Donnerstag, 16. März 2017

The Death And Resurrection Show (DVD Review)


So, nun habe ich sie auch endlich mal im Haus und gesehen: Die ewig in der Mache befindliche KILLING JOKE-Doku THE DEATH AND RESURRECTION SHOW.

Der zweieinhalbstündige (!) „Hauptfilm“ des DoDVD-Package ist schon ein ziemlicher Brocken.

Nicht nur wegen der Form (siehe ein paar Kritikpunkte weiter unten), sondern auch wegen dem gesamten Inhalt musste ich die Doku wirklich in kürzerer Zeit zwei mal komplett gucken, um sie in ihrer Gänze zu verarbeiten.

Faszinierend an TDARS ist dabei, wie die Band und weitere Menschen aus ihrem Umfeld relativ trocken nicht nur diverse Anekdoten über zwischenmenschliche Querelen, sondern auch die Vorkommnisse okkulter Rituale und schwer zu glaubender Begebenheiten während der Frühphase der Band wiedergegeben, was im Grunde genommen auch den thematischen Kern dieser Doku bildet, den man eben nicht in jedem zweiten Musikmagazin-Interview mit Coleman so deutlich beleuchtet bekommt.
Man könnte einiges davon aus der Ferne natürlich auch als Spinnerei oder Legendenbildung abtun. Man kann sich aber auch auf die Möglichkeit einlassen, dass Jaz Coleman – Einblicke in seine Weltuntergangs-Paranoia, Eso-Einstellungen u.ä. hin oder her - vielleicht tatsächlich mal im Zentrum paranormaler Zwischenfälle oder sowas wie auf der Schwelle zu universellen Erkenntnissen stand.   

Neben der Story der Band vom Anfang bis in die Neuzeit (Reunion der Originalbesetzung 2009 rum) erfährt man ferner auch ein bisschen was über Jaz‘ Aktivitäten als Klassik-Komponist und Orchester-Dirigent, was ebenfalls ziemlich interessant ist.
Zu den Specials der zweiten DVD gehören dann noch eine halbstündige Extra-Geschichte über eine tschechische Journalistin und ihre abenteuerliche Beziehung zu Coleman, die durchaus eher noch ein paar Fragezeichen hinterlässt, und eine ganze Stunde (!) Interview mit Drummer Big Paul. 
Der im Übrigen auch eines meiner Lieblingszitate von sich gibt, dazu, warum er nach längerer Pause die Sticks wieder in die Hand genommen hat, um mit Musik gegen die heutigen politischen Zustände zu rebellieren: „…I want to hammer out the drums and scream with rage.“
Davon mache ich mir noch ein Poster für den eigenen Proberaum oder sowas.


Kritik muss ich übrigens ein bisschen üben:

In seiner allgemeinen technischen Inszenierung hätte „The Death And Resurrection Show“ noch etwas Feinschliff-Qualitätskontrolle vertragen können.
Text-Einblendungen über Person und ihre Hintergründe sind schon mal recht kurz und dabei nicht so richtig gut leserlich, überhaupt sind die Schnitte und Überblendungen der Interviews schon mal recht rasant und von der Ton-Produktion her manchmal etwas minderqualitativ, und wenn man einige britische Akzente nicht so wirklich gewohnt ist, ist dann im vorgelegten Tempo nicht immer alles direkt so richtig gut zu verstehen.
Mag aber auch sein, dass das in erster Linie ein Problem ist, das ich habe…
Was allerdings ferner wirklich nervt: Bei der Menüführung der DVDs fehlt irgendwie was. Mit dem DVD-Player war es mir nicht so richtig möglich, einige Features wie die Einzelkapitelauswahl anzuwählen, sondern ich musste die DVD dann extra noch mal in den Rechner schieben, um mit diesem einiges mit der Maus angeklickt zu gucken.

Summa summarum waren die 20 britischen Pfund für die Doppel-DVD dennoch gut investiertes Geld, das ich kein bisschen bereue, denn THE DEATH AND RESURRECTION SHOW ist wirklich und tatsächlich ziemlich faszinierend und wird mit Sicherheit auch noch für weitere Heimkino-Vorstellungen im Player landen.

Außerdem: Mag sein, dass KILLING JOKE mit ihrem Industrial-Rock späterer Phasen zwischenzeitlich mal ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirkten.
Heutzutage, wo die Menschheit immer weniger zu schnallen anstatt mal ein bisschen klarzukommen scheint, sind sie mit ihrer sowohl weitsichtig-weltoffenen Anti-Establishment-Haltung, als auch ihrer ehrfurchtsvollen Berührung mit einer spirituellen Welt allerdings relevanter denn je.

Link: www.killingjokemovie.com

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