Mittwoch, 26. Dezember 2018

Elektronische Resterampe 2018

Aktuell ist mein Interesse an elektronischen Klängen, Soundcollagen und Konserven-Beats mal wieder etwas stärker als sonst, auch wenn das Boot mit Gitarrenkrach ja eigentlich schon mehr als voll ist.
Hier ein paar entsprechende Veröffentlichungen aus diesem Jahr, in die es sich vielleicht auch mal reinzuhören lohnt:

AGIDION - R​-​bit
Die neuste Digital-Veröffentlichung von Sonicterror Recordings (Label von End.User und n.l.i.c) bietet interessanten IDM im besten Aphex-Sinne. 
Oder zumindest was, das nah dran ist.

AMANTRA vs. SUBMERGED - Lost Direction
Submerged kennt man ja eigentlich vor allem von Drum'n'Bass-mäßigen Kram und Kollaborationen mit Bill Laswell und Konsorten, hier hat er sich allerdings mit Amantra für etwas zusammengetan, das am ehesten in Richtung Dark-Ambient ohne vordergründige Beats geht und im Rahmen zwei langer Tracks tatsächlich ziemlich cool kommt!

CULT OF MONTU - >73656c66​-​7469746c6564
Der Drummer der 2010 aufgelösten Prog-Nu-Metaller Mudvayne ist eine Hälfte des Duos CULT OF MONTU, das vor ein paar Tagen mit dieser Veröffentlichung debütierte, die man wohl irgendwo unter abstraktem Electro-Industrial/ IDM/ experimentellem Ambient und Noise einsortieren kann.

DAS BLEEP - You Are The Sun EP
Dean Garcia of Curve-Fame hat nicht nur dieser Tage mit dem Familienbetrieb SPC ECO auch wieder eine Band in Richtung seiner alten am Start, sondern veröffentlicht unter seinem Klarnamen und als DAS BLEEP ferner elektro-musikalische Experimente.
Keine Ahnung, wie genau man den eher ruhigen Kram der aktuellen "You Are The Sun" EP stilistisch am passendsten etikettieren würde (Ambient?), aber gerade auch die Soundtrack-Qualitäten des letzten Tracks klingen nicht uncool!
Und wo wir dabei sind - checkt außerdem mal sein weiteres neues und etwas lauter tönendes Trip-Hop-/ Big-Beat-/ Industrial-Pop-Projekt STFU.

DRVG CVLTVRE - Always A Godfather, Never A God
Punk-wurzelnder Rave-Techno mit straighten Amen-Breakbeats und sirenigen Kirmes-Sounds wie The Prodigy anno '92?
Kann durchaus auch mal wieder Laune machen! 



G36 - Floor Weapons Vol​.​1
Kevin Martin alias The Bug wiederum hat in diesem Jahr ein neues Label namens Pressure gestartet um dem, was es da draußen so alles an eher unsinnigem Dub und Dancehall gibt was geschmackvolles entgegen zu setzen.
Dazu gehört z.B. dieser Release der japanischen Anarchos G36, die Düster-Dub mit Punk-Attitüde frönen.  

MONOLOG - Indemnity and Oblivion
Heavy rummsender Breakcore/ Industrial-Dub/ Metalriff-Sample-Drum'n'Bass ist etwas, das bei mir auch immer wieder mal ganz gut geht. 
Auf MONOLOG's "Indemnity and Oblivion" macht dann als interessante Randnotiz außerdem noch der wahnsinnige Mathias Lodmalm (u.a. von der schwedischen Metal-Band Cemetary) bei einem Song mit.

NAM-KHAR - Secret Essence​/ ​Sangwa Dupa
Dark-/ Ritual-/ Drone-Ambient aus dem Umfeld der Frühneunziger-Industrial-Krawallisten Sielwolf (ältere Semester erinnern sich...), deren Name ja neulich auch mal wieder auf der Bildfläche auftauchte!

PAUL BIRKEN - Slipper Dimples (Track)
Aus Mangel eines diesjährigen Albums soll ein mehr oder minder aktueller Compilation-Beitrags-Track mal als Aufhänger dienen, auf PAUL BIRKEN aus Minneapolis hinzuweisen. 
Jener manipuliert Maschinen zu Zufallsergebnissen krachig rummsenden Industrial-Technos mit Old-School-Feel, der irgendwie mächtig Spaß macht!

TUPIDO VELO - Watchtower
Den dunkel-rauen Spirit des Black Metal in elektronischer Beat-Musik einzufangen ist ein Vorhaben, an dem sich dieser Tage schon so einige Underground-Soundtüftler und Techno-Typen versuchen.
Bei TUPIDO VELO artet das in so einer Art Dark-Ambient-Techno mit Noise-Fragmenten und kühlen Klangflächen aus.

Und sonst noch? 
Ebenfalls bei Bandcamp online ist das neuste Album von MOUSE ON MARS ("Dimensional People", Thrill Jocky), das ehrlich gesagt nur so mittel was für mich ist, genauso wie - weil es so semi mit reinpasst - die neue LAIBACH "The Sound of Music".


Dienstag, 25. Dezember 2018

Grindcore 2018 (6)

Würde ich die Top 3 Grindcore Alben 2018 listen, würde das wahrscheinlich so aussehen:

#03: CLOSET WITCH – Closet Witch 
Derbst infernalisch-intensives Emoviolence-Geballer zwischen Chaos und Katharsis, das neben vergleichbaren Bands wie Svffer oder Cloud Rat betrachtet noch mal 'ne ganze Schüppe drauflegt. 

#02: INKASSO MOSKAU – Die Sünde
Dass diese Osnabrücker Grind-Punks auf ihrem zweiten Album unter Vermeidung von 08/15-Songarrangements an Atmo und Groove zugelegt haben, war wohl genau der richtige Schritt. 

#01: SUFFERING QUOTA – Life in Disgust
Schlicht und ergreifend alles richtig gemacht. 

