Montag, 3. Juli 2017

Dieser Tage raus (KW27)

Ja Mensch, ist schon wieder Juli?! Die Zeit, sie verfliegt…

BOOT BUTTOM - Variations on a Cross, Vol. I
Industrial-Doom? Dark Ambient Drone meets Noise? Keine Ahnung, aber diese „Queer Anti-Music“ von BOOT BUTTOM aus Buenos Aires trifft mit düsterem Minimalismus, stampfenden Drums, dröhnenden Bässen und Metall-Geschepper in FM Einheit-Manier schon ziemlich gut den Nerv von mir, der sich in letzter Zeit immer stärker für experimentellen Noise-Kram und in ähnliche Richtungen schielende Grenzgänger-Musik interessiert.
Dass die Jungs dabei mit ziemlicher Sicherheit vom Swans-Debütalbum beeinflusst wurden (bzw. auf ihrer Facebook-Seite passenderweise u.a. auch Godflesh und Khanate angeben) kann man nicht überhören, und wer neben den erwähnten Swans, frühen Neubauten und diversen Justin Broadrick- und/ oder Stephen O'Malley-Projekten z.B. auch noch auf sowas wie Lustmord, Ramleh, C.C.C.C., Abruptum o.ä. steht, für den ist diese „Collection of home recordings and rehearsal takes” auf jeden Fall ziemlich interessant!



DEAD – A Dirty Mind Is A Joy Forever
Nicht zu verwechseln mit den australischen Noiserock-“Dead”, die in diesem Jahr auch schon ein (ja doch ganz gutes!) Album rausgebracht haben, machen die deutschen DEAD Death-Metal-Gerumpel alter Schule mit Grind-Wurzeln und pornös-humoristischer Kante.
Sicherlich trägt zugegeben gerade auch das ziemlich schrille Coverartwork dazu bei, dass „A Dirty Mind Is A Joy Forever” hier überhaupt mit auf dem Radar gelandet ist, wobei man allerdings sagen muss, dass FDA Records ja durchaus immer wieder mal brauchbare Sachen abwerfen (Keitzer, Fubar, Discreation…).



IMPURE WILHELMINA - Radiation
Nennenswert (naja) an den Schweizern IMPURE WILHELMINA ist für mich ja vor allem, dass sie vor gefühlten hundert Jahren mal ein ziemlich gutes Album namens „I can’t believe I was Born in July“ gemacht haben, das ich jedes Jahr um meinen Geburtstag herum mal auflege (bzw. digital abspiele), da dieser tatsächlich im Juli liegt…
Diesen Juli gebären sie selbst ihren sechsten Longplayer und ich wollt‘ wohl mal wieder reinhören, auch wenn mir persönlich ihre Mischung aus Metal und Emo nach besagtem „I can’t believe…“ doch zu deutlich mehr und mehr in Richtung „poppiger Stadion-Metalcore“ abdriftete…



MELVINS - A Walk With Love & Death
With A Walk With Love & Death, the trio of Buzz Osborne, Dale Crover and Steve McDonald showcase two distinct sides of the band’s music: Death, a proper Melvins’ release and Love, the score to the Jesse Nieminen directed, self-produced short also titled A Walk With Love & Death. / The 2CD set features two separate digipaks housed in a sturdy box. The 2LP set features two separate gatefolds in opaque pink vinyl (Death) and opaque violet (Love), housed in a sturdy box along with a download card.
Noch mal ausholen oder eher kurzfassen? Ich versuche den Mittelweg: Es ist irgendwie typisch MELVINS, dass sie eines der besten Rock-lastigen Alben, das sie seit längerem gemacht haben, mit einer Kurzfilm-Soundtrack-Arbeit kombinieren, die eher in eine Richtung irgendwo zwischen „Prick“ und Throbbing Gristle geht. 
Die Rock-Hälfte des Gesamtpakets ist eines der besten Alben, das die MELVINS seit den starken „(A) Senile Animal“ und „Nude With Boots“ gemacht haben. Auch, weil sie hier eher den Gegenpol angesteuert haben: Das Rock-Album des Doppelpakets ist ein eher etwas zurückgelehntes als mit Wumms nach vorne gehendes (Ausnahme: Die Neuaufnahme von ‘Euthanasia‘, 1990 schon mal auf einer „Dope-Guns-'N-Fucking In The Streets“ veröffentlicht) und dabei wirklich, sehr, sehr geil (momentaner Lieblingssong: „Sober-delic (acid only)“)! Scheibe Nr. 2 besteht dann – „Prick“ und „Colossus of Destiny“ lassen grüßen - vorwiegend aus Geräuschen und ist daher durchaus auch streitbar, aber hey – so sind die MELVINS und dafür liebe ich sie.



SHROUD EATER- Strike The Sun
Dieser flotte Dreier aus Miami zeigt schon länger das Potenzial, sich in der Sludge’n‘ Stoner-Metal-Ecke vor allem als bessere Kylesa und vielleicht sogar jugendlich-frische Ausgabe von High On Fire etablieren zu können, während (na sagen wir mal) experimentellere Anwandlungen dann auch noch Referenzen wie die Melvins ins Spiel bringen.
Klingt vielversprechend? Sag ich ja!
Sechs Jahre nach ihrem DIY-Release „Thundernoise“ und vielen zwischenzeitlichen Kleinformaten haben sie diese Woche ihren ersten regulären Longplayer mit Label-Unterstützung draußen! Darauf klingen sie doomiger, passagenweise sogar heavier und etwas übellauniger als erwartet, während sich psychedelische und gar leicht poppige Versatzstücke ziemlich natürlich anfügen. Und irgendwie kommt man nicht um die Feststellung, dass sich die Gitarristin mutmaßlich ein paar Leads bei Jeff Hanneman abgeguckt hat, denn der Schulterblick zu den langsameren Momenten von Slayer ist schon recht auffällig.
Wie schon gesagt: Sie sind und bleiben die Band für diejenigen, die (wie ich) der Ansicht sind, dass es mit Kylesa nach „Static Tensions“ eher bergab ging…

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