Montag, 6. März 2017

Year Of The Cobra, Dool, Ggu:ll, …


Donnerstag: 
Ins vergangene Wochenende rein gings dann auch schon wieder mit dem nächsten Hinterzimmer-Konzert: Wenn YEAR OF THE COBRA aus Seattle schon mal um die Ecke im Essener Panic spielen, kann man das ja mitnehmen. 
Dass es mit dem angekündigten „arbeitnehmerfreundlichen“ Beginn und Ende nicht so ganz geklappt hatte wie offiziell angekündigt, konnte ich persönlich ja verschmerzen (da am Folgetag eh frei), aber um mal ganz ehrlich zu sein, hätte ich mir die Vorband ja lieber geklemmt....
Und das, bevor wir uns missverstehen, nicht etwa, weil PLAINRIDE als Köln wirklich schlecht gewesen wären. Handwerklich waren die Jungs, das kann ich neidlos eingestehen und anerkennen, sogar ziemlich top. Den Drummer hätte man auch in ‘ne Funk-Band stecken können und der Gitarrist und Sänger hat’s ohne Frage drauf. Wie die Band allerdings schon während ihrer ersten beiden Songs derart viele Stoner- und Rock’n’Roll-Klischees aus dem Setzkasten rausfeuerte, der Typ von Anfang bis Ende mit halbenglischen Ansagen und ständigem „Yeah, c’mon Motherfuckers, allright!“-Gehabe nervt, und dem Ganzen im Laufe des Gigs immer wieder noch ein weiteres Schüppen draufgelegt wurde, das fand ich dann ja ehrlich gesagt doch eher zermürbend als unterhaltsam. 
Liegt vielleicht an mir, denn diverse weitere Anwesende sahen das freudig tanzend offensichtlich etwas anders, aber ich fands wegen dieser allgemeinen "Provinzact lässt mal richtig over the top einen los"-Aura durch die Bank einfach nur unerträglich. 
Gepaart mit der Tatsache, dass der Headliner für ‘ne einzelne LP 25€ nehmen wollte (ganz ehrlich: dann bleibt drauf sitzen und erstickt dran!) war ich daher schon etwas genervt und konnte den folgenden Auftritt von YEAR OF THE COBRA irgendwie nicht mehr so ganz ohne Ambivalenz genießen. 
Nach der Komplettüberreizung der Vorband wirkte der Stoner-Sludge-Doom mit poppiger Note, den Powerhouse-Drummer Jon und Bassistin/ Sängerin Amy mit ihrer Vintage-Amp-Wand aufs Parkett dröhnen, dann auch fast schon etwas steif.  
Ein netter Ersatz für diejenigen, die (wie ich) die poppigere Seite der nur noch extremlärmenden Jucifer vermissen, sind sie zunächst aber mal aber ohne Frage. Mal sehen, wo die sich in Zukunft so hin entwickeln und ob ich sie noch mal unter besseren Umständen sehe…  

Freitag: 
Das Oberhausener Helvete ist ja auch per se eine etwas ambivalente Sache, aber da ich GGU:LL sowieso schon länger mal checken wollte und DOOL gerade im Rock Hard "Album des Monats" und in den hiesigen Top50-Charts gelandet sind, und daher demnächst mit Sicherheit auch etwas besser besuchte Locations auf den Plan rufen werden, war’s einfach ’ne zu gute Gelegenheit dem Gastspiel der beiden Niederländer Bands beizuwohnen. 
Um es kurz zu machen: GGU:LL treffen mit ihrem, in Richtung Neurosis gehenden und dabei einen Hauch zum Funeral/ Death Doom neigenden Style schon irgendwie einen Nerv von mir; man hat trotz der absolut soliden Performance unterm Strich aber doch ein bisschen das Gefühl, dass da auch noch einige Luft nach oben ist. 
Oder um meinen Kumpel Watti zu zitieren: „Irgendwie waren die Songs immer dann, wenn man dachte, dass sie gerade richtig gut in Wallung kommen, dann auf einmal zuende“. Kann man so sehen! 

Bei DOOL liegt augenverdrehendes „Hype!“-Gefasel natürlich nah: Sängerin/ Gitarristin Ryanne van Dorst ist in ihrer Heimat wohl sowas wie eine Reality-TV-Persönlichkeit und die Band involviert u.a. ehemalige Devil’s Blood-Mitglieder… klar kann man dem direkt kritisch gegenüberstehen, die Sache von gewissen Seiten förmlich reingedreht zu bekommen. 
Was den Live-Eindruck diesen Abends betrifft kann ich aber nur sagen, den gar nicht mal zu sehr in eine klare Schublade fallenden Düster-Psychedelic-Rock absolut kurzweilig gefunden zu haben. Zwar nicht in einem Maß, in dem ich mir die Platte, die ich  vermutlich eh nicht so wirklich oft hören würde, direkt für’n Zwanni unterm Arm hätte klemmen müssen, aber immerhin so überzeugend, dass ich sie mir bei passender Gelegenheit live durchaus wieder angucken würde, fand ich DOOL dann ja doch. 
Interessant übrigens, dass der Sound an diesem Abend in so einer Kaschemme klanglich und lautstärkenmäßig genau richtig war, um das Ganze auch ohne Hörschutz zu genießen. Manchmal geht's also doch...

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