Aber darum geht's eigentlich gar nicht, sondern darum, dass ich noch ein paar Sachen auf dem Grind-Notizzettel hatte, die - nicht nur der Vollständigkeit halber - nicht unerwähnt bleiben sollen:

CO - The Kane Sessions
Was Eye And Ear Control Records als "Blast-Prog" bezeichnen und in der Nähe von Keelhaul sehen passt vielleicht nicht so 100%ig in die Schublade Grindcore, dann wiederum irgendwo zwischen den ganz frühen (!) Mastodon/ Lethargy/ Today Is The Day/ Sulaco, Art Of Burning Water u.ä. in diese doch am ehesten.
Noch krawalliger wird's nicht.


DAGGRA - Setsuna
Mit ihrer düsteren und dezent technischen Death-/ Black-Metal-Kante klingen die texanischen DAGGRA im Rahmen ihrer kurz gehaltenen Songs ja irgendwie so ein bisschen wie 'ne chaotisch-punkige Grind-Version von Behemoth (kein Scheiß).
Stilelemente wie das Gegniedel beim Titeltrack sind mir persönlich zwar etwas too much, aber ich habe dieses Jahr wohl auch schon uninteressantere Extrem-Metal-Releases gehört.

ERNIA - Ernia
Nach der mitgelieferten Beschreibung hatte ich hinter ERNIA ja was wesentlich stärker gen Tech-Death neigendes erwartet und war umso positiver überrascht, dass der Hyperblast-Grindcore der Spanier zwar eine spielfreudig-metallische Kante mit Death-/ Black-/ Doom-Akzenten demonstriert, dabei trotz aller Avantgarde-Ambitionen aber eben doch mit intakten Crust-Kern nach vorne rast.
Kann man echt machen!

ESCUELA
..sind eine dieser aktuellen "sollte man als Genre-Aficionado auffem Schirm haben"-Bands. Das Quartett aus dem Bundesstaat New York kesselt zum Powerviolence neigend mit Hyperblasts und Stampfstampf-Parts nach vorne, während auch die Instrumentalisten neben Frontfrau Katerina mit in Mikros brüllen.
In diesem Jahr kamen Splits mit Violent Opposition und mit Reeking Cross raus, die beide noch mal 'ne ganz Spur besser produziert ballern als das etwas mumpfig-schepprig klingende Debütalbum von 2016.


GRAF ORLOCK - Examination of Violent Cinema Vol​.​1
Auch wenn man argumentieren könnte, dass es ja doch noch so ganz andere Probleme in der Welt gibt, über die man seinen Unmut in die selbige hinausbrüllen könnte und sollte, ist eine Kritik am zeitgenössischen Hollywood-Kino durchaus ein Motto, mit dem man sich ebenfalls ganz gut identifizieren kann.
Jenes ist das Konzept hinter dem fünften Langspielalbum der kalifornischen Cinematic-Grind-/ Hardcoreler mit zwangsexmatrikuliertem Filmstudenten-Background, die schon immer so ein bisschen ihr ganz eigenes Ding waren.


NORDIC WALKING
Warum es dieses Debüt nach einem einminütigen Preview bei Bandcamp bisher nur via Youtube zu hören gibt, weiß ich nicht.
Ich find' aber die Erkenntnis schön, dass es in meiner näheren (geographischen) Umgebung eben nicht nur mäßig inspirierte Stonerrocker, Hipstercoreler und Traditionsmetaller gibt, sondern endlich auch mal brauchbaren Baller-Nachwuchs.
NORDIC WALKING machen bei ihrem Grind/ Powerviolence mit atonaler Schlagseite nämlich verdammt viel richtig!




REGIONAL JUSTICE CENTER - World of Inconvenience
Kann man so kurz fassen, wie die Songs gehalten sind: RJC sind 'ne Fastcore-Truppe aus Seattle, deren Konzept tatsächlich Kritik am amerikanischen Justizsystem ist.

Und sonst noch?

Horror Pain Gore Death Productions
hau(t)en zum Jahresende noch mal ganz schön was raus: 
POUGHKEEPSIE's "Macrocosmic Demise" EP bietet deftigen Pigsqueal-Deathgrind zum Handwedeln, STRANGULIATORIUS' "Rope, Soap, Tabouret" geht zwar eher in Richtung crusty Death-Doom à la Coffins, weil das aber geil ist drücken wir das Auge mal nicht zu kleinkariert hinter der Grindcore-Brille zu und "Smoke Crack In Hell" von CRACK HOUSE ist was ziemlich beklopptes zwischen Grind, Crust-Punk und Thrash'n'Roll, das Freunden von Ghoul und co. gefallen dürfte. 

FLUORIDE's selbstbetitelte von 2017 sollte man kennen, falls dem bisher noch nicht so war, denn das Philadelphia-Trio schließt gut zu Closet Witch, Cloud Rat und Svffer mit auf.

Plakativer als "NAZI KILLER" geht's wohl auch nicht, aber auch deren selbstbetitelte Debüt-EP über Samizdat Records aus Leicester, UK liefert recht brauchbares Powerviolence-Geschepper.


Mittwoch, 19. Dezember 2018

Dieser Tage raus (KW51/52)

Und zum guten Schluss kommen tatsächlich auch noch mal 1-2 antizipierte Alben raus:

CLOSED - Closed
Punkiger, assig-fieser Sludge von der Insel? Haben wir auch noch mal: CLOSED sind sowas wie die Powerviolence-verwurzelte Rumpelbass-Version von EHG, Drunk in Hell u.ä.! Kurz und knackig krachende Songs trotz schwerem Zähfluss.


GREAT FALLS - A Sense of Rest
In Zusammenarbeit von Corpseflower Records (US,) und Throatruiner (EU) erscheint das bereits dritte Album von GREAT FALLS aus Seattle, die ziemlich gen Noiserock/ Post-Hardcore der kernigeren Gangart (Today Is The Day etc.), ja eigentlich partiell schon bis ins grindige neigen. 

