Mittwoch, 24. Mai 2017

Konzertberichtsresterampe im Mai

 
 
Resteverwertung von gesehenen Konzerten samt schlechten Handyfotos:

Am 05.05. spielten BUILDINGS aus Minneapolis im VEB Siegen. Dass es von Minneapolis zum Stichwort Noiserock eh nicht weit ist, sollte jeder wissen, der diesen Blog verfolgt… Und so klingen BUILDINGS tatsächlich so ein bisschen wie The Jesus Luzard in nicht ganz so crazy, bzw. wie eine Band, die AmRep-Hazelmyer in den frühen Neunzigern garantiert gesignt hätte.
Live hatte das Trio, das sichtlich Spaß an ihrer Europatour und regionalen Spezialitäten wie Club Mate und German Pils hatte, sogar noch etwas mehr Punch und Power, als es auf dem aktuellen, für sich schon sehr guten Album „You Are Not One Of Us“ rüberkommt.
Hat Spaß gemacht! Hoffentlich sieht man sich mal wieder.

 
Der lokale Opener an jenem Abend war übrigens ursprünglich als „W.D.D.D.?“ angekündigt gewesen, hieß dann aber eigentlich „Die Wurstbrotmädchen aus dem Ferndorftal“ o.s.ä.; Die teilweise ziemlich frei improvisierte Mischung aus automatisiertem Modularsynthie-Technogeplucker und Live-Drums hatte definitiv einen eigenen, verstrahlten Charme. Wenn die mal ein Album machen oder sowas, würd‘ ich’s mir echt holen!


 

Fast Forward zum Oberhausener Helvete am vergangen Samstagabend. Der Standard-Black-Metal von einer Band namens ZWILLICHT und der Traditional-Doom von CROSS VAULT waren okay, aber so richtig zwingend wurde es dann erst mit MORAST, deren wuchtig-schwer groovender Düster-Brachial-Doom mit Punk-Seele wieder ein mal ziemlich begeisterte. Die gehen echt immer wieder!
 
Als Headliner durften dann noch DEATHRITE ran, deren recht crustig und mit jugendlicher Energie rausgeklopper HM-2-Sound wirklich Spaß macht. Ich bräucht‘ das zugegeben nicht jede Woche von Konserve, aber als Liveband sind die Jungs echt top!
 

Vergangenen Montag dann noch POWER TRIP im Essener Don’t Panic, wo der lokale Veranstalter gar nicht mal so dumm war, indem eher noch eine eher hardcoreige und eine deathmetallische Band dazubookte.
Beim Namen genannt: DIE NEGATION waren mit ihrem Refused’schem Post-Hardcore wirklich ganz nett, wären allerdings noch netter gewesen, wäre der Sound etwas weniger rumplig gewesen und hätte man von dem deutschsprachigem Geschrei auch ein bisschen mehr verstanden.
RATLORD waren handwerklich okay, allerdings machen die Jungs aus der Gegen so eine Art von Death Metal, der leicht ins Bollo-mäßige neigt, war für mich dieser Tage häufig nur noch ein Abturn ist. 

POWER TRIP wiederum waren top! Endlich mal wieder eine primär in Retrokisten wühlende Band, die das Ganze trotzdem sehr überzeugend mit frischem Elan rüberbringt. Der Thrash Metal mit leichter HC-Kante, den die Texaner bieten, hat den notwendigen Aggressionspegel, um nicht einfach nur nach Zahlen gemalt rüberzukommen, sondern wirkt authentisch.
Die Marotte vom Sänger, seine Baseballkappe abzulegen, nach ‘ner Weile wieder aufzusetzen, dann mal wieder abzulegen, später wieder aufzusetzen… ist irgendwie amüsant.

 
Die aktuelle LP war auf dieser Tour leider schon ausverkauft, sonst hätte ich sie mitgenommen. Wo ich diese schon nicht auf dem Plattenteller rotieren lassen konnte hatte mich das Konzert aber immerhin dazu inspiriert, am Folgetag mal wieder meine Nuclear Assault Platten aufzulegen.
Außerdem: Dann ja doch mal überraschend viel Jungvolk beim Metal-Konzert! Denn eigentlich war ich es ja schon so ein bisschen gewohnt, bei den meisten Konzerten, zu denen ich so gehe, altersmäßig nur unwesentlich über Durchschnitt zu liegen, aber da geht ja doch noch was bei dieser Jugend von heute…

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