Dienstag, 9. Mai 2017

Dieser Tage raus (KW 19)

Nachzügler von letzter Woche:

AIDAN BAKER - The Silent World
Ob sich der durchaus geschätzte "Vollblut-Experimentalmusiker" Aidan wirklich einen Gefallen damit tut, inzwischen wirklich schon fast jede Woche irgendwas rauszubringen, das sei jetzt mal dahingestellt, aber ich habe ja schon seit einiger Zeit regelrecht Schwierigkeiten bei seinem Output an Solo-Kram, Kollaborationen und Bands überhaupt noch irgendwie mitzukommen…
„The Silent World” jedenfalls steht unter dem Motto “minimalist underwater space-jazz/rock“:




FAUST - Fresh Air
Das neue Album der Krautrock-Opas FAUST nehme ich mir jetzt wohl mal zum Anlass, wie schon länger angedacht endlich mal weiter in ihr Schaffen einzutauchen...
 

HARPON - Béji
Das finnische Label Kaos Kontrol stand laut Eigenaussage in der ersten Hälfte der Nuller Jahre mehr für Genres wie Dark Ambient/Post-Industrial/Noise/Power Electronics etc., hat den Fokus aber inzwischen auf Noiserock und artverwandtes verlegt. Da lohnt es sich wohl mal wirklich, in den Backkatalog einzutauchen!
Die neuste Veröffentlichung kommt von den Franzosen HARPON und klingt ziemlich geil: 




MNHM – Of Empires Past
MNHM give birth to ‘melodic noise’ from a higher and heavier dimension combining elements from post/math-rock and doom” sagt wohl mal wieder alles und gar nix aus. 
Der instrumentale Stilmix dieser Niederländer ist jedenfalls recht Soundwand-mäßig krachig und atmosphärisch, während man auf dem Rhythmus-Sektor auch schon mal ziemlich ausflippt.
Red Sparrows meets Aluk Todolo mit 'nem Schuss Celeste oder so.



SPACE BLOOD - Tactical Chunder
Instrumentaler Noise-/ Math-/ Post-/ Weirdo-Rock. 
Sanford Parker, der das Teil aufgenommen hat, macht auch noch bei einem Song an den Synthies mit. 



THE RUINS OF BEVERAST - Exuvia

Man kann es drehen und wenden wie man will: In der ziemlich klischeebeladenen und zu mindestens 80% generischen Ecke extremerer düsterer Metal-Substile ist der Death/ Black/ Doom von THE RUINS OF BEVERAST schon eine ziemliche Ausnahmeerscheinung. 
Sei es mit dem maschinellen Charakter, mit dem man in der Vergangenheit teilweise lärmte, oder neuerdings auch mit dem Tribal-Einschlag, den Bandkopf Alexander von Meilenwald zuletzt für sich entdeckt hat.



VEIL OF LIGHT – Front Teeth
„Goth“ ist ja jetzt neuerdings doch wieder irgendwie cool geworden, obwohl Indie-Köppe und Hipstermetaller diese Ecke eine ganze Zeit lang nicht mit der Kneifzange anfassen wollten (teilweise zurecht).
VEIL OF LIGHT aus Zürich hält sog. Cold-Wave-Musik schon seit ein paar Jährchen die Stange und hat seit Freitag ein neues Album raus:



Interessante Veröffentlichungen dieser Woche (KW 19)

AIDAN BAKER & KAREN WILLEMS - Nonland
Jaha, schon wieder Herr Baker! Dieses mal mit der belgischen Schlagzeugerin Karen Willems in Avantgarde-Jazz- und „Krautrock-Minimalismus“-Gefilden unterwegs.
Auf mich hat das ja tatsächlich eine ziemlich entspannende Wirkung:



SHOW OF BEDLAM – Transiguration
Im derzeit inflationär besetzten Feld schwer groovendem Metals trennt sich immer mehr die Spreu vom Weizen...
Den kanadischen SHOW OF BEDLAM räume ich die Chance für einen nachhaltigen Eindruck ein, denn ihr wuchtiger, verzweifelter, leicht progressiv abgekanteter Zeitgeist-Doom mit Frau am Mikro klingt nicht so wie der der meisten anderen: 



WHITE WARD - Futility Report
Debemur Morti Productions werden nicht müde, sich als Anlaufstelle Nummer eins für „Avantgarde Black Metal“ etablieren zu wollen:
WHITE WARD aus der Ukraine beherrschen die Genre-typische Raserei mit Gitarrenmelodiebögen, der Shouter klingt eher so ein bisschen nach Hardcore und auf ein mal hört man ein… Saxophon? Ja, ein Saxophon.
Mich haut’s nicht um, aber ein interessanter neuer Farbtupfer in der „Post-Black-Metal“-Szene ist das Ganze allemal:



WORMWITCH - Strike Mortal Soil
Auch Death Metal mit Crust-Kante oder D-Beat mit Black-Metal-Schlagseite ist so eine Subgenre-Idee, die in den letzten Jahren sehr viele neue Bands abgeworfen hat.
WORMWITCH aus Kanada machen derartiges ganz gut:  



Außerdem:
Offiziell kommt diese Woche wohl schon in zweiter Pressung die Split-10‘‘ von AMENRA und RAKETMANON mit Artwork von Künstler MICHAEL BORREMANS via Consouling Sounds, die ich sogar schon eine Weile im Haus habe...
Ebenfalls eine Split teilen sich ACID MOTHERS TEMPLE… und ST 37, die sich an Musik aus „Twin Peaks“ (!) vergehen.

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