Man kennt die Herren im Übrigen bereits aus Bands wie Undertow oder Kiss It Goodbye, während der Drummer auch schon bei Jesu und Jarboe auf dem Hocker gesessen hat, und man hat auch schon in der Vergangenheit so einiges richtig gemacht, wie z.B. einen Shellac-Coversong auf einer Split-7" mit der Sludge-Größe Thou, einer weiteren Splitsingle mit den griechischen Ausnahme-Grindern Dephosphorus und der kürzlich dann auch endlich mal veröffentlchten Teilnahme am Hammerhead-Tributsampler.
Tad Doyle hatte bei diesen neuen Aufnahmen dann ferner auch irgendwie seine Finger im Spiel.
Wie gesagt, viel richtig gemacht.



ILS - Pain Don't Hurt
Das allgemeine Noiserock-Revival hat inzwischen auch Metal-Hipsterhausen Portland, Oregon erfasst. Von dort machen sich die vier Jungs ILS diese Woche mit ihrer Debüt-EP auf, die durchaus gefällt!

Als Lieblingsband gibt man die weitgehend vergessenen Barkmarket an, was es zusätzlich sympathisch macht.

Joyful Noise Recordings - Holiday Party, Vol. 2
Letzte Woche ging's mir durch, also erwähnen wir es in dieser: Auf der Ferienparty von Joyful Noise Recordings werden Weihnachtslieder gesungen, die als überteuerte Lace-Cut-7"-Geschenke erhältlich sind.
Bei wirklich jedem davon macht Thor Harris (natürlich Ex-Swans) mit, beim 'Carol of the Tubular Bells' außerdem die unnachahmliche Jesus-Echse David Yow! Außerdem hätten wir u.a. noch die niederländische Indie-Popperin Eerie Wanda und jemanden von Deerhoof mit dabei.


KARATE BREAK - EP II
Manchmal sinniere ich ja darüber, wie geil es eigentlich sein könnte in Minneapolis, Minnesota zu leben. Statt, wie hier im Ruhrgebiet, ständig nur mit den nächsten Kreator-/ Sodom-Klonen, Bollocore-Deppen und ähnlichem uninspirierten Schäbimeddl-Unrat konfrontiert zu werden, schießen um einen rum die frischen Noiserock-Bands und Weirdo-Punks wie Pilze aus dem Boden.
Z.B. wie KARATE BREAK, die in dieser Woche gerade ihre zweite EP raus haben, um sich mit dieser dann auch direkt schon wieder aufzulösen (die Abschieds-Show spielte man kürzlich mit den göttlichen Tongue Party zusammen), allerdings nicht ohne immerhin bereits neue Bands einzelner Ex-Mitglieder vage in Aussicht zu stellen.
Ein Traum. Ein schöner zwar, aber eben leider auch nur ein Traum...

STRESS - Misery Fatigue
Der Name soll Programm sein: Die neuseeländischen STRESS wandeln auf Pfaden von Botch, Converge, Knut und co. (irgendwie ja auch so eine Nische, die nie so ganz ausstirbt, aber abseits der 1-2 großen Bandnamen weitgehend was für Nerds bleibt), wo kleinkarrierte Schubladenbeschriftungen zwischen Post-HC, Mathcore, Sludge-Metal und co. laut ihrer eigenen Aussage verschwimmen.


SULPHUR AEON - The Scythe Of Cosmic Chaos
Cthulhu statt Christkind!
Album Nummer drei von einer der wirklich wenigen Death-Metal-Bands, die mich mit ihrem episch angehauchten, eingängigem und alles richtig machendem Stil über die letzten Jahre ziemlich begeistern konnte, ist dann auch jetzt via Ván Records am Start!


THE LONG KNIVES - The Long Knives
Punk.


TREPANERINGSRITUALEN / DISTEL - A Knife in Sound
Split-Shape-12" über ant-zen, auf der die beiden vertretenen Industrial-Acts je einen Song von Coil covern!
Aus dem gleichen Umfeld stammt im Übrigen auch das ebenfalls diese Woche erscheinende Album von O Saala Sakraal (s.u.).

Und sonst noch...

...nicht uninteressant:

O SAALA SAKRAAL ist ein Projekt mit (u.a.) Distel- und Trepaneringsritualen-Live-Mitglied Peter Johan Nÿland und dem Drummer der Dead Neanderthals, dessen "Etmaal" (inkl. Videoclip) Richtung Dark-Ambient/ Ritual-Industrial geht.
Auf dem gleichen Label (Cyclic Law aus Berlin) kommen dieser Tage außerdem noch die ähnlich gearteten "Celestial Fire" von SHRINE und "Le Chant Des Ruines" von COBER ORD raus.

Apropos Dead Neanderthals: Über deren Minilabel Norwegianism Records kam kürzlich SKYMME's "Khoro". Eine schamanisch-rituelle Kombination aus Percussion und Vocals, die auch schon mal Richtung Ambient-Noise kippt. Gibt's echt Leute, die sich sowas anhören? Ich könnte mir nämlich tatsächlich vorstellen, derartiges selbst zu machen...

Bei Midira Records geht dann auch noch am 20.12. (um 20:00) die N (59) “Fahrn” 7-Tape-Box zum Verkauf online, die insgesamt 14 konservierte Live-Auftritte von Drone-Sologitarrist N enthält. Bei einem oder zwei davon war ich sogar...

Posh Isolation haben mit THE EMPIRE LINE's "1312" zwei Tracks rummsenden Punk-Rave-Technos am Start.

Und die 15 Songs starke END.USER Compilation "Deliberate Brakes" (Name your Price!) steht unter dem Motto Downtempo.

...Metal-Resterampe:

 "Ars Regalis" von MALVENTO & THE MAGIK WAY (Third I Rex) ist eine Split/ Kollaboration (?) zweier Projekte aus dem italienischen Black-Metal-Underground.

Death-Doom im Geiste der Peaceville-Innovatoren (= frühe Anathema/ My Dying Bride/ Katatonia) wiederum fabrizieren die schwedischen VANHA auf ihrem zweiten Album "Melancholia", das am 30.12. über Black Lion Records rauskommt.

Sludge-Riffrock aus Wiesbaden: THE WIRING haben mit "Illuminate Empty Shapes" eine neue EP draußen.

