Montag, 10. Juli 2017

Dieser Tage raus (KW28)

In puncto Musikneuerscheinungen ist’s mal wieder ‘ne interessante Woche, weil ich einen bunten Strauß sehr verschiedenster Sachen auf dem Zettel habe: 

BOOT BUTTOM – Variations on a Cross, Vol. II
Vergangene Woche tauchten BOOT BUTTOM überraschend mit „Variations on a Cross, Vol. I“ auf der Bildfläche auf und boten dabei interessante Düsterhart-Musik mit Doom- und Industrial-Charakteristiken. „No Wave“ auch, wenn man so will.
Schon diese Woche schieben sie mit
... Vol. II neun weitere Tracks nach.   



DESTROYER OF LIGHT - Chamber of Horrors
Bock auf eine dieser Doom-Metal-Bands, die sich hörbar der Tradition ihrer Genre-Wegweiser verpflichtet fühlen, dabei aber dennoch nicht gänzlich auf neuzeitliche Sounds und eigene Ansätze verzichten?
DESTROYER OF LIGHT aus Austin, Texas könnten da evtl. passen!


 

EXPULSION - Nightmare Future
Relapse Records gehen diese Woche quasi mal back to the roots, indem sie “Nightmare Future” von EXPULSION veröffentlichen, sozusagen einer Grind-Supergroup mit (Ex-)Mitgliedern von Repulsion, Exhumded und Phobia. Gruesome und Intronaut könnte man auch noch nennen, um den Namedropping-Kreis zu schließen.
Sicherlich nix, worauf die Welt gewartet hat, aber als Freund gepflegtem Geballers sollte man es auf dem Zettel haben.


 

HAVE DEMONS - Fire Consumes Thin Air
Kurt Gluck alias Submerged und Gründer des Ohm Resistance Labels hat mit zwei Mitstreitern – Lacey Wood (Moog, Sounds) von You Will Choose Fire und Luke Lund (Beats), über dessen Label Terranean Recordings das Ganze auch erscheint - ein neues Projekt namens HAVE DEMONS am Start, bei dem er Bass spielt.
Man hat sich dem Genre „Dark Hop“ verschrieben, womit es u.a. auch Freunden von Dälek, The Bug oder Scorn ans Herz gelegt sei...




MAMMOTH SALMON - Magnetic Fields of Radiant Light
Herrlich schwer groovender Stoner-Sludge-Doom, bei dem eineinhalb Riffs schon für einen Song ausreichen, aus dem derzeitigen Mekka für sowas, Portland, Oregon.
Kann man machen!




OMAHARA – Omahara
Das australische Label Art As Catharsis hat es sich zur Aufgabe gemacht, Musik zu pushen, die „progressiv, psychedelisch oder einfach nur anders“ ist.
Die neuste Veröffentlichung ist die zweite selbstbetitelte der tasmanischen OMAHARA, die sich zwar etwas zu plakativ auf die Fahne schreiben, was „für Fans von Sunn O))), Locrian, Mammifer und Earth“ sein zu wollen, aber ihr als Live-Improvisation eingefangener Dark Ambient/ Drone-Doom, der von ruhigem Gewaber bis brachialem Geschepper pendelt, hat was!



PLYERS  - Clear

Ebenfalls über Art As Carthasis kommt “Clear” von den PLYERS aus Melbourne, die Daughters, Lightning Bolt und NoMeansNo als Einflüsse angeben, ihren psychedelischen Noiserock tatsächlich auch mit analog-elektronischem Lärm vermengen, und dabei auch immer wieder mal stilistische Abzweigungen einschlagen. 
Nicht ganz uninteressant!



POIZON - Church Is Poizon
„Spätsiebziger/ Frühachtziger L.A.-Punk gemischt mit sumpfigen Australien-Garagenrock“ lautet die Selbst- bzw. Label-Einschätzung zu POIZON, deren Mitglieder allesamt auch schon mal in anderen unbekannten Band gerockt haben.
Checken wir’s aus:


 
SQÜRL - EP #260
Filmemacher Jim Jarmusch macht auch Musik. Als „marginal rock band from New York City who like big drums and distorted guitars, cassette recorders, loops, feedback, sad country songs, molten stoner core, chopped and screwed hip-hop, and imaginary movie scores” beschreiben Sacred Bones Records das Ganze, die sich in der Vergangenheit ja durchaus schon durch einige sehr coole Veröffentlichungen hervortaten (The Men, Pharmakon, Psychic TV, Uniform, Zola Jesus, John Carpenter, David Lynch, …).



LAIBACH - Also sprach Zarathustra
Die Meister der „affirmativen Überidentifizierung“ sind ja, ich glaub‘ das könnte man so ausdrücken, eine Band, die mich einerseits sehr fasziniert, deren Musik ich zu Hause aber zugegeben eher nur seltenst mal auflege. 
Interessant finde ich es trotzdem immer wieder mal, wenn sie was rausbringen.
Auf ihrem neuen Album über Mute Records nehmen sich die Slowenen dem Thema Nietzsche an.

XORDOX – Neospection
Mit XORDOX‘ „Neospection” erscheint diese Woche das Debüt eines neuen, Synthie-lastigen Projekts von J.G. Thirlwell auf Vinyl, CD und digital.
Gitarristin Sarah Lipstate (Noveller) wirkt bei drei Nummern mit!
Direkt bestellen kann man es Übersee via foetus.org



Noch was? Ach ja: ‘ne neue INTEGRITY erscheint auch diese Woche via Relapse. Aber ganz ehrlich… das ist ja so ‘ne Band, die ich um die Jahrtausendwende durchaus mal gehört habe, die bei mir heutzutage allerdings diese Art von Sporthosenmoshercore-Assoziationen weckt, wegen denen ich mir derartiges nicht mehr anhören kann.

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