig-metallischen Grinds mit Gurgelkeif-Vocals und Motörhead'schen Rock'n'Roll-Anleihen, der Spaß machen soll ohne in eine unnötige Humorecke abzurutschen. Nicht uncool!

...Death und Black Metal, Düster-Hardcore und co.: 

Auch die Derb- und Düster-/ Deathwish Inc.-coreler CULT LEADER sind vom Trend erfasst worden, dass Goth jetzt irgendwie wieder total hip ist und arbeiten derartiges vermehrt auf ihrem neuen Album "A Patient Man" ein.  

DEATHRITE aus Dresden haben diese Woche mal wieder 'ne neue über Century Media raus. Deren D-Beat-Death-Metal finde ich grundsätzlich sympathisch und kurzweilig, muss davon aber nicht unbedingt mehrere Tonträger im Regal stehen haben.

Verwechslungsgefahr: Nicht Ultha aus Köln, sondern ULTHAR aus der Bay Area fabrizieren Black/ Death Metal mit Doom-Spirit und gewissem Crust- Kern. Das Debüt "Cosmovore" ist diese Woche bei 20 Buck Spin raus

Das in den USA und Kanada wurzelnde Duo WALD KRYPTA hat sich dem Raw Black Metal verschrieben und präsentiert uns diese Woche ihr klischeetriefendes "Nature Enigma" auf Pfaden von "Under the Sign of the Black Mark", "Transilvanian Hunger" und "Nattens Madrigal".

...Doom, Sludge'n'Stoner, Post-Metal, Ambient-Drone und co.:

Bei den Stichworten Stoner-Doom, Portland, Oregon und Ripple Music dürften keine Fragen mehr offen sein, wenn HOLY GROVE diese Woche ihr zweites Album "II" veröffentlichten.
Billy Anderson hat nicht nur produziert und gemischt, sondern bei einem Song dann auch gleich noch mit in die Saiten gehauen, während der unnachahmliche Mike Scheidt von Yob beim Rausschmeißer mitsingt.


THE MON ist das Soloprojekt von Ufomammut's Urlo (Bass, Vocals, Synths), dessen neues Album "Doppelleben" diese Woche via Supernatural Cat rauskommt.

OHHMS aus Kent, UK, die sich an sowas wie einer psychedelischen Prog-Variante von Sludge-Metal versuchen, sind mit ihrem dritten regulären Langspieler "Exist" am Start.

VOUNA kann man wohl als sowas wie Zöglinge von Wolves in the Throne Room bezeichnen, denn das diese Woche erscheinendes, selbstbetiteltes Album wurde in WITTR’s Owl Lodge Studio aufgenommen und erscheint auch über deren Label Artemisia Records. Erwartet sowas wie schwärzeren Doom Metal mit starker Synthie-Unterstützung. 

...Industrial und co.:

Cold Spring haben diese Woche 1.) eine 30th Anniversary Reissue von BOW GAMELAN ENSEMBLE's "Great Noises That Fill The Air" raus, einer Band mit Künstlerkollektiv-Charakter, die schon den 80ern mit Performances selbstgebauter Instrumente für Aufsehen sorgte, die völlig weit draußen waren
2.) gibt's als 250sten Release 'ne 29 Tracks starke Label-Compilation namens "Earthen", mit u.a. Merzbow / Genesis Breyer P-Orridge, Psychic TV, Khost, Coil, MZ.412,    
Zeni Geva + Steve Albini und so weiter und so weiter... 
  


Das auf Industrial-eskes von Dark Ambient und Noise-Klangexperimenten bis zu Four-to-the-Floor-Techno spezialisierte, dann aber auch schon mal mit krachigem LoFi-Metal wie den Cuntroaches überraschende Berliner Label Instruments Of Discipline hat zum vierjährigen Bestehen ‘ne Compilation unter dem Titel "Eating From The Orchard Of The Heart" raus, auf der sich u.a. Operant, War Scenes, Monya, Last Days of Sex und Mai Mai Mai einfinden.
Die USB-Version ist schon ausverkauft.


Warum das eigentlich schon mal auf August datiert gewesene Remixalbum "XX-XXIV" der Moskauer Industrial-Band SOBAKI TABAKA (Собаки Табака) dann jetzt auf ein mal in den November verschoben wieder im VÖ-Kalender auftaucht, das weiß nur der berüchtigte Geier. Auf jeden Fall sind als Remixer u.a. End.User, Gnaw Their Tongues, Terminal Sound System und Khost vertreten.