Dienstag, 18. Dezember 2018

Das Album des Jahres 2018

Wer hier im Laufe des letzten halben Jahres wirklich mitgelesen hat, weiß es natürlich schon, denn ich wurde nicht müde immer wieder mal zu betonen, dass TONGUE PARTY‘s "Looking for a Painful Death" ganz ohne Frage das Album des Jahres ist.


TONGUE PARTY‘s "Looking for a Painful Death" hat 2018 meine Welt gerockt wie schon lange nix anderes mehr.
Schon im Mai war mir meine Begeisterung ein ausführlicheres Review wert gewesen und ließ in den Folgemonaten wirklich kein bisschen nach. Im Gegenteil…


Vor allem auf masochistischen Joggingrunden ließ ich das Teil manchmal gleich 2-3 mal hintereinander am Stück in meinen Kopf ballern und lief daraufhin natürlich noch schneller als eigentlich gewollt.
Wie es einer dieser komischen kosmischen Zufällen dann wollte, ging ein paar Monate später dann noch ein Videoclip zum Albumopener 'Clock Tower' online, in dem die Protagonistin dazu joggt…



Wenn ich es unbedingt nerdy sezieren und skizzieren muss, würde ich es so versuchen, dass TONGUE PARTY‘s "Looking for a Painful Death" den mathematischen Noiserock/ Alternative Metal/ Post-Hardcore der frühen Helmet mit dem Weirdo-Sludge der Melvins kreuzt, das ganze mit ‘ner Extra Portion Hardcore-Punk plus verspielte Schlenker immer wieder in ziemlich thrashigen Baller-Abfahren rasantestens nach vorne knallen lässt, und sich somit nicht nur an ihre zeitgenössischen Brüder im Geiste metallischen Noiserocks wie Whores., Ken Mode und Bummer anlehnt, sondern mich außerdem irgendwie auch so ein bisschen an geliebten Frühneunziger-Spezialisten-Metal wie Prong, Fudge Tunnel und Eisenvater erinnert.
Einfach alles daran ist wie für mich gemacht, allerdings sind TONGUE PARTY zufällig in meine Komfortzone gestolperte Jungspunde, die das Ganze mit der entsprechenden Frische und Energie auf einem unfassbar hohem Level machen, was umso mehr ansteckt. 


Natürlich könnte ich jetzt auch noch viel mehr schreiben, auch noch weiteres audiovisuelles verlinken oder die durchs Netz gegeisterte Anekdote wiedergeben, wie die hoffentlich auch mal in nicht allzu weiter Ferne auch mal auf Europatour kommende Band nach einem gecancelten Gig dann spontan in einem klaustrophobischen Lagerhausgang spielte (siehe Toilet ov Hell), aber wir müssen es ja dann auch nicht direkt wieder übertreiben.
Klickt auf Play und lasst Euch umblasen!

Montag, 17. Dezember 2018

Songs 2018

Auf Albumcharts habe ich dieses Jahr zwar (mal wieder) keinen Bock, dafür mach' ich jetzt aber mal doch mal, was ich als erklärter Albumhörer und Shufflekonsumenten-Verachter sonst eigentlich nie mache: Nämlich eine Auflistung der zwölf Songs, die aus diesem Jahr irgendwie am meisten hängengeblieben sind (in entsprechender Mixtape-Reihenfolge):

SEVEN THAT SPELLS - Omega
Alpha & Omega: Der Anfang des Jahres wurde mir ja durch das neue SEVEN THAT SPELLS-Album "The Death And Resurrection Of Krautrock: Omega" direkt schwerstens versüßt. Vor allem das Kernstück 'Omega' ist mit seinen fast 19 Minuten an sonorem und verspieltem, dennoch auch einfach rockendem und Spaß machenden Progrock-Wahnsinn im allergeilsten Sinne etwas, von dem ich nach wie vor nicht genug bekommen kann.
Und dieser Drummer, dieser Drummer!



CRIMINAL BODY - Days Of Future Past
Diverse AZ-Gänger, Hipster-Punks und Brachialmusikliebhaber haben im Netz ihre „sorry, aber bin raus“-Äußerungen hinterlassen, seit die früheren Jungbluth unter neuem Namen kein Neocrust-Geballer mehr machen, sondern sowas wie Post-Punk, der trotz Krachfaktor zuweilen schon ins tanzbare und - leicht schief intoniert - poppige driftend haarscharf am kitschigen vorbeischrappt. Ich wiederum war bei meiner ersten Livebegegnung damit sofort wie hin und weg, bekräftige die Band ausdrücklich darin, abseits äußerer Erwartungen das zu machen, nach dem ihnen gerade ist und staune nicht schlecht, wie einfach es manchmal dann anscheinend doch sein kann, einen ins schon regelrecht powerballadeske driftenden Song auch ohne den ganz großen Refrain so knackig auf dem Punkt zu halten.


ÅRABROT - Sinnerman
Was die norwegischen „Art-Punks“ von ÅRABROT für eine tolle Band sind, war mir ja letzten Monat schon mal einen ausführlicheren Hinweis wert gewesen.

Und ich wollt’s wohl erst nicht so richtig wahrhaben, vielleicht auch weil der Song mit seiner kruden Folk-Schlagseite so ein bisschen quer durch meine Brachialrockmusik-Komfortzone marschiert (wortwörtlich, denn das ist ja mal voll das 1A-Marschrhythmustempo), aber gerade "Sinnerman" kann echt einfach nur total alles und entpuppte sich dann ja doch als so ein Teil, das man im Auto zum mitschmettern lauter drehen muss.
Ich kenne echt keine andere Band, die wie ÅRABROT gleichzeitig so ein bisschen bescheuert, irgendwie auch bitter und emo, dabei aber dennoch regelrecht erbaulich klingt.

  
MORNE - Not Our Flame
Irgendwie ist’s ja schon
ein etwas einfacher Stunt, in der zweiten Hälfte eines episch langen Songs ewig auf dem immer gleichen Rhythmusgitarrenriff rumzureiten und sich einen ab zu solieren, aber so wie MORNE das hier machen, ist das einfach nur total geil (die erste Hälfte mit diesem Bolt-Thrower-mäßigem Geknalle im Übrigen aber auch). Zumal man einer eigentlich in Amebix-/ Neurosis-/ Grief-/ Fall of Efrafa-mäßigen Gefilden wurzelnden Band so viel "Poser-Metal" im Blut gar nicht zugetraut hätte, was ich absolut nicht als Negativattribut verstanden haben möchte.

INKASSO MOSKAU - Tafelsilber
Bäm! Bäm! Bäm! Bäm! Bäm! Bäm! Bäm! Bääääääähm! So geht kantig stampfende Albumeröffnungsnummer, wenn man eigentlich ‘ne punkige Grind-Band ist, die mutmaßlich Black-Metal- und Postpunk-beeinflusst allerdings eben auch musikalisch noch viel mehr zu sagen hat, als nur punkiges Grind-Blastgezimmer.


PIG DESTROYER - Army Of Cops
Apropos Grind'n'Groove: Im Netz wurde diese Vorabvideosingle zum diesjährigen Album der Ausnahme-Grinder ja viel gescholten, und ja, auch ich finde den aufgeblähten Sound etwas drüber und andere PIG DESTROYER Alben zwingender als das dennoch schnafte "Head Cage".
Ändert allerdings nix dran, dass "Army Of Cops" trotz seiner Bollocore-Schlagseite ein durchaus clever arrangiertes Stück Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Musik ist, das total bockt.




GNOD - Donovan's Daughters
Ich wünschte ja wirklich, ich würde das ganze Album so gut finden wie den eröffnenden Viertelstünder, aber gegen "Donovan's Daughters" verblassen die folgenden vier Tracks von GNOD’s "Chapel Perilous" leider regelrecht.
Dieser kühl-industriell hackende Noiserock der Anarcho-Briten, der auf der Mitte ein mal fast zusammenfällt, um dann noch mal zum Dampframmen-Modus anzuziehen, ist wohl gerade auch in dieser ausgewalzten Konsequenz irgendwie total mein Ding.


GEWALT - Guter Junge / Böser Junge
Apropos Noiserock mit Industrial-Kante. 

Das ist gut. Das ist rechtschaffend. Das ist verkommen. Das ist Angst vor dem Tod.



NOISEPICKER - This Is How The World Will End
Eigentlich ist das Songmaterial auf NOISEPICKER’s "Peace Off " ein in seiner Kompaktheit ziemlich gelungenes Gesamtwerk ohne Tiefpunkte, das dann selbst in einer
etwas 'entknoteten' Live-Situation immer noch erstaunlich gut funktioniert.
Dennoch hat es mir der Kontrast zwischen atmosphärischen Passagen und krachigen Ausbrüchen, den ‘This Is How The World Will End‘ zeichnet, vom besagten „Tom Waits meets Voivod im The-Obsessed-Modus“-Album ganz besonders angetan.


MELVINS - Don’t Forget To Breathe
Man muss es ihnen ja echt lassen: Mit diesem kauzigen Kriecher eines seltsam-psychedelischen Songs aus der zweiten Reihe von ihrem, natürlich auch mal wieder etwas eigenwilligeren aktuellen Album "Pinkus Arbotion Technician", ist den guten alten MELVINS tatsächlich sowas wie ein heimlicher Ohrwurm geglückt.
Und dass der Videoclip dazu von AmRep-Hazelmyer’s Tochter zusammengebaut wurde, verdeutlicht einem dann wohl auch ferner mal wieder wie alt man selbst schon ist…




CHRISTIAN FITNESS - Hamsterland
Zwischen den Alben seiner eigentlichen Hauptband Future Of The Left (bekanntlich wiederum die Nachfolger von Mclusky) ist bei Andrew Falkous immer wieder auch mal ein Release seines halb im Wohnzimmer produziertem Projekts CHRISTIAN FITNESS drin, bei dem er seinen schon an anderen Stellen ins arg bekloppte abdriftenden Weirdo-Punk noch mehr auch in Hip-Hop-Schulterblicken und pompösen Pop-Akzenten ausarten lässt. Eine mit gewisser Contenance zur Schau gestellte Schrägheit, wie sie wohl eben wirklich nur Briten hinkriegen. 
Beim aktuellen "Nuance - The Musical" bin ich vor allem von der versöhnlich tönenden Schlussnummer mit orchestralen Einlagen begeistert, die ich mir wirklich jeden Tag schon zum aufwachen anhören könnte.


SANDRIDER - Banger
Seit dem 2013er "Godhead" ist das mit SANDRIDER und mir ja wirklich die ganz große Liebe, aber mit dem aktuellen Album "Armada" habe ich ein mittelschweres Problem: Wenn der vierte Song 'Banger' verklungen ist, ist’s echt schwierig sich die noch folgenden sechs auch noch anzuhören. Denn man hat soeben einen riesigen Megahit vernommen.

Dass besagte Nummer dabei mit einem regelrecht formularischen Strophe-/ Refrain-Arrangement aus der Standard- Rocksong-Schablone, einem arg Richtung Emo schielendem Chorus und sogar Clap-Sounds daherkommt, das macht alles nix, denn SANDRIDER kriegen das alles völlig unpeinlich hin und haben mit diesem lebendigen, ganz eigenem, dröhnig-drückenden Sound, wie nur sie ihn rausgebraten kriegen, das Satz in der Suppe drin, das den meisten generischen Stoner-Bands eben eher abgeht.
Und jetzt alle: Bury me in the niiiiight!

Alben 2018?

Wisst Ihr was?! Ich habe dieses Jahr mal wieder keinen Bock, selbstgefällig irgendeine Jahrescharts-Liste in virtuellen Stein zu meißeln. Weil.
Außerdem bringe ich morgen meinen letzten Arbeitstag 2018 hinter mich und werde den Rest des Jahres ab dann exakt so verbringen (Symbolbild, realitätsnah):


Aber moment... halt, stop: 1-2 resümierende Blogposts und sowas kommen trotzdem noch und das eine Abum des Jahres wird auch tatsächlich gekürt. Weil Ihr es seid.

