Mittwoch, 12. April 2017

Author & Punisher…

Dafür, dass ich im ersten Quartal des bisherigen Jahres wesentlich Konzert-fauler als sonst schon mal war und mich an der Front wohl schon in sowas wie einer Altersteilzeit wähnte, dafür kriege ich jetzt wiederum aber doch mal wieder den Arsch hoch und hab‘ schon den zweiten Köln-Trip innerhalb von sieben Tagen hinter mir, während ich einen dritten in naher Zukunft andenke… ist das sowas wie ein Frühlingserwachen?
Anyway. Die Gelegenheit, mir AUTHOR & PUNISHER mal anzusehen konnte ich in einer Woche, in der es sich dann doch mal recht stressfrei einrichten lies, nicht so vorbeiziehen lassen.
Natürlich musste ich erst mal darüber die Augen verdrehen, dass die auf der Homepage des Kölner Underground mit „Einlass 19:30, Beginn 20:00“ ausgeschriebene Veranstaltung reell um kurz vor neun begann, aber da hatte ich ja bereits mit gerechnet.
Genauso wie damit, dass sich gerade mal irgendwas an die zwanzig Leute dafür einfanden…

 

AUTHOR & PUNISHER jedenfalls ist das Projekt von Tristan Shone, der im wahrsten Sinne des Wortes ein Maschinenbauer ist.
Der eher adrett als abgerockt rüberkommende Amerikaner hat sich eigene Vorrichtungen gebastelt, mit denen er zur ungewöhnlichen Einmann-Band wird.
Hebel, Fußpedale und ein Kehlkopfmikrofon erzeugen Brumm- und Dröhn-Sounds, mit sowas wie einer hydraulischen Schiebe rummst er die Drum-Beats raus, er spielt Keyboard und singt grimmig in ein seltsames breites Mikro, das an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Effekten belegt zu sein scheint.
Die Musik, die dabei rauskommt, könnte man als „noisigen Industrial-Metal mit Drone-Doom-Aura“ bezeichnen und das Faszinierende daran ist, dass ihr bei ihrer im wahrsten Sinne des Wortes manuell-maschinellen Entstehungsweise ein sehr organischer Kern zugrunde liegt. Cyborg-Musik? Meinetwegen.

 
Leider fand die Vorstellung, was wohl nicht einer gewissen Ironie entbehrt, aufgrund technischer Probleme etwas unrühmlich schon nach ca. 40 Minuten ein abruptes Ende, denn auf ein mal schien irgendwas auf der AUTHOR & PUNISHER-Brücke nicht mehr richtig zu funktionieren und lies sich anscheinend auch nicht mehr kurzfristig richten.
Geil war’s trotzdem, ich hab’ne DoLP und ‘ne CD gekauft und würd‘s mir definitiv gern noch mal wieder ansehen!

Hier mal noch ein anderer, audiovisuell festgehaltener Gig von ihm:  




Und noch mal der aktuelle Longplayer via Bandcamp, der wohl sein bisher "musikalisch auskomponiertestes" Werk ist:

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