Dienstag, 20. Juni 2017

Electric shock through you!


Ich war verleitet, den Blogpost „FirstWorldProblems“-mäßig damit einzuleiten, dass ich ja fast schon etwas übersättigt bin, eine meiner absoluten Lieblingsbands live zu sehen, nachdem ich vergangenen Sommer schon das Vergnügen hatte vorbandmäßig direkt vor ihnen zu spielen, sie im Herbst drauf gleich noch mal wieder (zum „Leafmeal“) vor die eigene Haustür kamen und jetzt zum dritten mal innerhalb von elf Monaten auf der Matte standen…
Es hat sich allerdings absolut gelohnt, trotz überhitzter Montagsmüdigkeit auch dieses mal nicht auszusetzen. Auch wenn man erst mal eine Weile warten wusste, denn aus dem geplanten „Einlass: 19:30, Beginn: 20:00“ wurde nix, da die Herren von VOIVOD ihren Aufbau und Soundcheck im Essener Turock – O-Ton jemand namentlich mal nicht genannter vom Club – „in ihrer eigenen Zeitdimension durchzogen“.

Die daraufhin reichlich verspätet anfangende Vorband waren dieses mal PHANTOM CORPORATION, die – um es kurz zu machen – mit ihrem stellenweise etwas rumnpligen, aber doch recht knackigem Crust-Thrash-Metal als Anheizer durchaus Laune gemacht haben. 

 

VOIVOD wiederum haben mich persönlich danach vor allem damit positiv überrascht, dass ihre Setlist auf dieser Tour über weite Strecken nicht mal die auf „Nummer sicher“ war, sondern sie auch von der mitunter etwas sperrigeren Seite zeigte, die ich an ihnen so besonders liebe.
So gings gleich mal eben mit dem langen, verqueren Baller-Brocken ‘Killing Technology‘ los, auf den der Titeltrack ihrer aktuellen EP ‘Post Society‘ folgte, welcher ebenfalls nicht zu ihrer leichtesten Kost gehört. Um direkt einen draufzusetzen gibt’s als nächstes das ebenfalls etwas eigensinnigere ‘Psychic Vacuum ‘, zu dem ein junges Mädel im natürlich weitgehend Altherren-dominierten einen wilden Moshpit startet.
Ich bin verblüfft und begeistert von den Dingen, die ich höre und sehe, da geht’s gleich schon wieder mit ‘Inner Combustion‘ weiter, einer der wilderen Nummern vom „Nothingface“-Album, das von vielen als Voivod’s Magnum Opus betrachtet wird, aber von seiner schrägeren Hälfte her nur selten einen Setlist-Schwerpunkt bildet. Spätestens hier ist klar: VOIVOD haben heute einen Lauf in meinem Sinne.
Im weiteren Verlauf folgen je zwei weitere Songs von „Killing Technology“ und „Post Society“, der obligatorische „Angel Rat“-Song fehlt eben so wenig (‘The Prow‘) wie ein bisschen Old School Gerumpel vom zweiten Album (‘Korgüll the Exterminator‘, laut Frontman Snake auf der Setlist, weil von vielen Fans gefordert) und in dem Moment, wo man dachte, dass sich VOIVOD auf normal einpendeln, gibt’s die nächste Überraschung: Im letzten Drittel des Sets hauen sie doch tatsächlich ‘The Lost Machine‘ raus, jenen leicht krumm aber saumäßig heavy groovenden Lieblingssong von mir, der vom gerne mal etwas übersehenen Album "The Outer Limits" stammt, welches generell ziemlich stark ist.
Wow! Danke, Jungs!
Wie gewohnt war dann eigentlich nur der Routine-Endspurt in Form der Band-eigenen Hymne und des Pink-Floyd-Covers.
Man muss es im Übrigen an dieser Stelle auch mal hervorheben, weil es allgemein nicht wirklich oft getan wird: Michel "Away" Langevin ist schon ein ganz schön geiler Schlagzeuger!
Außerdem: Mit Killing Joke und Voivod zwei absolute Lieblingsbands innerhalb von nur sechs Tagen gesehen zu haben, und beide dann auch noch in absolut großartig, das ist wohl doch schon ganz schöner Luxus… 


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