Sonntag, 16. Dezember 2018

Gewaltig

Als Weihnachtsfeier/ Jahresabschlusskonzert dann noch mal was, auf das ich so riiichtig Bock hatte: GEWALT kamen in den Duisburger Djäzz, den sympathischsten Laden an Niederrhein und Ruhr.

Der Local Support LEONID HELL ging klar. Das Trio hat was auf dem Kasten, weckt zwischen vielem Gitarre stimmen bei recht verstrahlter Aura allerdings irgendwie so ein bisschen den Eindruck, sich nicht ganz zwischen Druck machenden LoFi-Rockern der rasanteren Art auf der einen und auf der anderen Seite ein paar irgendwie etwas zurückgenommen Songs zu viel entscheiden zu können.

Zum Beginn des GEWALT-Gigs machte Bandkopf Wagner direkt mal wieder seinem Ruf, ein etwas verschrobener bis exzentrischer Zeitgenosse zu sein alle Ehre, indem er erstmal zu 'ner leicht pissigen Grundsatzrede ansetzte.
Dann gab's bei lediglich einem rotierenden Blaulicht als Beleuchtung die volle Packung sägendes, knallendes Drumcomputer-Noiserock-Massacker mit gewissen Hip-Hop-Akzenten. Der bollernde Übersong 'Guter Junge / Böser Junge' gleich als Opener, das fast epische 'Wir sind sicher' als gelungenes Finale. Die Musik von GEWALT geht brutal quer, hat was unbequemes im Big-Black-Sinne, ist aber irgendwie auch tanzbar und sowas wie der hässliche Arschlochbruder von Pop.
Ich fands total geil!

Und leider auch mal wieder klar, dass sich von Euch Hipstern und Metal-Idioten keiner hat blicken lassen, als mal was wirklich cooles in der Gegend gespielt hat...

Aber eins noch: 25 Euro ist für'n schlichtes Shirt mit Bandlogo zu viel. Sorry, Leute.


Feste tombstoned...

Kurzes Fazit zum „Tombstoned Fest“ im Dortmunder Junkyard vergangenen Freitagabend, das zwei Kölner Bands zu einem norwegischen Tourpaket addierte:

Vielleicht ja doch ein bisschen gewagt, auf einem Freitag in der stressigen Vorweihnachtszeit das Programm um 18:30 beginnen zu lassen, denn selbst der Bassist der ersten Band kam nicht ganz pünktlich und fand dabei eine zunächst nicht besonders gut besuchte Location vor..
MORAST gehen allerdings immer und die Richtung, in die ihr neustes Material zeigt, gefällt mir (bei einem Song schwang ein Hauch von Post-Punk mit). Ansonsten halt gewohnt geile Mischung aus straightem Doom-Groove und brachialem Krach mit atmosphärisch-hypnotischen Sog. 

Was die folgenden VORBID betrifft: Ich lache wirklich jeden aus, der den Quatsch abfeiert. Jungspunde machen 80er-Thrash mit überladenen Rumgedudel-Arrangements von der Annihilator-/ Megadeth-Resterampe und obendrauf fiepig-krächzige „die Hex is' tot“-Vocals,
Ihre Instrumente beherrschen die ja. Das ist aber auch schon alles und macht's auch nicht erträglicher. 
OBLITERATION wiederum hätte ich ja auch echt gerne gut gefunden, aber irgendwie hat mich der modrige Death Metal mit Doom-Schulterblicken ehrlich gesagt eher gelangweilt. Was u.a. mit am etwas zu drucklosen Gitarrensound lag. Von der Stange ist zwar was anderes, spannend aber auch.

ULTHA sah ich dieses Jahr nicht zum ersten oder zweiten mal, weswegen ich auch nicht mit Überraschungen rechnete, aber die Kölner haben sich halt eine Bank und der Anklang, den sie aktuell finden, ist völlig berechtigt. Atmosphärisch, drückend, tight - bei denen passt alles und ich gebe mir das immer wieder gerne.
AURA NOIR? Ja puh. Je älter ich werde, desto mehr verdrehe ich die Augen über Metal-Bands, die mehr aus Gepose als aus musikalischer Substanz bestehen. Dabei sind die Venom-Vibes der norwegischen Black-Thrasher durchaus was, das mir gefallen könnte.
Der Headliner unterstrich den arg ambivalenten Kontrast des Gesamtprogramms jedoch mit viel Gerumpel und viel Pose um fast nix, das mich irgendwie ansprach.
Forever-deafe Zeitgenossen werden mir aber sicherlich bald erklären, dass ich zu blöd bin den richtigen Old School Spirit zu raffen oder sowas...

Samstag, 15. Dezember 2018

Tippwoche, Honorable Mentions

Soll alles nicht unerwähnt bleiben:

Bert hatte NASTY LITTLE LONELY im Ärmel und traf damit durchaus einen Nerv vor mir. 
Das britische Trio macht nämlich sowas wie Post-Punk/ Noiserock mit Industrial-Kante.


Hörm ist derweil dem "Metaller machen Gothrock"-Trend verfallen und legt uns allen DETH CRUX' "Mutant Flesh" nah:

Und Flowtec hatte mit CONVULSIONS noch einen Grindcore-Tipp in petto:



Danke Euch aller guten Dinge drei!

Freitag, 14. Dezember 2018

Dieser Tage raus (KW50)

...Endspurt...

CHAINED TO THE BOTTOM OF THE OCEAN - I Carry My Awareness of Defeat like a Banner of Victory
Düster-Derbst-Sludge-Doom für die ganz Hartgesottenen aus Springfield, Massachusetts.
Auf dieser Seite des großen Teichs kriegt man die Schallplatte über das süddeutsche Label Fucking Kill Records.  

