Dienstag, 21. März 2017

Diese Woche raus

Die interessantesten Releases dieser Woche sind auf meinem Radar vor allem die folgenden vier:  

BRAVEYOUNG – Misery and Pride
Eigentlich habe ich BRAVEYOUNG seit ihrer 2011er Kollaboration mit The Body auf dem Zettel, die allerdings ‘in my book‘ zu den eher weniger spektakulären Kooperationsalben letztgenannter gehört... 

Vermutlich habe ich die irgendwo zwischen sog. Postrock und Drone agierende Truppe deswegen wiederum in der Folgezeit eher so ein bisschen vernachlässigt, möchte das beim neuen Album jetzt aber noch mal überdenken…
Im Übrigen ist The Flenser ein Label, das zu verfolgen sich lohnt, denn dort erscheint generell viel nicht uninteressantes.




FUBAR - Weltschmerz
Ein vielleicht nicht wirklich umhauendes, aber doch sehr sympathisches Teil ist das Freitag erscheinende neue Album der niederländischen Grind-Institution FUBAR.
Sympathisch u.a. deswegen, weil ich Grindcore mag, der trotz metallsicher Stilbestandteile doch eher zum Punk/ HC als zum übertriebenen Ultrabrutal-Death-Metal neigt, und FUBAR hier eine wirklich sehr gute Balance aus Blastgezimmer, Crust-Gekloppe und schon regelrecht melodiösen Punk-Riffs, sowie Midtempo-Mosh und doomigen Passagen hinbekommen haben.
Und irgendwie gefällt mir sowas heutzutage sehr viel besser als Extrem-Metal-Bands, hinter deren handwerklich perfektionistischem Geratter, aufgeblähten Produktionen und generischen Songstrukturen kaum noch wirkliche Aggression oder authentische Energie steckt.
 


PALLBEARER - Heartless
Das neue Album der, nun ja, „Doom-Sensation“ der letzten Jahre, die über den Umweg des Pitchfork-Hipster-Hypes inzwischen schon hierzulande über Blascht veröffentlicht wird, kommt tatsächlich einen ganzen Tacken stromlinienförmiger und sauberer daher.
Das macht’s mir persönlich etwas schwierig, denn das, was ich an beiden Vorgängeralben eben gerade ganz gut fand, war dieses gesanglich schon mal eher leicht neben der Spur tönende und oft nicht den offensichtlichsten Weg gehende, sowie vom Gitarrensound her eher grobkörnigere, das mit dem fast schon etwas kitschigem Pathos und den epischen Anwandlungen der Band einen interessanten Kontrast bildete.
Was ich bis jetzt von „Heartless“ gehört habe klang zwar alles ziemlich gut, aber tendiert dabei in eine
eher etwas "allgemeinverträglichere" Richtung, bei der ein obskure Unikate liebender Krachfetischist wie ich irgendwie nicht so wirklich den Drang verspürt, noch tiefer eintauchen zu müssen.
Lieber Metal-Mainstream: Hier, Du kannst diese Band haben! Sei nett zu ihnen, denn das sind gute Jungs!




SLOTH HERDER - No Pity, No Sunrise
Grindcore mit Black Metal-Atmosphäre und Chaoscore-Hektik? Wie SLOTH HERDER aus Maryland hier kaputte Fiesheit, angeschwärzte Finster-Aura und Schräglagen-Lärm unter einen Hut bekommen, das ist schon eine ziemlich intensive Sache, auf die man sich auch erst mal einlassen können muss.
Mich erinnert das Ganze zuweilen ja schon mal an die griechischen Dephosphorus, gegen deren heiseres Verzweiflungsplärre die Vocals von „No Pity, No Sunrise“ allerdings eine ganze Liga böser klingen.
Nicht schlecht!





Außerdem:
1.) Das neue Album von BOSS HOG ist am Start! Werde es mir wohl noch irgendwie ordern, habe allerdings ehrlich gesagt noch keinen Ton gehört.

2.) Das Langspieldebüt des Bolt-Thrower-Nachfolgers MEMORIAM erscheint diese Woche über Blascht. Auch wenn's mich grundsätzlich interressiert, bin ich aktuell aber ehrlich gesagt irgendwie nur so semiheiß drauf.
3.) Was mir letzte Woche irgendwie ein bisschen durchgegangen ist, ist die neue DODECAHEDRON via Season of Mist. Die Niederländer klingen wie etwas straightere Deathspell Omega (was generell langsam aber sicher eh
schon zu einem regelrechten Underground-Subgenre wird), sind als solche nicht uninteressant, aber hauen mich andererseits auch nicht wirklich mit Langzeitwirkung um.

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