Dienstag, 28. Februar 2017

Bohren’s Mut zur Lücke

Anti-Karneval mit BOHREN & DER CLUB OF GORE? 
Das hat eigentlich schon Tradition, nach ihrem Konzert im Essener Chorforum Februar 2014 und der Bochumer Christuskirche ein Jahr davor. Diesen Rosenmontag war es mal wieder so weit, dass sie in letzterer einkehrten. 
Persönlich war ich vor allem gespannt auf das aktuelle Line Up, denn Schlagzeuger Thorsten Benning verließ die Band inzwischen. Das verbliebene Trio hat keinen Ersatz eingestellt, sondern versucht, sich noch mehr dem Minimalismus hingebend, die im Rhythmus-Bereich entstandenen Lücken zu füllen, indem Tastenmusiker Morten Gass stattdessen die Hi-Hat durchtritt und jeder mal an irgendeiner Stelle etwas perkussives macht. 
Mit der vorne an der Bühne platzierten Beckenapparatur wurde es zum Schluss etwas albern, aber Humor gehört bei Bohren bekanntlich auch dazu. 
Generell muss man sagen, möchte man kritisch sein, dass diese Inszenierung im reduzierten Line Up an 1-2 Stellen doch noch etwas untight gewackelt hat. Da ich selbst zu gut weiß, wie schwierig langsam und reduziert spielen tatsächlich ist, möchte ich der Band da aus Schlagzeuger-Sicht ja nicht mal einen Vorwurf machen. Als derjenige, der ‘n Zwanni Eintritt und drei fuffzich für jede Flasche Schlegel hingelegt hat dann aber irgendwie schon. ;) 
Ansonsten kann man bei einem zu arbeitnehmerfreundlichen Zeiten über die Bühne gehendem Konzert von ca. 100 Minuten, die einem trotz Zähfluss der Musik (oder vielleicht auch gerade wegen) eben nicht so lange vorkamen, aber wirklich nicht meckern.

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