FERUM - Vergence
Auch wenn ich in letzter Zeit immer wieder mal betone, dass man mich dieser Tage mit handelsüblicherem Düster-/ Extrem-Grunzröchel-Metal eigentlich nicht mehr so gut kriegen kann, ist gut gemachter Death-Doom zwischen Derkéta und Coffins etwas, das im Zweifelsfall und der richtigen Tagesform bei mir ja eigentlich trotzdem immer noch ganz gut geht.
In eine derartige Kerbe, wenn auch deutlicher zum Rumpel-Death als zum Doom, schlagen die italienischen FERUM, die auf dieser EP außerdem die Genre-Hausnummer Cianide covern.


JARBOE - The Cut of the Warrior 

Die vier Kompositionen von "The Cut of the Warrior" (Translation Loss Records) sind von JARBOEs  Zuneigung zum Buddhismus beeinflusst.
Obendrauf kommen zwei Remixe und eine Alternativfassung unter Mitwirkung vom Drone-Act Byla (aka Colin Marston von Dysrhythmia, Gorguts und zwölf weiteren Bands), End Christian (Avantgarde-Pop-Projekt mit u.a. Brutal Truth-/ Total Fucking Destruction-Irrsinns-Drummer Richard Hoak) und Kris Force (von Amber Asylum). 

Zugegeben ganz schön viel Namedropping in den Fußnoten...
Dürfte auf der entsprechenen Bandcamp-Seite dann noch bei oder kurz nach Veröffentlichung online gehen.


KERRETTA - Exiscens
Instrumental-Postrock mit spaceigen Anwandlungen und knackiger Prog-Kante Richtung King Crimson, der partiell auch schon mal etwas härter brät?
Dieser Tage auch nichts ungewöhnliches mehr, aber wer auf derartiges steht, sollte vielleicht mal das vierte Album von KERRETTA aus Neuseeland checken.


NIGHT VAPOR - 1000 Miles of Mud
Bevor Corpse Flower Records dieses Jahr in der kommenden Woche mit einem antizipierten Album beenden (Great Falls!) und das kommende quasi schon wieder mit einem vielversprechendem beginnen werden (Sofy Major!) gibt's in dieser gleich noch mal eben ein weiteres potenzielles Noiserock-Highlight: 

NIGHT VAPOR aus Pittsburgh teilen sich den Drummer im Übrigen u.a. mit den Voïvod-Fans der Microwaves, die in diesem Jahr ja auch schon ein durchaus beachtenswertes Teil rausgehauen haben.

RHODOTORULA - Aspiration Pneumonia
Neuer "Antimusic-Worship"-Noisecore-Wahn der beiden Mädels aus Milan.
24 Songs plus Wham!-Cover in einem Track von 02:02 Minuten.


SHUCK - Wunder EP
Hominid Sounds präsentieren uns diese Woche die Debüt-EP von SHUCK: Ein aus Mitgliedern von Gnod und Ghold zusammengesetztes Punk-Duo zwischen augenzwinkernder Melancholie und Uptempo-Alarm.


SPC ECO - Little Ones
Von der Curve-Nachfolgeband SPC ECO (Dean Garcia mit neuer Sängerin Rose Berlin) gibt's 'n Weihnachtssong zum Gratisdownload:


SQALUS / SHADOW LIMB - Mass and Power
Schon irgendwie ein bisschen seltsam, dass ich mit den Prog-Stonern von Giant Quid nicht sooo viel anfangen konnte, ihre ähnliche Wasserwege fortsetzende Nachfolgeband SQUALUS dafür aber eigentlich ganz cool finde.
Mit "Mass and Power" teilen diese sich eine Split-LP (Translation Loss) mit den langjährig befreundeten und auch musikalischen Brüdern im Geiste von SHADOW LIMB.

Und sonst noch...

...Sludge, Doom, etc.:

DEAD TO A DYING WORLD’s selbstbetiteltes Debütalbum von 2011 erscheint diese Woche als Remix-/ Remaster-/ Reimaging- Reissue mit einem zuvor unveröffentlichtem Cover von Leonard Cohen's "Dance Me to the End of Love" (inkl. Videoclip) als Bonus unter dem Titel "Reprise".

"Lost Empyrean" ist das bereits siebte Album der französischen Sludge-/ Post-Metaller DIRGE.

GOBLINSMOKER's "Toad King" auf Sludgelord Records dürfte in etwa das sein, was man dahinter erwartet.  

...Noise, Drone und co.:

Hinter CRAWLL steckt eine Kooperation der Herren Roger Batty und Clive Henry, die in der Noise-Szene keine Unbekannten sein sollen und deren limitierte Tape-Version von "October Cold Descent" bereits ausverkauft ist, sorry.

Ein Split-Release von GOTH GIRL und D.O.M. (DESTRUCTION OF MUSICALITY) steht unter dem Motto "NOISE BY PASSION, NOT FOR POSE!

Das neue Koblenzer Label Noise-Control-Act hat als erste Veröffentlichung ein Split-Tape von EVOLUTIONS ENDS? und XPM am Start. Bei letzteren macht übrigens jemand von den Kölner Black-Metallern Ultha mit.
Für kommendes Jahr ist im Übrigen auch schon ein Split-Tape von xpm und dem Ruhrpott-Noise-Urgestein Sisto Rossi geplant (Pre-Order).

ROBERT HAMPSON of Loop-Fame will heute mal eben zwei Live-Alben elektroakustischen Solo-Lärms
als Weihnachtsgeschenk zum Gratisdownload ins Netz stellen.
Interessenten behalten seine Website und/ oder seine Facebook-Seite im Auge, wo der entsprechende Link dann wohl irgendwann im Laufe des Tages aufschlagen wird...

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Tippwoche: Hair Of The Dog

Der heutige Tipp stammt von Flo, Betreiber des Blogs 3,40qm und Gitarrist / Vocalist der Hardcore-Punk-Band Blank When Zero:

Eine persönliche und sehr zufällig Entdeckung aus diesem Jahr, die mich sehr positiv überrascht hat sind HAIR OF THE DOG, letzte Studioplatte von 2017 heißt "This World Turns" (…) Sind die Dir bekannt? Waren wohl auch schon zwei Mal auf dem Roadburn.  schrieb er mir...



