Dienstag, 6. Juni 2017

Dieser Tage raus (KW23)

Erst dachte ich, diese Woche würd‘ dann doch mal wieder etwas weniger an interessantem auf dem Veröffentlichungskalender stehen, aber eigentlich gibt es da doch 1-2 Sachen, in die man mal reinhören sollte…

ANTHESIS - The Age of Self
Man könnte jetzt natürlich in bester Musikjournalisten-Tradition klischeehaft eine spekulative Brücke dazu schlagen, dass es was mit den von Gorguts und Voivod gesäten Früchten zu tun haben könnte, dass gerade auch Grindcore der etwas experimentelleren Art gerne mal aus Kanada kommt. Ich habe ja noch nie einen Hehl um meine Liebe zu Fuck The Facts gemacht und darum, wie stark und essenziell ich die letzte Wake finde. Beides Bands, die sich in einer Liga mit Pig Destroyer vom internationalen Genre-Einheitsbrei deutlich abzusetzen wissen.
In jene Liga scheinen auch ANTHESIS aus Quispamsis, New Brunswick aufsteigen zu wollen, die auch schon ein Weilchen dabei sind, sich aber erst jetzt in meine Wahrnehmung lärmten.
 
Und dass sie dabei eher zum Groove als zum Dauerblast und eher zum Sludge und noisigem Hardcore-Punk als zu Stilmitteln aus generischen Death-Metal-Schablonen neigen, das macht sie für mich persönlich ja extra-attraktiv!



KLABAUTAMANN - Smaragd
Auch wenn KLABAUTAMANN vor einer halben Ewigkeit mal sowas wie mein Erstkontakt mit dem waren, was später unter dem Banner Zeitgeister zu einer ganzen Clique hochkreativer Bands mit personellen Überschneidungen wurde, sind sie irgendwie dennoch die Band aus diesem Kreis, die ich bisher etwas stiefmütterlich behandelt habe. Die großartigen Valborg, bei denen Klaubautamann-Kernmitglied Florian Toyka ebenfalls mitwirkt, oder der eigensinnigere Death Metal von Owl liegen mir persönlich wohl einfach etwas mehr als der Anspruchs-Black-Metal von KLABAUTAMANN, da Folk-Schlagseiten i.d.R. einfach noch nie so meins waren.
Dennoch: In neues von den Zeitgeistern wird grundsätzlich reingehört!




PLANETAS MUERTOS - Mutaciones
Als „Sci-Fi-Rock“ und „Psychedelic Noise Rock“ bezeichnen diese angeblichen Mexikaner ihre Synthie-gestützte und „Freak Valley“-kompatible Musik, die sie hier in Form von fünf Live-Tracks und einem Remix raushauen.
Ob Gimmick-Band oder nicht müsst Ihr jetzt entscheiden. 

Musikalisch ist auf jeden Fall Potenzial da, so richtig cool sind aber vor allem die Coverartworks schon.
 


TEMPLE OF BBV – s/t
Beim Roadburn konnte man das Ganze schon live bestaunen, die Studiokonserve kommt diese Woche: 

Hinter TEMPLE OV BBV verbergen sich die britischen Avant-Rocker GNOD und die niederländischen Psychedeliker von RADAR MEN FROM THE MOON.
Das bisher gehörte bzw. live erlebte von diesem Big-Band-Zusammenschluss gefiel, u.a. weil’s wirklich ordentlich Ecken und Kanten hat und recht krachig veranlagt ist!




THE HOLY CIRCLE – s/t
Terence Hannum von LOCRIAN (eine Band, mit der ich immerhin schon mal selbst die Bühne geteilt habe (kann man ja mal erwähnen)) hat sich neben einem weiteren Drummer eine Sängerin angelacht, um mit ihnen als THE HOLY CIRCLE Musik zu machen, die eher in Dream-Pop-/ Synth-Wave-mäßige Richtungen geht, seine Drone-Erfahrungen dabei aber nicht ganz außer Acht lässt.
Jetzt wird’s verwirrend: Nach der letztjährigen EP ist auch der diese Woche veröffentlichte Longplayer selbstbetitelt. 


Kommentare:

  1. ANTHESIS gehen ja wundervoll derbe ab. stark!

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  2. hi, thanks for the review! :) greetings from mexico, btw, what do you mean by gimmick? we are a band for real :)

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