Freitag, 16. Juni 2017

The Death & Resurection Show (2)

Es mag was damit zu tun haben, dass ich selbst auch nicht mehr der Jüngste bin, aber irgendwie kann ich mich dieser Tage immer wieder mal besonders daran erfreuen, wenn Bands, die auf dem Papier schon „in die Jahre gekommen“ sein könnten, trotzdem mehr bringen als nur lauwarm nach Schema F abzuliefern, sondern sich auch im fortgeschrittenen Alter noch mit gewisser Frische, spürbarer Spielfreude, energischem Biss und kreativer Relevanz präsentieren.
KILLING JOKE sind eine dieser Lieblingsbands von mir, auf die das ohne Frage zutrifft. Das 2010er Comeback-Album der Originalbesetzung ist eines ihrer besten und auch die aktuelle Scheibe ist wirklich ziemlich gut. Und was die Herren Coleman (57), Walker (58), Glover (56) und Ferguson (59) live nach wie vor hinzaubern ist wirklich nicht ohne!
So auch an vergangenem Mittwochabend in der Bochumer Zeche…

Zunächst gab’s aber erst mal GRAVE PLEASURES, die um Punkt 19:30 auf die Bühne geschickt wurden, während die Halle dementsprechend noch eher leer war.
Schon mit der Vorgängerband Beastmilk hatte ich es ja nicht so wirklich gehabt (und mit Hexvessel, der anderen Band des Sängers, auch nicht so wirklich…), ich muss aber zugeben, dass die Performance des finnischen Quintetts gerade auch unter handwerklichen Aspekten ziemlich gut war. Der Drummer kloppt mit Schmackes, die Gitarristen haben was drauf und auch der Gesang von „Kvohst“ ist gekonnt. Die Musik klingt wie Joy Division mit ‘nem Schuss Rock’n’Roll und ist schwer okay.



KILLING JOKE wiederum eröffnen in der schlussendlich doch noch gut gefüllten Zeche dann gleich mal eben direkt mit ‘The Wait‘. Geiler geht’s wohl nicht mehr.
Das Konzert soll dann auch generell noch einen Ticken großartiger sein als das schon sehr gute vergangenen Dezember in Köln. Was mehrere Gründe hat, denn erstens ist mir Bochum generell lieber als Köln, die Zeche ist ein etwas angenehmerer Laden als die Kantine und es ist nicht ganz so bumsvoll wie damals dort, außerdem hat die Setlist an diesem Abend ein paar entscheidende Highlights mehr zu bieten: So knallt auch der ‘Asteroid‘ mal wieder herab und im Zugabenblock kann man den Stammestanz zur „Death And Resurrection Show“ aufführen.
Witzig auch, wie sich der „irre Frontprediger“ Jaz zwischenzeitlich bei einer Ansage vertut und auf ‘Exorcism‘ anspielt, obwohl davor erst noch ‘I Am The Virus‘ (einer der aggressiveren aktuellen Songs) kommt. Gitarrist Geordie klopft ihm auf den Rücken und lacht „What an Amateur“ ins Publikum.
Kleinere Mäkeleien daran, wie mir die Setlist noch besser gefallen hätte sparen wir uns jetzt mal, denn das wäre wirklich Meckern auf allerhöchstem Niveau.
Schöner Gig, netter Abend, tolle Band!


 
  

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