...und nein, die waren mir tatsächlich noch nicht bekannt.
Im Roadburn-Kontext ist's nämlich ein bisschen so, dass der Richtung Retro-Hardrock gehende Kram, der dort mitunter so spielt, häufig mehr so das Paralleluniversum im

Paralleluniversum ist, das mich im Gegensatz zum kernigeren und/ oder experimentelleren Lärm, den ich mir dort primär geben möchte, eher nicht so dolle interessiert.
Der Punkt an Heavy Metal ist allerdings: Wenn man mit sowas aufgewachsen ist, wird man das nie so ganz los. 
Und so muss ich durchaus feststellen bzw. gestehen, dass mir HAIR OF THE DOG trotz meines vorwiegendem Desinteresses an der "junge Bands frönen alter Rockmusik mit einer frisch wehendem Brise Stoner-Wind"-Ecke doch ziemlich gut reingehen.
Denn das schottische Powertrio macht viel richtig: Die soundtechnische Inszenierung des Ganzen kommt zwar schon so ein bisschen retro rüber, das aber wiederum im eher zeitlosen Sinne als irgendwie gekünstelt auf Vintage geeicht. Und dass die Jungs in puncto Einflüsse nicht nur auf Led Zeppelin, sondern auch zu Rage Against The Machine stehen, kann man dabei tatsächlich hören. Denn gerade in der ersten Hälfte von "This World Turns" ist der an der Grenze zum klassischen Heavy Metal schabende Hardrock der Band von einer gewissen Knackigkeit, mit mehr Spielwitz und tighter Härte als viele andere Typen, die dieser Tage in Schlaghosen schlüpfen um auf Blue Cheer oder Budgie zu machen.
Das lässt dann tatsächlich auch erstmal drüber hinwegsehen, dass mir persönlich das Album im letzten Drittel dann schlussendlich doch noch einen Ticken lahm wird, aber immerhin spielen sie eben auch nicht sechs mal den gleichen Song.

Der aktuellste Release der Band ist im Übrigen ein Roadburn-Livealbum.


Kennst Du eigentlich Kaleidobolt, Flo?

Mittwoch, 12. Dezember 2018

All Mangled and Deformed

Ja, er ist endlich da: Mit etwas Verspätung aus dem Presswerk gekommen, ist "All Mangled and Deformed" am Start. Ein Tributsampler der AmRep-Noiserock-Überband HAMMERHEAD vom finnischen Label Kaos Kontrol, auf dem gleich mehrere weitere sehr geschätzte Bands vertreten sind:
Die großartigen norwegischen Art-Punks von ÅRABROT z.B. sind mit dem Titeltrack des meiner Meinung nach ja bestem Hammerhead-Albums "Duh, The Big City" und die mächtigen schwedischen Sludge-Killer SUMA mit 'Brest' vom Referenzwerk "Into The Vortex" (von dem auch noch zwei weitere Bands was covern)
dabei.
Während sich GREAT FALLS (die kommende Woche im Übrigen außerdem ihr neues Album rausheuen) einem Song vom Debüt angenommen haben, nahm sich die kompetente KK-Hausband THROAT wiederum eine Nummer der 2011er Comeback-EP "Memory Hole" zur Brust, und die mir bisher unbekannten PETS OR FOOD intonieren den geilen Titelsong der ebenfalls hochessenziellen "Evil Twin" EP. 




Covert jetzt noch jemand mit mir zusammen 'Earth (I Won't Miss)' und/ oder 'Meanderthal'?


Tippwoche: Scary Busey

Mit den Worten „Apropos Krach“ legte mir auf meiner Blog-begleitenden Facebook-Seite Buzz Graeger von Bellrope und Arsen (und natürlich ehemals Black Shape Of Nexus) SCARY BUSEY nah.
Wer wäre ich, dem nicht gerne nachzukommen...



Und was soll ich sagen?! Wie kann es eigentlich mal wieder sein, dass etwas so geiles wie SCARY BUSEY’s 2016er Debütminialbum "Faceless Beacons" bisher so unbemerkt am Rest der Welt stattfand (weder bei Discogs noch auf Lastfm hat man was von besagter Band gehört)?  
Zumal man Drummer Jamie Sykes immerhin u.a. von Thor’s Hammer, Burning Witch und Gnaw kennt?!

Zunächst weiß man dabei allerdings gar nicht mal so recht, in was für eine Stilschublade man die Band so stecken soll.
Der Album-Opener 'Mankind, The Plague' hat auf eine etwas industriell stampfend doomige Art ja erstmal was von früheren Swans, nimmt mit dem Einsetzen von Vocals und psychedelisch tönender Lead-Gitarre dann allerdings noch mal eine interessante Wendung.
Im weiteren Verlauf der nächsten Songs ist eine Assoziationen, die beim sehr Rhythm-Section betontem Style des Quartetts, gerade auch gepaart mit den schon mal etwas bekloppt rüberommenden Vocals mehr und mehr durchkommt, dann wiederum ja vor allem The Jesus Lizard.  

Und auch Prog-/ Psych-Punks wie NoMeansNo, Victims Family oder Triclops! kommen einem schon mal einen Hauch in den Sinn.
Allerdings klingen SCARY BUSEY so ein bisschen wie eine noch rauere und heimlich Grunge-/ Stoner-/ Metal-geschulte Variante von derartigem.

Und Noiserock/ Weirdo-Punk mit Doom-Kante ist ja wirklich etwas, das wie für mich gemacht ist...

Die Band hat ihr nächstes Album übrigens schon im Kasten und ich bin jetzt schon voller Vorfreude sehr gespannt drauf.

Danke Malte, für diesen Tipp! Wirklich total mein Ding!

Bleibt nur noch, mit folgendem abzuschließen: Freut Euch auf das Bellrope Album, das gerade unterwergs ist, und checkt die Band auf jeden Fall auch live auf Tour mit the mighty Eisenvater im Februar:
5.2. Dresden - Beatpol
6.2. Lünen - Lükaz (+ ORT)
7.2. Berlin - Tiefgrund,
8.2. Jena - Rosenkeller

9.2. Stuttgart - Juha West (+ Arsen)