Montag, 27. März 2017

Diese Woche raus (KW13)

ASCETIC: - Everything Is Becoming - Remixes EP
Elektronischen Remix-Alben/ -EPs von eigentlichen Rockbands stehe ich seit eh und je sehr zwiespältig gegenüber. Nachdem das Mitte der 90er einige der damals zeitgenössischen Metal-Bands, zu denen es irgendwie passte, gemacht hatten (Prong, Fear Factory, ...), war das Ding auch direkt schon wieder durch.
Die australischen Wahlberliner ASCETIC: und ihren dunkel-atmosphärischen, manchmal auch eigensinnig-noisigen Postpunk mag ich allerdings nicht nur generell, sondern finde, dass die Paarung mit Elekronikern an so einer Stelle sogar Sinn machen kann.
Ziehen wir’s uns mal rein:



BUIONGOLOA - Il nuovo mare  
Das Abschiedsalbum einer Band zu checken fühlt sich irgendwie so pointless an, aber der dunkelbunte Strauß an Vergleichsreferenzen, die diesen Italienern von ihrem Label so angedichtet werden (Planks, His Hero Is Gone, Godflesh/Jesu, Sisters of Mercy, The Cure, Neurosis, Amebix, Altar of Plagues), machte mich, nun ja, hellhörig.
Und in der Tat bietet „Il nuovo mare“ eine wirkliche interessante Mischung aus Gothrock und Black Metal mit industriellen und progressiven Akzenten.



MANDRILLIFESTO – s/t (7“)
Cometh the moment, cometh the Mandrill: Von „Comicguru“ Alan Moore (wohl vor allem bekannt durch oft mehr schlecht als recht verfilmten Stoff wie Watchmen, V for Vendetta, From Hell oder League of Extraordinary Gentlemen…) bin ich ja tatsächlich ein bisschen Fan.
Das in Alternative-Hip-Hop-Regionen neigende MANDRILLIFESTO ist nicht mal seine erste Berührung mit Musik, denn es gab in geraumer Vorzeit bereits Kooperationen mit David J (Bauhaus), daraus entstanden auch einen Songtext für die Rock’n’Roll-Band The Dirtbombs und vor nicht allzu langer Zeit auch ein ambitioniertes Audiobook- Projekt namens „Unearthing“, an dem höchst „Krach-und-so-relevante“ Personen wie Mike Patton, Justin Broadrick, Zach Hill und einer von Mogwai mitwirkten.
MANDRILLIFESTO scheint nun sowas wie Moore’s gewohnt eigenwillige Reaktion auf die aktuelle politische Weltlage zu sein und ich finds eigentlich ganz witzig.
Obey the Mandrill!



MANUKIND – Russian Paradox
Auf dem jungen Berliner Label, das auch die Remix-EP von Ascetic: rausbringt (s.o.), erscheint diese Woche außerdem ein neuer Release des russischen Duos MANUKIND, das sich der Power-Electronics-/ Noise-/ Derb-Industrial-Ecke verschrieben hat. Es mag an meiner selektiven Wahrnehmung liegen, aber sowas scheint ja in letzter Zeit aus seiner Gothicschmuddelkinder-Ecke ein bisschen Einzug in vermeintliche Hipsterkreise zu halten. Was ich persönlich ja doch begrüße, denn wir brauchen mehr interessante Krach-Experimente und weniger generischen Hippierock.



MORAST – Ancestral Void
Schon das Debüt-Demo von MORAST war eigentlich viel zu gut um als Demo deklariert zu sein, und so erschien es später tatsächlich noch mal auf Vinyl. Hier haben wir nun den ersten regulären Longplayer, der bei Totenmusik in Zusammenarbeit mit Ván Records erscheint.
MORAST treffen einen Nerv, wenn man es brachial und düster, sowie seinen Metal auch mal mit eher schleppendem Groove mag, denn genau das können und machen sie wirklich ziemlich mächtig.
Außerdem habe ich eine perfide Freude daran, dass MORAST gewissermaßen als Band mit Punk-Wurzeln in eine Szene-Ecke platziert wurden, in der sich in letzter Zeit viel zu viele rechtsoffene Internettroll-Schmuddelkinder rumtreiben, die es echt gar nicht mehr peilen. Aber für jene geht die Musik vermutlich eh nicht genug in Richtung dilettantisch-generisches Klischeegerumpel...
Bandcamp gibt’s gerad‘ noch nicht, also muss es erst mal ein Song per Soundcloud tun:



PHARMAKON – Cobntact
Auch das, naja, sagen wir ruhig mal aktuelle Pitchfork-Postergirl der Power Electronics-Ecke,
Margaret Chardiet aus New York aka PHARMAKON, hat ein neues Album am Start, für das sie sich ziemlich Zeit gelassen hat. 
Da ich in letzter Zeit immer mehr in sowas eintauche, war ich wirklich gespannt drauf:



TELEPATHY - Tempest
Sozusagen als Service für meine 2-3 Leser schiebe ich in diese Auflistungen ja auch immer wieder mal der Vollständigkeit halber Veröffentlichungen zwischen, die mich selbst eigentlich, wenn ich mal ganz ehrlich bin, nur so semi interessieren.
Die britischen TELEPATHY, deren neues Album diese Woche über Golden Antenna Records raus ist, sind so ein Fall.
Grundsätzlich ist deren zeitgenössischer Instrumental-Metal nämlich eine beeindruckende Sache, bei der in puncto mächtigem Sound und „Geschichten erzählenden Kompositionsverläufen“ viel richtig gemacht wird.
So richtig umhauen will mich sowas 2017 allerdings trotzdem nicht mehr so wirklich.
Überhaupt ist die Stelle, an der „Post-Metal“-Kram zu sehr in Richtung Pompös-Prog abbiegt (Hallo, The Ocean!), bzw. an der es eher etwas nach „Euroblast“ als nach „Roadburn“ anmutet (wenn Ihr versteht was ich meine) dann die, an der ich dann selbst auch gerne mal eher raus bin.
Wie dem auch sei, gut genug, sie mal vorzustellen, sind sie trotzdem:




VANUM - Burning Arrow
Das gemeinsame Projekt der Köpfe hinter Ash Borer und Fell Voices fand ich schon beim Debüt nicht ohne, so insgesamt ist in diesem Genre – atmosphärische wie aggressive Black-Metal-Raserei, die ins epische ausartet – meiner Meinung nach aber so langsam auch mal alles gesagt und die letzten Bands, die mich aus dieser Ecke begeisterten, waren Ultha und Wiegedood, während ich den Fuzz um eben z.B. Ash Borer nicht (mehr) so ganz nachvollziehen kann.
Sei’s drum. Schlecht ist „Burning Arrow“ natürlich nicht: 



 

Außerdem: Neue Alben von MASTODON und MANTAR. Naja, ich kann gerad' irgendwie ehrlich gesagt auch ohne...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen